Handbuch:HPPA/Installation/Basis

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HPPA Handbuch
Installation
Über die Installation
Auswahl des Mediums
Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Chrooten

Optional: Spiegelserver wählen

Distributionsdateien

Um den Quellcode zügig herunterzuladen, wird empfohlen, einen schnellen Spiegel auszuwählen. Portage schaut in der Datei make.conf nach der Variable GENTOO_MIRRORS und verwendet darin aufgelistete Spiegel. Es ist möglich, zur Gentoo Mirror-Liste zu surfen und nach einem Spiegel (oder mehreren Spiegeln) zu suchen, die nahe dem Systemstandort liegen (da diese meistens die schnellsten sind). Allerdings bieten wir ein nettes Tool namens mirrorselect, das den Benutzern ein schönes Interface zur Auswahl der benötigten Spiegel bietet. Gehen Sie einfach zu den Spiegeln der Wahl und drücken Sie die Leertaste um einen oder mehrere Spiegel auszuwählen.

root #mirrorselect -i -o >> /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf

Gentoo ebuild Repository

Eine zweiter wichtiger Schritt bei der Auswahl der Spiegel ist die Konfiguration des Gentoo ebuild Repository über die Datei /etc/portage/repos.conf/gentoo.conf. Diese Datei beinhaltet die Informationen, die zum Synchronisieren des Paket Repository erforderlich sind. Das Paket Repository ist die Sammlung der ebuilds und der zugehörigen Dateien, die all die Informationen enthalten, die Portage zum Download und zur Installation von Software-Paketen benötigt.

Das Repository kann in ein paar einfachen Schritten konfiguriert werden. Erzeugen Sie zuerst das Verzeichnis repos.conf, falls es noch nicht existiert:

root #mkdir --parents /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf

Kopieren Sie dann die von Portage bereitgestellte Gentoo Repository-Konfigurationsdatei in das (neu erstellte) Verzeichnis repos.conf:

root #cp /mnt/gentoo/usr/share/portage/config/repos.conf /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf/gentoo.conf

Schauen Sie sich die Datei mit einem Texteditor oder mit dem cat-Befehl an. Die Datei sollte ein .ini-Format haben und ungefähr so aussehen:

DATEI /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf/gentoo.conf
[DEFAULT]
main-repo = gentoo
 
[gentoo]
location = /var/db/repos/gentoo
sync-type = rsync
sync-uri = rsync://rsync.gentoo.org/gentoo-portage
auto-sync = yes
sync-rsync-verify-jobs = 1
sync-rsync-verify-metamanifest = yes
sync-rsync-verify-max-age = 24
sync-openpgp-key-path = /usr/share/openpgp-keys/gentoo-release.asc
sync-openpgp-key-refresh-retry-count = 40
sync-openpgp-key-refresh-retry-overall-timeout = 1200
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-exp-base = 2
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-max = 60
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-mult = 4

Der hier gezeigte Standard-Wert der Variable sync-uri wählt den Ort des Spiegelservers basierend auf einer Rotation. Das hilft dabei, die Bandbreitenbelastung auf Gentoos Infrastruktur auszugleichen und hilft in Fällen, in denen ein bestimmter Spiegelserver offline ist. Es wird empfohlen, diese Standard-URI beizubehalten - sofern nicht ein lokaler, privater Portage Spiegel verwendet werden soll.

Tip
Falls Sie an Details interessiert sind, finden Sie die offizielle Spezifikation der Portage Sync-Plugin-API in einem Sync Artikel des Portage-Projekts.

DNS-Info kopieren

Eine Sache bleibt noch zu tun, bevor Sie die neue Umgebung betreten - und das ist das Kopieren der DNS-Informationen in der Datei /etc/resolv.conf. Dies ist notwendig um sicherzustellen, dass Netz-Verbindungen auch nach dem Betreten der neuen Umgebung noch funktionieren. /etc/resolv.conf enthält u.a. die IP-Adressen der Namensserver.

Zum Kopieren dieser Information ist es empfehlenswert, beim Befehl cp die Option --dereference zu verwenden. Wenn /etc/resolv.conf ein symbolischer Link ist stellt dies sicher, dass die Zieldatei anstelle des symbolischen Links selbst kopiert wird. Andernfalls würde der symbolische Link auf eine nicht existierende Datei zeigen (weil das Link-Ziel höchstwahrscheinlich in der neuen Umgebung nicht verfügbar ist).

root #cp --dereference /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/

Notwendige Dateisysteme einhängen

In wenigen Augenblicken wird Linux root (/) auf den neuen Ort geändert werden. Um sicherzustellen, dass die neue Umgebung richtig arbeitet, müssen bestimmte Dateisysteme dort ebenfalls verfügbar gemacht werden.

Die Dateisysteme, die verfügbar gemacht werden müssen, sind:

  • /proc/ ist ein ein Pseudo-Dateisystem (Die beinhalteten Dateien sehen aus wie gewöhnliche Dateien, sie werden jedoch im laufenden Betrieb generiert). Der Kernel stellt hier der Umgebung Informationen zur Verfügung.
  • /sys/ ist ein Pseudo-Dateisystem wie /proc/ ist. Einst war es dafür gedacht, dieses zu ersetzen, und es ist besser strukturiert als /proc/.
  • /dev/ ist ein gewöhnliches Dateisystem, teilweise vom Linux Device Manager (normalerweise udev) verwaltet, das alle Gerätedateien enthält.

/proc/ wird an /mnt/gentoo/proc/ eingehängt (mount), wohingegen die anderen zwei über mount --rbind eingebunden werden. Das letztere bedeutet beispielsweise dass /mnt/gentoo/sys/ in Wirklichkeit /sys/ ist (es ist lediglich ein zweiter Einstiegspunkt zum selben Dateisystem), wohingegen /mnt/gentoo/proc/ ein neuer Einhängepunkt (sozusagen eine neue Instanz) des Dateisystems ist.

root #mount --types proc /proc /mnt/gentoo/proc
root #mount --rbind /sys /mnt/gentoo/sys
root #mount --make-rslave /mnt/gentoo/sys
root #mount --rbind /dev /mnt/gentoo/dev
root #mount --make-rslave /mnt/gentoo/dev
Notiz
Die --make-rslave Operationen werden für die spätere systemd Unterstützung bei der Installation benötigt.
Warnung
Bei der Verwendung von nicht-Gentoo Installationsmedien könnte dies nicht ausreichen. Bei einigen Distributionen ist /dev/shm ein symbolischer Link zu /run/shm/, der nach chroot ungültig wird. Dies kann behoben werden, indem Sie /dev/shm/ im Voraus zu einem entsprechenden tmpfs mount machen:
root #test -L /dev/shm && rm /dev/shm && mkdir /dev/shm
root #mount --types tmpfs --options nosuid,nodev,noexec shm /dev/shm

Stellen Sie zudem sicher, dass Mode 1777 gesetzt ist:

root # chmod 1777 /dev/shm

Betreten der neuen Umgebung

Nun, da alle Partitionen initialisiert sind und die Basis-Umgebung installiert ist, wird es Zeit, die neue Installationsumgebung durch chroot zu betreten. Das bedeutet, dass die Sitzung ihr Wurzelverzeichnis (/) von der aktuellen Installationsumgebung (Installations-CD oder anderes Installationsmedium) zum Installationssystem (nämlich die initialisierten Partitionen) ändert. Daher der Name change root oder chroot.

Dieses Chrooten erfolgt in drei Schritten:

  1. Das Wurzelverzeichnis wird mit Hilfe von chroot von / (auf dem Installationsmedium) auf /mnt/gentoo/ (auf den Partitionen) geändert.
  2. Einige Einstellungen (jene in /etc/profile) werden über den Befehl source neu in den Speicher geladen.
  3. Die primäre Eingabeaufforderung wird geändert, damit wir nicht vergessen, dass diese Sitzung innerhalb einer chroot-Umgebung läuft.
root #chroot /mnt/gentoo /bin/bash
root #source /etc/profile
root #export PS1="(chroot) ${PS1}"

Von diesem Punkt an werden alle Aktionen direkt auf der neuen Gentoo Linux Umgebung ausgeführt. Natürlich sind wir noch lange nicht fertig - weshalb auch diese Installations-Anleitung noch einige Abschnitte und Kapitel bereit hält!

Tip
Wenn die Installation bei einem der ab hier folgenden Schritte unterbrochen werden sollte, sollte es möglich sein, ab dieser hier Stelle weiterzuarbeiten. Es ist nicht nötig, die Partitionen erneut zu erstellen! Mounten Sie die Root-Partition und führen Sie die oben beschriebenen Schritte ab DNS-Info kopieren erneut aus, um wieder in die neue Gentoo Linux Umgebung zu gelangen. Dieses Vorgehen ist ebenfalls sinnvoll, um Bootloader-Probleme zu beheben. Weitere Informationen erhalten Sie im chroot Artikel.

Einhängen der Boot-Partition

Als nächstes sollte die Boot-Partition eingehängt werden. Diese wird benötigt, wenn Sie später den Kernel compilieren und den Boot-Loader installieren wollen:

root #mount /dev/sda2 /boot

Portage konfigurieren

Ein ebuild Repository Snapshot aus dem Web installieren

Der nächste Schritt besteht darin, einen Snapshot des primären ebuild Repository zu installieren. Dieser Snapshot enthält eine Sammlung von Dateien, die Portage informiert über verfügbare Software-Titel (für die Installation), welche Profile der Administrator auswählen kann, Paket- oder Profil-spezifische News-Items, usw.

Die Verwendung von emerge-webrsync wird empfohlen für diejenigen, die hinter einer restriktiven Firewall sitzen (weil es den Snapshot über HTTP/FTP herunterlädt) und für diejenigen, die Netzwerk-Bandbreite sparen wollen. Leser, die keine Einschränkungen durch Firewalls oder von der Netzwerk-Bandbreite haben, können zum nächsten Abschnitt springen.

Der folgende Befehl holt den neuesten Portage-Snapshot (den Gentoo tagesaktuell veröffentlicht) von einem der Gentoo-Spiegel und installiert ihn auf dem System.

root #emerge-webrsync
Notiz
Während dieser Operation könnte sich emerge-webrsync über das Fehlen von /var/db/repos/gentoo/ beschweren. Dies ist zu erwarten und kein Grund zur Sorge - das Tool wird das Verzeichnis anlegen.

Von diesem Punkt an könnte Portage erwähnen, dass bestimmte Updates empfehlenswert sind. Dies ist deshalb so, weil es möglicherweise neuere Versionen von Paketen gibt, die durch das Stage Tar-Archiv installiert wurden. Nach der Installation des Repository Snapshots weiß Portage nun von diesen neueren Versionen. Paket-Updates können im Augenblick bedenkenlos ignoriert werden. Die Updates können verzögert werden, bis die Gentoo Installation abgeschlossen ist.

Optional: Gentoo ebuild Repository aktualisieren

Es ist möglich, das Gentoo ebuild Repository mit emerge auf die neueste Version zu aktualisieren. Wenn Sie mit dem vorhergehenden Befehl emerge-webrsync einen aktuellen Snapshot installiert haben (Snapshots sind in der Regel nicht älter als 24 Stunden), ist dieser Schritt optional.

Angenommen Sie benötigen die neuesten Paket-Updates (bis zu 1 Stunde), dann benutzen Sie emerge --sync. Dieser Befehl nutzt das rsync Protokoll zur Aktualisierung des Gentoo ebuild Repository (welcher zuvor durch emerge-webrsync bezogen wurde) auf den aktuellsten Stand.

root #emerge --sync

Auf langsamen Terminals, wie einigen Framebuffer- oder seriellen Konsolen, ist es empfehlenswert, die Option --quiet zu nutzen, um den Vorgang zu beschleunigen:

root #emerge --sync --quiet

News Items lesen

Wenn das Gentoo ebuild Repository auf das System synchronisiert wird, könnte Portage den Benutzer wie folgt warnen:

* IMPORTANT: 2 news items need reading for repository 'gentoo'.
* Use eselect news to read news items.

News Items wurden als Kommunikationsmedium geschaffen, um den Benutzern wichtige Mitteilungen über den rsync Baum zukommen lassen zu können. Zur Verwaltung verwenden Sie eselect news. Die Anwendung eselect ist ein Gentoo-Programm, das eine gemeinsame Verwaltungsschnittstelle für System-Änderungen und -Operationen bietet. In diesem Fall wird eselect aufgefordert das Modul news zu verwenden.

Im Modul news werden drei Operationen am meisten genutzt:

  • Mit list wird eine Übersicht der verfügbaren News-Einträge angezeigt.
  • Mit read können die News-Einträge gelesen werden.
  • Mit purge lassen sich News-Einträge löschen, sobald sie gelesen wurden. Ein erneutes Einlesen erfolgt nicht.
root #eselect news list
root #eselect news read

Mehr Informationen zum Newsreader sind über seine Manpage verfügbar:

root #man news.eselect

Auswahl des richtigen Profils

Ein Profil (profile) ist wichtiger Baustein für jedes Gentoo System. Es definiert nicht nur Standardwerte für USE, CFLAGS und andere wichtige Variablen, sondern legt das System auch auf einen bestimmten Bereich von Paketversionen fest. Diese Einstellungen werden von den Gentoo Portage-Entwicklern gepflegt.

Mit eselect können Sie sich anschauen, welches Profil das System momentan nutzt, diesmal mit dem Modul profile:

root #eselect profile list
Available profile symlink targets:
  [1]   default/linux/hppa/ *
  [2]   default/linux/hppa//desktop
  [3]   default/linux/hppa//desktop/gnome
  [4]   default/linux/hppa//desktop/kde
Notiz
Die Ausgabe des Befehls ist nur ein Beispiel und kann sich im Laufe der Zeit ändern.

Wie Sie sehen, stehen Desktop-Unterprofile für einige Architekturen zur Verfügung.

Warnung
Profil-Upgrades sind nicht einfach. Wenn Sie das initiale Profil auswählen, sollten Sie sicherstellen, dass es die selbe Versionsnummer hat, wie das Profil, das vom Stage3 Tar-Archiv installiert wurde (beispielsweise 17.1). Neue Profil-Versionen werden über News Items angekündigt, die detaillierte Migrationsanleitungen enthalten. Bitte lesen und folgen Sie diesen Migrationsanleitungen bevor Sie auf ein neues Profil wechseln.

Nach dem Betrachten der verfügbaren Profile für die hppa Architektur kann der Benutzer ein anderes Profil für das System wählen:

root #eselect profile set 2



Notiz
Das developer Unterprofil ist eigens für die Gentoo Linux Entwicklung und nicht für die Nutzung durch gewöhnliche Benutzer gedacht.

@world set updaten

An dieser Stelle sollte das @world set upgedatet werden, um Ihr System auf eine solide Basis zu stellen.

Der folgende Schritt ist erforderlich, damit Ihre Änderungen am Profil wirksam werden. Weiterhin werden alle Pakete aktualisiert, für die es nach dem Erstellungszeitpunkt des von Ihnen installierten Stage Tar-Archivs Updates oder Änderungen an den USE Flags gibt.

root #emerge --ask --verbose --update --deep --newuse @world
Tip
Wenn Sie ein Profil für eine vollständige Desktop-Umgebung (wie KDE oder GNOME) gewählt haben, kann der obige emerge-Befehl recht lange dauern. Wer unter Zeitdruck steht, kann folgende 'Daumenregel' verwenden: je kürzer der Profil-Name, desto weniger umfangreich ist das @world set des Systems, desto weniger Pakete müssen installiert werden. Mit anderen Worten:
  • die Wahl von default/linux/amd64/17.1 führt zu wenigen Paketen, die upgedatet werden müssen, während
  • bei der Wahl von default/linux/amd64/17.1/desktop/gnome/systemd viele Pakete installiert werden müssen, weil ein Wechsel von OpenRC zu Systemd stattfindet und die GNOME Desktop-Umgebung installiert werden muss.

USE Variable konfigurieren

USE ist eine der mächtigsten Variablen, die Gentoo seinen Benutzern bietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für bestimmte Dinge kompiliert werden. Beispielsweise können einige Programme mit GTK- oder Qt-Unterstützung kompiliert werden. Andere können mit oder ohne SSL-Unterstützung kompiliert werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer-Unterstützung (svgalib) anstelle von X11-Unterstützung (X-Server) kompiliert werden.

Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit Unterstützung für möglichst viel. Dies erhöht die Größe der Programme und verlängert die Programmstartzeit, nicht zu erwähnen die enorme Menge von Abhängigkeiten. Mit Gentoo können die Benutzer definieren, mit welchen Optionen ein Paket kompiliert werden soll. Hier kommt USE ins Spiel.

In der Variablen USE definieren die Benutzer Schlüsselwörter, die auf Optionen beim Kompilieren abgebildet werden. Beispielsweise kompiliert ssl SSL Unterstützung in die Programme, die das unterstützen. -X entfernt X-Server-Unterstützung (beachten Sie das Minuszeichen am Anfang). gnome gtk -kde -qt5 kompiliert Programme mit GNOME und GTK+ Unterstützung, aber nicht mit KDE und Qt5 Unterstützung. Das führt zu einem System, das komplett für GNOME optimiert ist (vorausgesetzt die Architektur unterstützt es).

Die Standard-USE-Einstellungen befinden sich in den make.defaults Dateien des Gentoo-Profils, das das System verwendet. Gentoo benutzt ein (komplexes) Vererbungssystem für seine Profile, in das wir in dieser Phase nicht eintauchen wollen. Der einfachste Weg, die momentan aktiven USE Einstellungen zu überprüfen, ist emerge --info auszuführen und die Zeile auszuwählen, die mit USE beginnt:

root #emerge --info | grep ^USE
USE="X acl alsa amd64 berkdb bindist bzip2 cli cracklib crypt cxx dri ..."
Notiz
Das obige Beispiel ist verkürzt, die tatsächliche Liste der USE-Werte ist viel viel länger.

Eine vollständige Beschreibung der verfügbaren USE-Flags finden Sie auf dem System in der Datei /var/db/repos/gentoo/profiles/use.desc.

root #less /var/db/repos/gentoo/profiles/use.desc

Innerhalb des Befehls less können Sie mit Hilfe der Tasten und scrollen. Zum Beenden drücken Sie q.

Als Beispiel zeigen wir die USE Einstellung für ein KDE-basiertes System mit DVD, ALSA und CD-Aufnahme Unterstützung:

root #nano -w /etc/portage/make.conf
DATEI /etc/portage/make.confUSE-Flags für ein KDE-basiertes System mit Unterstützung für DVD, ALSA und CD-Aufnahme
USE="-gtk -gnome qt4 qt5 kde dvd alsa cdr"

Wenn USE in /etc/portage/make.conf definiert ist, dann wird ein bestimmtes USE-Flag zur Standard Liste hinzugefügt (oder davon entfernt, wenn das USE-Flag mit dem Zeichen - beginnt). Benutzer, die alle Standard-USE-Einstellungen ignorieren wollen und sie komplett selbst verwalten möchten, sollten die USE-Definition in make.conf mit -* beginnen:

DATEI /etc/portage/make.confStandard USE-Flags ignorieren
USE="-* X acl alsa"
Warnung
Die Verwendung von -* (wie im obigen Beispiel) ist zwar möglich und erlaubt - wir raten jedoch davon ab, weil dies zu Abhängigkeits-Konflikten und anderen Fehlern führen kann.

Optional: Die ACCEPT_LICENSE Variable konfigurieren

Bei allen Gentoo Paketen ist vermerkt, unter welcher Lizenz das Paket verteilt und genutzt werden darf. Dadurch können Anwender Gentoo Pakete schon vor einer Installation nach Lizenzen oder Lizenz-Gruppen auswählen.

Wichtig
Die LICENSE Variable in den ebuilds ist nur eine Richtlinie für Gentoo Entwickler und Anwender. Die dort angegebenen Informationen sind NICHT rechtsverbindlich und es gibt keine Garantie, dass sie der Realität entsprechen. Verlassen Sie sich NICHT auf die LICENSE Variable, sondern überprüfen Sie die Lizenzbedingungen des Pakets selbst gründlich. Dies gilt auch für alle im Paket enthaltenen Dateien, die Sie nutzen.

Portage verwendet die Variable ACCEPT_LICENSE um zu ermitteln, welche Pakete installiert werden dürfen. Ausnahmen für einzelne Pakete können in der Datei /etc/portage/package.license definiert werden.

Die folgende Tabelle zeigt die im Gentoo Repository definierten Lizenz-Gruppen. Die Lizenz-Gruppen werden vom Gentoo Licenses Projekt verwaltet.

Gruppen-Name Beschreibung
@GPL-COMPATIBLE GPL compatible licenses approved by the Free Software Foundation [a_license 1]
@FSF-APPROVED Free software licenses approved by the FSF (includes @GPL-COMPATIBLE)
@OSI-APPROVED Licenses approved by the Open Source Initiative [a_license 2]
@MISC-FREE Misc licenses that are probably free software, i.e. follow the Free Software Definition [a_license 3] but are not approved by either FSF or OSI
@FREE-SOFTWARE Combines @FSF-APPROVED, @OSI-APPROVED and @MISC-FREE
@FSF-APPROVED-OTHER FSF-approved licenses for "free documentation" and "works of practical use besides software and documentation" (including fonts)
@MISC-FREE-DOCS Misc licenses for free documents and other works (including fonts) that follow the free definition [a_license 4] but are NOT listed in @FSF-APPROVED-OTHER
@FREE-DOCUMENTS Combines @FSF-APPROVED-OTHER and @MISC-FREE-DOCS
@FREE Metaset of all licenses with the freedom to use, share, modify and share modifications. Combines @FREE-SOFTWARE and @FREE-DOCUMENTS
@BINARY-REDISTRIBUTABLE Licenses that at least permit free redistribution of the software in binary form. Includes @FREE
@EULA License agreements that try to take away your rights. These are more restrictive than "all-rights-reserved" or require explicit approval

Über das gewählte Gentoo Profil wird ein vordefinierter Wert für ACCEPT_LICENSE gesetzt, beispielsweise:

user $portageq envvar ACCEPT_LICENSE
@FREE

Der von den Profilen gesetzte Wert akzeptiert nur Lizenzen, die ausdrücklich genehmigt wurden von der Free Software Foundation oder der Open Source Initiative oder die der Free Software Definition entsprechen.

Dieser Wert kann systemweit überschrieben werden in der Datei /etc/portage/make.conf:

DATEI /etc/portage/make.confSystemweite Anpassung von ACCEPT_LICENSE
ACCEPT_LICENSE="-* @FREE"

Wenn nötig und gewünscht, können auch Ausnahmen für einzelne Pakete definiert werden. Beispielsweise:

DATEI /etc/portage/package.licenseAusnahmen für einzelne Pakete
app-arch/unrar unRAR
sys-kernel/linux-firmware @BINARY-REDISTRIBUTABLE
sys-firmware/intel-microcode intel-ucode


Zeitzone

Wählen Sie die Zeitzone für das System. Schauen Sie nach den verfügbaren Zeitzonen in /usr/share/zoneinfo/ und schreiben Sie die gewünschte Zeitzone in die Datei /etc/timezone.

root #ls /usr/share/zoneinfo

Angenommen die Zeitzone der Wahl ist Europe/Brussels:

root #echo "Europe/Brussels" > /etc/timezone

Bitte vermeiden Sie die /usr/share/zoneinfo/Etc/GMT* Zeitzonen, da deren Namen nicht die erwarteten Zonen anzeigen. Beispielsweise ist GMT-8 in der Tat GMT+8.

Als Nächstes konfigurieren Sie das Paket sys-libs/timezone-data neu. Dies wird für uns abhängig vom Eintrag in der Datei /etc/timezone die Datei /etc/localtime aktualisieren. Die Datei /etc/localtime wird von der System C Bibliothek verwendet um zu erfassen in welcher Zeitzone sich das System befindet.

root #emerge --config sys-libs/timezone-data

Konfiguration der Locale

Die meisten Benutzer werden nur ein oder zwei Locale auf ihrem System verwenden.

Locale geben nicht nur die Sprache an, mit der Anwender mit dem System interagieren sollen, sondern ebenfalls die Regeln zum Sortieren von Zeichenketten, der Anzeige des Datums, der Zeit usw.

Die Locale, die ein System unterstützen soll, müssen in der Datei /etc/locale.gen konfiguriert werden.

root #nano -w /etc/locale.gen

Das folgende Beispiel zeigt eine Konfiguration für Englisch (Vereinigte Staaten) und Deutsch (Deutschland) mit den Zeichenkodierungen Latin-1 und UTF-8:

DATEI /etc/locale.genKonfiguration von Locale und Zeichenkodierungen
en_US ISO-8859-1
en_US.UTF-8 UTF-8
de_DE ISO-8859-1
de_DE.UTF-8 UTF-8
Tip
Anwender aus Österreich oder aus der Schweiz können anstelle von (oder zusätzlich zu) "de_DE" wählen: "de_AT" oder "de_CH".
Tip
Eine Liste aller erlaubten Werte finden Sie in der Datei /usr/share/i18n/SUPPORTED. Bitte achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung und verwenden Sie keine anderen Werte.
Warnung
Wir empfehlen nachdrücklich die Verwendung von mindestens einem UTF-8 Locale, weil einige Anwendungen dies möglicherweise erfordern.

Der nächste Schritt ist locale-gen auszuführen. Dies wird alle Locales erzeugen, die in der Datei /etc/locale.gen angegeben sind.

root #locale-gen

Um zu überprüfen, ob die ausgewählten Locale jetzt verfügbar sind, führen Sie locale -a aus. Dieser Befehl muss die konfigurierten Locale anzeigen - ansonsten hat locale-gen nicht funktioniert.

Sobald Sie das erledigt haben, ist es Zeit, die systemweiten Locale-Einstellungen zu setzen. Wir verwenden wieder eselect dafür, diesmal mit dem Modul locale.

Mit eselect locale list werden die verfügbaren Locale angezeigt:

root #eselect locale list
Verfügbare Locale für die LANG Variable:
  [1] C
  [2] POSIX
  [3] en_US
  [4] en_US.iso88591
  [5] en_US.utf8
  [6] de_DE
  [7] de_DE.iso88591
  [8] de_DE.iso885915
  [9] de_DE.utf8
  [ ] (free form)

Mit eselect locale set WERT kann die gewünschte Locale eingestellt werden:

root #eselect locale set 9

Manuell kann dies auch durch die Datei /etc/env.d/02locale erreicht werden:

DATEI /etc/env.d/02localeManuelles Setzen der System Locale Definitionen
LANG="de_DE.UTF-8"
LC_COLLATE="C"

Stellen Sie sicher, dass ein Locale eingestellt ist, da das System andernfalls Warnungen und Fehler während des Bau des Kernels und bei anderem Softwareeinsatz später bei der Installation ausgibt.

Laden Sie jetzt die Umgebung erneut, damit die Änderung der Locale-Einstellung in Ihrer Shell wirksam wird:

root #env-update && source /etc/profile && export PS1="(chroot) ${PS1}"

Wir haben einen vollständigen Lokalisierungs-Leitfaden erstellt, um die Benutzer durch diesen Prozess zu leiten. Ein weiterer interessanter Artikel ist der UTF-8-Leitfaden mit detaillierten Informationen zum Aktivieren von UTF-8 auf dem System.