Gentoo Linux Handbuch: Gentoo installieren

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Do not try to follow instructions directly from the Handbook:Parts namespace (or any of its sub-pages). Handbook:Parts is a meta handbook used for transcluding text. Use the architecture-specific Handbooks found in the Handbook list.

Contents

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Parts Handbuch
Installation
Über die Installation
Auswahl des Mediums
Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Einleitung

Willkommen

Herzlich willkommen bei Gentoo. Sie sind dabei, in die Welt der Wahlmöglichkeiten und Performance einzusteigen. Bei Gentoo dreht sich vieles um Auswahlmöglichkeiten. Während der Installation von Gentoo wird Ihnen das mehrfach bewusst werden - Sie haben die Wahl, wie viele Pakete Sie selbst kompilieren, wie Sie Gentoo installieren, welchen Systemlogger Sie benutzen und vieles mehr.

Gentoo ist eine schnelle, moderne Metadistribution mit einem klaren und flexiblen Design. Gentoo ist auf einem Ökosystem freier Software gebaut und versteckt das, was unter der Haube steckt, nicht vor seinen Benutzern. Portage, das von Gentoo benutzte Paketmanagementsystem, ist in Python geschrieben, was bedeutet, dass Sie sich die Quelltexte einfach anschauen und nach Belieben verändern können. Gentoos Paketsystem benutzt den Quelltext (obwohl auch Unterstützung für vorkompilierte Pakete vorhanden ist) und die Konfiguration von Gentoo findet in normalen Textdateien statt. Mit anderen Worten: Offenheit überall.

Es ist sehr wichtig, dass jeder versteht, dass Auswahlmöglichkeiten das sind, was Gentoo ausmacht. Wir zwingen Sie nicht, irgendetwas zu tun, was Sie nicht möchten. Sollte das doch mal vorkommen, sagen Sie uns Bescheid.

Wie ist die Installation strukturiert

Die Installation von Gentoo kann als eine Prozedur von 10 Schritten gesehen werden, was den Kapiteln 2 bis 11 entspricht. Jeder Schritt führt zu einem bestimmten Ergebnis:

Schritt Ergebnis
1 Der Anwender befindet sich in einer funktionierenden Umgebung aus der Gentoo installiert werden kann.
2 Die Internetverbindung ist für die Gentoo-Installation vorbereitet.
3 Die Festplatten sind für die Gentoo-Installation vorbereitet.
4 Die Installationsumgebung ist vorbereitet und der Anwender ist bereit zum "Chroot" in die neue Umgebung.
5 Die Kernpakete, die in allen Gentoo-Installationen gleich sind, sind installiert.
6 Der Linux-Kernel ist installiert.
7 Der Anwender hat die meisten Gentoo-Systemkonfigurationsdateien konfiguriert.
8 Die notwendigen System-Tools sind installiert.
9 Der gewählte Bootloader ist installiert und konfiguriert.
10 Die neu installierte Gentoo Linux Umgebung ist bereit entdeckt zu werden.

Wenn Ihnen verschiedene Auswahlmöglichkeiten vorgestellt werden, geben wir unser Bestes, Ihnen die jeweiligen Vor- und Nachteile vorzustellen. Im weiteren Text wird zunächst eine Standardauswahl beschrieben (die im Titel durch "Standard:" gekennzeichnet ist), und anschließend die anderen Wahlmöglichkeiten (markiert durch "Alternativ:"). Die Standardauswahl ist nicht unbedingt das, was wir empfehlen. Es ist der Weg, von dem wir denken, dass ihn die meisten Gentoo-Benutzer nehmen werden.

Manchmal können Sie optionalen Schritten folgen. Solche Schritte sind als "Optional:" gekennzeichnet und nicht unbedingt notwendig, um Gentoo zu installieren. Dennoch können optionale Schritte von vorherigen Entscheidungen abhängen. Wir informieren Sie, wenn das passiert. Sowohl wenn Sie die Entscheidung treffen, als auch wenn der optionale Schritt beschrieben wird.

Installationsoptionen von Gentoo

Gentoo kann auf vielen verschiedenen Wegen installiert werden. Sie können ein offizielles Gentoo Installationsmedium wie die Images für unsere CDs und DVDs herunterladen. Dieses Image kann auf einen USB-Stick kopiert oder aus dem Netzwerk gebootet werden. Alternativ können Sie Gentoo von einem nicht offiziellem Medium, wie zum Beispiel aus einer bereits installierten Distribution heraus oder von einem anderen, nicht von Gentoo herausgegebenen, bootbaren Datenträger (wie z.B. Knoppix) installieren.

Dieses Dokument beschreibt die Installation mit einem offiziellen Gentoo Installations-Datenträger, oder, in bestimmten Fällen, Netboot. Wir gehen davon aus, dass Sie die aktuellste Version eines jeden Pakets installieren wollen.

Notiz
Für weitere Hilfe zu den anderen Installationsmöglichkeiten, einschließlich der Nutzung von nicht-Gentoo CDs, lesen Sie bitte unseren Leitfaden über alternative Installationsmethoden.

Wir bieten ebenfalls ein Gentoo Installation Tipps & Tricks-Dokument, das weitere nützliche Informationen enthält.

Probleme?

Wenn Sie ein Problem während der Installation (oder in der Dokumentation) entdecken, schauen Sie bitte in unserem Bug-Tracking-System, ob der Fehler bereits bekannt ist. Wenn nicht, erstellen Sie bitte einen Fehlerbericht, damit wir uns der Sache annehmen können. Haben Sie keine Angst vor den Entwicklern, denen Ihr Fehlerbericht zugeteilt wird -- für gewöhnlich essen sie keine Menschen.

Beachten Sie aber, dass dieses Dokument, welches Sie gerade lesen, architekturspezifisch ist, auch wenn es Referenzen zu anderen Architekturen enthält. Dies liegt daran, dass große Teile des Gentoo Handbuchs Textquellen verwenden, welche für alle Architekturen gleichermaßen verwendet werden (um doppelten Arbeitsaufwand und die Verschwendung von Entwicklungsressourcen zu verhindern). Wir werden versuchen dies auf ein Minimum zu beschränken um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Problem ein Benutzerproblem ist (ein Fehler, den Sie trotz sorgfältiger Lektüre dieser Dokumentation machen) oder ein Softwareproblem (ein Fehler, den wir trotz sorgfältigen Tests der Installation/Dokumentation begangen haben) sollten Sie den Channel #gentoo-de im irc.freenode.net Netz besuchen, ansonsten sind Sie natürlich auch so willkommen, da unser Chat-Channel alle Gentoo-Themen abdeckt.

Apropos, wenn Sie eine weitere Frage hinsichtlich Gentoo haben, werfen Sie zunächst einen Blick in den Artikel häufig gestellten Fragen (FAQ) hier im Wiki. Sie können auch die FAQs in unserem Forum lesen.



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Hardware-Anforderungen

Bevor wir loslegen, listen wir die Hardware-Anforderungen für eine erfolgreiche Gentoo-Installation auf Ihrem -System auf.

Handbook:Parts/Blocks/HWReqs/de

Gentoo Linux Installations-Medien

Minimal-Installations-CD

Notiz
Seit dem 23. August 2018 können die offiziellen Minimal-Installations-CDs im UEFI-Modus booten. Frühere Versionen booten nur im BIOS (MBR) Modus. Anwender, die ihr System im UEFI-Modus booten wollen, müssen das neueste ISO-Image herunterladen.

Die Gentoo Minimal-Installations-CD ist bootfähiges Image, das eine eigene Gentoo-Umgebung enthält. Sie erlaubt es Ihnen, Linux von der CD oder von einem anderen Installationsmedium zu booten. Während des Bootvorgangs wird Ihre Hardware erkannt und die entsprechenden Treiber werden geladen. Das Image wird von den Gentoo-Entwicklern gepflegt und ermöglicht es Gentoo zu installieren, wenn eine aktive Internetverbindung verfügbar ist.

Die Minimal-Installations-CD heißt: install--minimal-<release>.iso.

Die gelegentlich erscheinende Gentoo LiveDVD

Gelegentlich stellt das Gentoo Ten Projekt eine spezielle DVD zusammen, die auch zur Installation von Gentoo benutzt werden kann. Die weiteren Anweisungen in diesem Kapitel beziehen sich auf die Minimal-Installations-CD und könnten deshalb etwas abweichen. Auf der LiveDVD (oder jeder anderen bootbaren Linux-Umgebung) können Sie einen Root-Prompt durch Ausführen von sudo su - oder sudo -i in einem Terminal erhalten.

Was sind bitte Stages?

Ein Stage3 Tar-Archiv (tarball) ist ein Archiv, das eine minimale Gentoo-Umgebung enthält. Dieses ist dazu geeignet, die Gentoo-Installation mit den Anweisungen in diesem Handbuch fortzuführen. In der Vergangenheit beschrieb das Gentoo-Handbuch die Installation unter Verwendung eines von drei Stage Tar-Archiven. Obwohl Gentoo weiterhin die Stage1 und Stage2 Tar-Archive bereitstellt, verwendet die offizielle Installationsmethode nur ein Stage3 Tar-Archiv. Wenn Sie daran interessiert sind, eine Gentoo-Installation mit einem Stage1 oder Stage2 Tar-Archiv durchzuführen, lesen Sie bitte folgenden Abschnitt in der Gentoo FAQ: Wie installiere ich Gentoo mit einem Stage1 oder Stage2 Tar-Archiv?

Stage3 Tar-Archive können aus dem Verzeichnis releases//autobuilds/ von einem der offiziellen Gentoo Spiegel-Server (Mirror-Server) heruntergeladen werden. Stage3 Tar-Archive werden häufig aktualisiert und sind nicht auf den Installations-Images enthalten.

Herunterladen

Herunterladen von Minimal-Installations-CDs

Die Standard-Installations-Medien, die Gentoo Linux verwendet, sind die Minimal-Installations-CDs. Sie enthalten eine bootfähige, sehr kleine Gentoo Linux-Umgebung mit allen wichtigen Tools für eine Gentoo Installation. Die CD-Images selbst können heruntergeladen werden von der Download Seite (empfohlen) oder manuell von einem der zahlreichen Gentoo Spiegel-Server (Mirrors).

Wenn Sie von einem Spiegel-Server herunterladen, finden Sie die Minimal-Installations-CDs wie folgt:

  1. Gehen Sie in das Verzeichnis releases/
  2. Gehen Sie in das Verzeichnis für die richtige Architektur, z.B. /
  3. Gehen Sie in das Verzeichnis autobuilds/
  4. Für die Architekturen amd64 und x86: gehen Sie in das Verzeichnis current-install-amd64-minimal/ bzw. current-install-x86-minimal/. Für alle anderen Architekturen: gehen Sie in das Verzeichnis current-iso/.
Notiz
Für einige Architekturen wie arm, mips oder s390 gibt es keine Minimal-Installations-CDs. Zurzeit unterstützt das Gentoo Release Engineering project nicht das Bauen von .iso Images für diese Architekturen.

In diesem Verzeichnis ist die Minimal-Installations-CD-Datei diejenige mit der Dateinamen-Endung .iso. Schauen Sie sich beispielsweise folgendes Listing an:

CODE Beispiel-Listing des Verzeichnisses releases//autobuilds/current-iso/
[DIR] hardened/                                          05-Dec-2014 01:42    -   
[   ] install--minimal-20141204.iso                 04-Dec-2014 21:04  208M  
[   ] install--minimal-20141204.iso.CONTENTS        04-Dec-2014 21:04  3.0K  
[   ] install--minimal-20141204.iso.DIGESTS         04-Dec-2014 21:04  740   
[TXT] install--minimal-20141204.iso.DIGESTS.asc     05-Dec-2014 01:42  1.6K  
[   ] stage3--20141204.tar.bz2                      04-Dec-2014 21:04  198M  
[   ] stage3--20141204.tar.bz2.CONTENTS             04-Dec-2014 21:04  4.6M  
[   ] stage3--20141204.tar.bz2.DIGESTS              04-Dec-2014 21:04  720   
[TXT] stage3--20141204.tar.bz2.DIGESTS.asc          05-Dec-2014 01:42  1.5K

In dem obigen Beispiel ist die Datei install--minimal-20141204.iso die Minimal-Installations-CD. Wie Sie sehen, existieren aber auch noch weitere, zugehörige Dateien:

  • Eine .CONTENTS-Datei, die eine Textdatei ist, die alle verfügbaren Dateien in der Minimal-Installations-CD auflistet. Diese Datei kann nützlich sein, um zu prüfen, ob bestimmte Firmwares oder Treiber auf der "Minimal-Installations-CD" vorhanden sind, ohne sie zuvor herunterzuladen.
  • Eine .DIGESTS-Datei, die den Hash der ISO-Datei selbst beinhaltet, mit verschiedensten Hash-Formaten/Algorithmen. Diese Datei kann verwendet werden, um zu verifizieren, ob die heruntergeladene ISO-Datei korrupt ist oder nicht.
  • Eine .DIGESTS.asc-Datei, die nicht nur den Hash der ISO-Datei (wie die .DIGESTS-Datei) beinhaltet, sondern auch eine kryptografische Signatur dieser. Diese kann sowohl dazu verwendet werden, um zu verifizieren, ob die heruntergeladene ISO-Datei korrupt ist oder nicht, als auch um zu verifizieren, dass der Download tatsächlich vom Gentoo Release-Engineering-Team bereitgestellt wurde und nicht manipuliert wurde.

Die weiteren verfügbaren Dateien in diesem Verzeichnis können Sie zunächst ignorieren; wir kommen später darauf zurück. Laden Sie die .iso-Datei herunter. Falls Sie den Download verifizieren wollen, auch die .DIGESTS.asc-Datei für die .iso-Datei. Die .CONTENTS-Datei müssen Sie nicht herunterladen, da wir im Folgenden nicht weiter darauf eingehen; die .DIGESTS-Datei enthält dieselben Informationen wie die .DIGESTS.asc-Datei, abgesehen von der zusätzlichen Signatur in der letzteren.

Verifikation der heruntergeladenen Dateien

Hinweis
Dies ist ein optionaler Schritt, der für die Installation von Gentoo Linux nicht notwendig ist. Er ist aber empfohlen, um sicherzustellen, dass die heruntergeladene Datei nicht korrupt ist und tatsächlich vom Gentoo Infrastruktur-Team stammt.

Mit den .DIGESTS- und .DIGESTS.asc-Dateien können Sie die Validität der ISO-Datei mit den richtigen Tools prüfen. Diese Überprüfung geschieht üblicherweise in zwei Schritten:

  1. Zunächst wird die kryptografische Signatur validiert, um sicherzustellen, dass die Installationsdatei vom Gentoo Release-Engineering-Team bereitgestellt wurde.
  2. Falls dem so ist, wird dann die Prüfsumme verifiziert, um sicherzustellen, dass die heruntergeladene Datei selbst nicht korrupt ist.

Microsoft Windows basierte Verifikation

Auf einem Microsoft Windows-System liegen die richtigen Tools zur Verifikation von Prüfsummen und kryptografischen Signaturen sehr wahrscheinlich noch nicht vor.

Um die kryptografische Signatur zu verifizieren, können Sie Tools wie GPG4Win verwenden. Nach dessen Installation müssen Sie die öffentlichen Schlüssel des Gentoo Release-Engineering-Teams importieren. Die Liste der Schlüssel finden Sie auf der Signaturen-Seite. Sind diese importiert, können Sie die Signatur der Datei .DIGESTS.asc verifizieren.

Wichtig
Dies verifiziert nicht, dass die Datei .DIGESTS korrekt ist, sondern nur dass die Datei .DIGESTS.asc korrekt ist. Das bedeutet auch, dass die Prüfsumme gegen die Werte aus der Datei .DIGESTS.asc verifiziert werden sollte; aus diesem Grund wurde oben auch nur die Datei .DIGESTS.asc heruntergeladen.

Die Prüfsumme selbst kann dann mit der Anwendung Hashcalc verifiziert werden, aber es gibt auch viele weitere Tools dafür. Die meisten dieser Tools zeigen einfach die berechnete Prüfsumme an und der Anwender wird dann aufgefordert, diese mit dem Wert aus der Datei .DIGESTS.asc zu vergleichen.

Linux basierte Verifikation

Auf einem Linux-System ist die verbreitetste Methode zur Verifikation von kryptografischen Signaturen die Verwendung der Software app-crypt/gnupg. Wenn dieses Paket installiert ist, können Sie die folgenden Befehle verwenden, um die kryptografische Signatur der Datei .DIGESTS.asc zu prüfen.

Laden Sie zunächst die richtigen Schlüssel von der Signaturen-Seite herunter:

user $gpg --keyserver hkps://hkps.pool.sks-keyservers.net --recv-keys 0xBB572E0E2D182910
gpg: requesting key 0xBB572E0E2D182910 from hkp server pool.sks-keyservers.net
gpg: key 0xBB572E0E2D182910: "Gentoo Linux Release Engineering (Automated Weekly Release Key) <releng@gentoo.org>" 1 new signature
gpg: 3 marginal(s) needed, 1 complete(s) needed, classic trust model
gpg: depth: 0  valid:   3  signed:  20  trust: 0-, 0q, 0n, 0m, 0f, 3u
gpg: depth: 1  valid:  20  signed:  12  trust: 9-, 0q, 0n, 9m, 2f, 0u
gpg: next trustdb check due at 2018-09-15
gpg: Total number processed: 1
gpg:         new signatures: 1

Verifizieren Sie dann die kryptografische Signatur der Datei .DIGESTS.asc:

user $gpg --verify install--minimal-20141204.iso.DIGESTS.asc
gpg: Signature made Fri 05 Dec 2014 02:42:44 AM CET
gpg:                using RSA key 0xBB572E0E2D182910
gpg: Good signature from "Gentoo Linux Release Engineering (Automated Weekly Release Key) <releng@gentoo.org>" [unknown]
gpg: WARNING: This key is not certified with a trusted signature!
gpg:          There is no indication that the signature belongs to the owner.
Primary key fingerprint: 13EB BDBE DE7A 1277 5DFD  B1BA BB57 2E0E 2D18 2910

Um absolut sicher zu sein, dass alles richtig ist, verifizieren Sie den angezeigten Fingerabdruck gegen den Fingerabdruck auf der Gentoo-Signaturen-Seite.

Nun da die kryptografische Signatur validiert wurde, verifizieren Sie die Prüfsumme, um sicherzustellen, dass die heruntergeladene ISO-Datei nicht korrupt ist. Die Datei .DIGESTS.asc enthält mehrere Hash-Algorithmen; betrachten Sie zunächst die Prüfsumme die in der Datei .DIGESTS.asc aufgezeichnet wurde. Um beispielsweise die SHA512-Prüfsumme zu erhalten:

user $grep -A 1 -i sha512 install--minimal-20141204.iso.DIGESTS.asc
# SHA512 HASH
364d32c4f8420605f8a9fa3a0fc55864d5b0d1af11aa62b7a4d4699a427e5144b2d918225dfb7c5dec8d3f0fe2cddb7cc306da6f0cef4f01abec33eec74f3024  install--minimal-20141204.iso
--
# SHA512 HASH
0719a8954dc7432750de2e3076c8b843a2c79f5e60defe43fcca8c32ab26681dfb9898b102e211174a895ff4c8c41ddd9e9a00ad6434d36c68d74bd02f19b57f  install--minimal-20141204.iso.CONTENTS

In der obigen Ausgabe werden zwei SHA512-Prüfsummen angezeigt - eine für die Datei install--minimal-20141204.iso und eine für die zugehörige Datei .CONTENTS. Uns interessiert hier nur die erste Prüfsumme, welche wir nun mit der berechneten SHA512-Prüfsumme vergleichen wollen, die wir wie folgt erhalten:

user $sha512sum install--minimal-20141204.iso
364d32c4f8420605f8a9fa3a0fc55864d5b0d1af11aa62b7a4d4699a427e5144b2d918225dfb7c5dec8d3f0fe2cddb7cc306da6f0cef4f01abec33eec74f3024  install--minimal-20141204.iso

Da beide Prüfsummen übereinstimmen, ist die Datei nicht korrupt und wir können mit der Installation weitermachen.

Brennen einer CD

Da die ISO-Datei bisher nur heruntergeladen wurde, können wir damit die Gentoo Linux-Installation noch nicht beginnen. Die ISO-Datei muss noch auf eine CD gebrannt werden, von der dann gestartet wird. Dabei muss der Inhalt der ISO auf die CD gebrannt werden, nicht die Datei selbst. Im Folgenden werden einige verbreitete Methoden beschrieben, ausführlichere Anweisungen finden Sie in unserer FAQ zum Brennen einer ISO-Datei.

Brennen mit Microsoft Windows

Unter Microsoft Windows gibt es eine Reihe von Tools, die das Brennen von ISOs auf CDs unterstützen.

  • In EasyCD Creator wählen Sie Datei, CD von CD-Abbild erstellen. Ändern Sie dann die Dateitypen auf ISO-Image-Datei. Suchen Sie dann die ISO-Datei und klicken Sie Öffnen. Wenn Sie auf Brennen starten klicken, wird die ISO-Datei korrekt auf die CD-R gebrannt.
  • In Nero Burning ROM, beenden Sie zunächst den Wizard, der automatisch gestartet wird, und wählen Sie dann Image brennen im Datei-Menü. Wählen Sie das Image aus und klicken Sie Öffnen. Klicken Sie nun auf den Brennen-Button und schauen Sie zu, wie die neue CD gebrannt wird.

Brennen mit Linux

Unter Linux kann die ISO-Datei auf eine CD gebrannt werden mit dem Befehl cdrecord, welches Teil des Pakets app-cdr/cdrtools ist.

Um bspw. die ISO-Datei auf die CD, die sich im Laufwerk /dev/sr0 (dies ist das erste CD-Laufwerk im System - ersetzen Sie dieses mit dem richtigen Gerät bei Ihnen) befindet, zu brennen:

user $cdrecord dev=/dev/sr0 install--minimal-20141204.iso

Benutzer, die eine grafische Benutzeroberfläche vorziehen, können K3B verwenden, welches Teil des Pakets kde-apps/k3b ist. In K3B, wählen Sie Tools und dann CD-Image brennen. Folgen Sie dann den Anweisungen von K3B.

Booten

Handbook:Parts/Blocks/Booting/de

Erweiterte Hardwarekonfiguration

Wenn das Installations-Medium bootet, versucht es alle Hardwaregeräte zu erkennen und die entsprechenden Kernelmodule zu laden. In den allermeisten Fällen funktioniert dies wunderbar. Dennoch kann es in einzelnen Fällen passieren, dass nicht alle benötigten Module automatisch geladen werden. Wenn die PCI-Autoerkennung einen Teil Ihres Systems nicht erkennt, müssen Sie die entsprechenden Kernelmodule manuell laden.

Im nächsten Beispiel versuchen wir das 8139too-Modul zu laden (Unterstützung für verschiedene Arten von Netzwerkkarten):

root #modprobe 8139too

Optional: Benutzerkonten

Wenn Sie planen, anderen Leuten Zugriff auf Ihre Installation zu geben oder mit irssi ohne root-Rechte chatten möchten (aus Sicherheitsgründen), müssen Sie die notwendigen Benutzerkonten anlegen und das root-Passwort auf ein sicheres Passwort setzen.

Um das root-Passwort zu ändern benutzen Sie das passwd-Tool:

root #passwd
New password: (Geben Sie das neue Passwort ein)
Re-enter password: (Geben Sie das Passwort erneut ein)

Um ein Benutzerkonto zu erstellen, geben wir zunächst die Details zur Person ein, gefolgt vom zugehörigen Passwort. Wir benutzen useradd und passwd für diese Aufgaben.

Im nächsten Beispiel erstellen wir einen Benutzer namens john:

root #useradd -m -G users john
root #passwd john
New password: (Geben Sie das Passwort von john ein)
Re-enter password: (Geben Sie erneut das Passwort von john ein)

Sie können vom (aktuellen) Benutzer root zum neu erstellten Benutzer mit su wechseln:

root #su - john

Optional: Lesen der Dokumentation während der Installation

TTYs

Wenn Sie das Gentoo Handbuch während der Installation lesen wollen, stellen Sie sicher, dass Sie einen Benutzeraccount angelegt haben (siehe Optional: Benutzerkonten). Drücken Sie dann Alt+F2, um auf ein neues Terminal zu wechseln.

Sie können das Gentoo-Handbuch während der Installation mit links anschauen - natürlich erst, sobald Ihre Internetverbindung aufgesetzt ist.

user $links https://wiki.gentoo.org/wiki/Handbook:Parts/de

Sie können auf Ihr Ausgangsterminal mittels Alt+F1 zurückwechseln.

GNU Screen

Das Programm GNU Screen ist auf offiziellen Gentoo Installationsmedien standardmäßig enthalten. Für den erfahrenen Linux Enthusiasten könnte es effizienter sein, screen zu benutzen, um sich die Installationsanleitung anzusehen, als die oben beschriebenen Multi-TTY-Methode.

Optional: Starten des SSH-Daemons

Wenn Sie anderen Benutzern während der Installation von Gentoo Zugriff auf Ihren Rechner geben wollen (vielleicht weil diese Sie bei der Installation von Gentoo unterstützen oder diese für Sie durchführen), müssen Sie ein Benutzerkonto für diese Person erstellen (wie zuvor beschrieben) und den SSH-Daemon starten.

Um den SSH-Daemon auf einer Maschine mit OpenRC Init-System zu starten, führen Sie folgenden Befehl aus:

root #rc-service sshd start
Hinweis
Wenn Sie (oder ein anderer Benutzer) sich in das System einloggen, werden Sie eine Meldung sehen, dass der Host-Key für dieses System (anhand eines sogenannten Fingerprints) bestätigt werden muss. Dieses Verhalten ist typisch und zu erwarten bei dem erstmaligen Verbindungsaufbau zu einem SSH-Server. Wenn Ihr System aber später aufgesetzt ist und Sie sich dann in das neue System einloggen, wird Ihr SSH-Client Sie warnen, dass sich der Host-Key geändert hat. Aus der Sicht Ihres SSH-Clients loggen Sie sich in einen anderen Server ein (nämlich Ihr neu installiertes Gentoo-System anstelle der Live-Umgebung in der Sie sich gerade befinden). Wenn Sie dann diese Warnung erhalten, befolgen Sie die ausgegebenen Anweisungen, um den Host-Key auf dem Client-System zu ersetzen.

Um sshd nutzen zu können, müssen Sie zunächst das Netzwerk einrichten. Setzen Sie die Installation mit der Konfiguration des Netzwerks fort.



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Automatische Netzwerk-Erkennung

Vielleicht funktioniert es einfach?

Wenn sich Ihr System in einem Ethernet-Netzwerk mit einem DHCP-Server befindet, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Netz bereits konfiguriert ist. Sie können nun die zahlreichen Netzwerktools auf der Installations-CD wie zum Beispiel ssh, scp, ping, irssi, wget und links nutzen.

Ermitteln der Interface-Namen

ifconfig

Wenn das Netzwerk bereits konfiguriert wurde, zeigt Ihnen der Befehl ifconfig weitere Netzwerkschnittstellen neben lo an. In dem folgenden Beispiel erscheint eth0.

root #ifconfig
eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr 00:50:BA:8F:61:7A
          inet addr:192.168.0.2  Bcast:192.168.0.255  Mask:255.255.255.0
          inet6 addr: fe80::50:ba8f:617a/10 Scope:Link
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:1498792 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:1284980 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:1984 txqueuelen:100
          RX bytes:485691215 (463.1 Mb)  TX bytes:123951388 (118.2 Mb)
          Interrupt:11 Base address:0xe800 

Als Folge des Wechsels zu predictable network interface names, kann sich der Interface-Name deutlich von der alten "eth0"-Namens-Konvention unterscheiden. Aktuelle Installations-Medien zeigen möglicherweise Namen an wie: eno0, ens1, oder enp5s0. Suchen Sie nach dem Interface in der Ausgabe von ifconfig, das eine IP-Adresse aus Ihrem lokalen Netwerk hat.

Tip
Wenn die Ausgabe von ifconfig keine Interfaces anzeigt, starten Sie das Kommando noch einmal mit der Option -a. Mit dieser Option zeigt ifconfig alle vom System erkannten Interfaces, unabhängig davon, ob sie im Zustand "up" oder "down" sind. Wenn ifconfig -a keine Interfaces anzeigt, ist entweder die Hardware defekt oder der erforderliche Kernel-Treiber ist nicht geladen. Beide Fälle können nicht in diesem Handbuch besprochen werden. Bitte kontaktieren Sie #gentoo für Hilfe.

ip

Als Alternative zu ifconfig kann zur Anzeige von Interface-Namen das Kommando ip verwendet werden. Das folgende Beispiel zeigt die Ausgabe von ip addr. Die ausgegebenen Daten unterscheiden sich vom letzten Beispiel, weil das ip-Kommando auf einem anderen System eingegeben wurde:

root #ip addr
2: eno1: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP group default qlen 1000
    link/ether e8:40:f2:ac:25:7a brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 10.0.20.77/22 brd 10.0.23.255 scope global eno1
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 fe80::ea40:f2ff:feac:257a/64 scope link 
       valid_lft forever preferred_lft forever

Der Interface-Name in dem obigen Beispiel folgt hinter der Nummer - er ist eno1.

In dem Rest dieses Dokuments geht das Handbuch davon aus, dass das genutzte Netzwerk-Interface den Namen eth0 hat.

Optional: Konfiguration eines Proxies

Wenn Sie auf das Internet nur über einen Proxy-Server zugreifen können, müssen Sie während der Installation das System für die Verwendung des Proxy-Servers vorbereiten. Das ist aber recht einfach. Sie müssen dazu lediglich eine Variable mit den Informationen über den Proxy-Server setzen.

In den meisten Fällen können Sie den Hostnamen des Proxy-Servers in die Variable schreiben. Nehmen wir an, der Server ist proxy.gentoo.org und der Port ist 8080.

Zur Einrichtung eines HTTP-Proxies (für HTTP- und HTTPS-Traffic):

root #export http_proxy="http://proxy.gentoo.org:8080"

Zur Einrichtung eines FTP-Proxies:

root #export ftp_proxy="ftp://proxy.gentoo.org:8080"

Zur Einrichtung eines RSYNC-Proxies:

root #export RSYNC_PROXY="proxy.gentoo.org:8080"

Wenn der Proxy-Server einen Benutzernamen und Passwort erfordert, sollten Sie die folgende Syntax in der Variable verwenden:

CODE Adding username/password to the proxy variable
http://username:password@proxy.gentoo.org:8080

Das Netzwerk testen

Dazu können Sie beispielsweise den DNS-Server Ihres Internetanbieters "anpingen". Die Adresse dieses Servers finden Sie in /etc/resolv.conf. Außerdem sollten Sie eine Webseite Ihrer Wahl "pingen". So stellen Sie sicher, dass Sie sowohl mit dem Internet verbunden sind, als auch, dass Ihre Namensauflösung korrekt funktioniert.

root #ping -c 3 www.gentoo.org

Wenn Sie nun in der Lage sind, Ihr Netzwerk zu verwenden, dann können Sie den Rest dieses Kapitels überspringen und mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren. Wenn nicht, lesen Sie bitte weiter.

Automatische Netzwerk-Konfiguration

Wenn die Netzwerkverbindung nicht gleich zu Stande kommt, beinhalten einige Installationsmedien den Befehl net-setup (für normale und drahtlose Verbindungen) oder pppoe-setup (für ADSL-Verbindungen) bzw. pptp (für PPTP-Benutzer).

Wenn Ihr Installationsmedium das entsprechende Tool nicht enthält oder Ihre Netzwerkverbindung noch nicht funktioniert, so fahren Sie bitte mit folgendem Abschnitt fort: Manuelle Netzwerkkonfiguration.

Standard: Verwendung von net-setup

Der einfachste Weg die Netzwerkverbindung zu konfigurieren, falls die automatische Konfiguration fehlgeschlagen sein sollte, ist das Skript net-setup auszuführen:

root #net-setup eth0

net-setup wird Ihnen einige Fragen bezüglich Ihrer Netzwerkumgebung stellen. Haben Sie alle Fragen beantwortet, sollten Sie eine funktionsfähige Netzwerkverbindung haben. Testen Sie Ihr Netzwerk wieder, wie oben beschrieben. Sollten die Tests funktionieren, so haben Sie es geschafft; Sie können nun mit der Installation von Gentoo fortfahren. Überspringen Sie den Rest dieses Kapitels und fahren Sie mit der Vorbereitung der Festplatte(n) fort.

Sollte Ihr Netzwerk nun immer noch nicht funktionieren, fahren Sie bitte mit Manuelle Netzwerkkonfiguration fort.

Alternativ: Verwendung von PPP

Für den Fall, dass Sie PPPoE benötigen, um eine Verbindung mit dem Internet herzustellen, bringt die Installations-CD (in jeder Version) das Tool ppp mit. Verwenden Sie das Skript pppoe-setup, um Ihre Verbindung zu konfigurieren. Sie werden nach der Netzwerkkarte gefragt, die mit Ihrem DSL-Modem verbunden ist, dem Benutzernamen und nach Ihrem Kennwort. Ferner geben Sie noch die IP-Adressen der DNS-Server des Providers ein und ob Sie eine Firewall benötigen oder nicht.

root #pppoe-setup
root #pppoe-start

Wenn etwas schief gehen sollte, überprüfen Sie bitte, ob Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort richtig eingegeben haben, indem Sie die Datei /etc/ppp/pap-secrets bzw. /etc/ppp/chap-secrets einsehen. Stellen Sie bitte auch sicher, dass Sie die richtige Netzwerkkarte verwenden. Wenn Ihre Netzwerkkarte im System nicht erkannt wird, müssen Sie das entsprechende Kernelmodul laden. In diesem Fall müssen Sie mit der Manuellen Konfiguration des Netzwerks fortfahren. Dort gehen wir näher auf das Laden der entsprechenden Kernelmodule ein.

Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem nächsten Kapitel, Vorbereiten der Festplatte(n), fort.

Alternativ: Verwendung von PPTP

Wenn Sie PPTP-Unterstüzung benötigen, können Sie das Programm pptpclient, das Ihnen von der Installations-CD bereitgestellt wird, verwenden. Allerdings müssen Sie vorher sichergehen, dass Ihre Konfiguration korrekt ist. Dazu editieren Sie die Datei /etc/ppp/pap-secrets oder /etc/ppp/chap-secrets, so dass diese die korrekte Benutzername/Kennwort-Kombination beinhalten.

root #nano -w /etc/ppp/chap-secrets

Wenn nötig, sollten Sie nun noch /etc/ppp/options.pptp anpassen:

root #nano -w /etc/ppp/options.pptp

Nun geben Sie den Befehl pptp (mit den Optionen, die Sie in options.pptp setzen könnten) ein, um sich mit dem Server zu verbinden.

root #pptp <server ip>

Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.

Manuelle Netzwerk-Konfiguration

Die richtigen Kernelmodule laden

Wenn die Installations-CD bootet, versucht sie alle Ihre Hardwaregeräte zu erkennen und lädt automatisch die entsprechenden Kernelmodule (Treiber). In den allermeisten Fällen funktioniert dies sehr gut. Allerdings kann es vorkommen, dass ein Kernelmodul nicht automatisch geladen wird.

Wenn net-setup oder pppoe-setup fehlschlagen, dann ist es möglich, dass Ihre Netzwerkkarte nicht sofort gefunden wurde. Das bedeutet, dass Sie das entsprechende Kernelmodul manuell laden müssen.

Verwenden Sie ls, um herauszufinden, welche Netzwerk-Kernelmodule von Gentoo bereitgestellt werden.

root #ls /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/net

Wenn Sie einen Treiber für Ihre Netzwerkkarte gefunden haben, laden Sie diesen mit modprobe. Zum Beispiel für das Modul pcnet32:

root #modprobe pcnet32

Benutzen Sie ifconfig zum Prüfen, ob das Modul geladen wurde. Eine erkannte Netzwerkkarte würde in etwa diese Ausgabe ergeben (bedenken Sie, dass eth0 wieder nur ein Beispiel ist):

root #ifconfig eth0
eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr FE:FD:00:00:00:00  
          BROADCAST NOARP MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:0 txqueuelen:0 
          RX bytes:0 (0.0 b)  TX bytes:0 (0.0 b)

Wenn Sie stattdessen diesen Fehler erhalten, dann wurde Ihre Karte nicht erkannt.

root #ifconfig eth0
eth0: error fetching interface information: Device not found

Die verfügbaren Netzwerkkarten in Ihrem System können über das /sys-Dateisystem aufgelistet werden:

root #ls /sys/class/net
dummy0  eth0  lo  sit0  tap0  wlan0

In obigem Beispiel wurden 6 Netzwerkkarten gefunden. Die Netzwerkkarte eth0 ist sehr wahrscheinlich die (kabelgebundene) Ethernet-Schnittstelle, wohingegen wlan0 die kabellose (WLAN) sein wird.

Wurde Ihre Netzwerkkarte erkannt, so können Sie nun erneut net-setup oder pppoe-setup ausprobieren (diese sollten nun funktionieren). Wir erklären Ihnen aber auch noch, wie man das Netzwerk manuell einrichtet.

Wählen Sie je nach Netzwerk-Setup einen der folgenden Abschnitte:

Verwendung von DHCP

DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ermöglicht es die gesamte Netzwerkkonfiguration (IP-Adresse, Netzwerkmaske, Broadcast-Adresse, Gateway, DNS-Server etc.) dynamisch von einem Server zu beziehen. Das funktioniert logischerweise nur, wenn Sie einen DHCP-Server in Ihrem LAN haben oder Ihr Provider einen solchen Dienst anbietet. Benutzen Sie dhcpcd:

root #dhcpcd eth0

Einige Netzwerkadministratoren erfordern es, dass der Host- und Domainname, die vom DHCP-Server angeboten werdden, vom System genutzt werden. In diesem Fall verwenden Sie:

root #dhcpcd -HD eth0

Wenn das funktioniert (versuchen Sie einen Internet-Server zu pingen, z.B. Googles 8.8.8.8 oder Cloudflares 1.1.1.1), dann sind Sie fertig mit der Konfiguration des Netzwerks und können mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.

Vorbereitung für drahtlosen Zugriff

Hinweis
Die Unterstützung für das Kommando iw kann architekturspezifisch sein. Wenn das Kommando nicht verfügbar ist, schauen Sie ob das Paket net-wireless/iw für die gewählte Architektur verfügbar ist. Das Kommando iw wird erst dann zur Verfügung stehen, wenn das Paket net-wireless/iw installiert ist.

Wenn Sie eine WLan-Karte (802.11) benutzen, müssen Sie Einstellungen zur Nutzung der Karte einrichten, bevor es weiter gehen kann. Um sich die aktuellen Einstellungen der Karte anzuschauen, benutzen Sie iw. iw zeigt Ihnen möglicherweise etwas wie dies:

root #iw dev wlp9s0 info
Interface wlp9s0
	ifindex 3
	wdev 0x1
	addr 00:00:00:00:00:00
	type managed
	wiphy 0
	channel 11 (2462 MHz), width: 20 MHz (no HT), center1: 2462 MHz
	txpower 30.00 dBm

Um zu überprüfen, ob eine Verbindung besteht:

root #iw dev wlp9s0 link
Not connected.

oder

root #iw dev wlp9s0 link
Connected to 00:00:00:00:00:00 (on wlp9s0)
	SSID: GentooNode
	freq: 2462
	RX: 3279 bytes (25 packets)
	TX: 1049 bytes (7 packets)
	signal: -23 dBm
	tx bitrate: 1.0 MBit/s
Hinweis
Einige drahtlose Netzwerkkarten benutzen einen Gerätenamen wie wlan0 oder ra0 anstelle von wlp9s0. Führen Sie ip link aus, um den korrekten Gerätenamen zu ermitteln.

Für die meisten Benutzer sind zum Herstellen einer Verbindung nur zwei Einstellungen notwendig: die ESSID (der Name des drahtlosen Netzes) und optional der WEP Key.

  • Stellen Sie als erstes sicher, dass das Interface im Zustand "up" ist:
root #ip link set dev wlp9s0 up
  • Um eine Verbindung mit einem offenen Netzwerk mit Namen GentooNode herzustellen:
root #iw dev wlp9s0 connect -w GentooNode
  • Wenn das Netzwerk nicht offen, sondern mit WEP verschlüsselt ist, und Sie einen WEP-Schlüssel im hexadezimalen Format haben: schreiben Sie das Prefix d: vor den Schlüssel:
root #iw dev wlp9s0 connect -w GentooNode key 0:d:1234123412341234abcd
  • Wenn Sie einen WEP-Schlüssel im ASCII-Format haben:
root #iw dev wlp9s0 connect -w GentooNode key 0:some-password
Hinweis
Falls Ihr drahtloses Netzwerk WPA oder WPA2 benutzt, werden Sie wpa_supplicant verwenden müssen. Für weitere Informationen zur Konfiguration drahtloser Netzwerke unter Gentoo Linux, lesen Sie bitte das Kapitel Drahtlose Netzwerkfunktionalität des Gentoo Handbuchs.

Sie können Ihre Einstellungen nun nochmal mit iw dev wlp9s0 link überprüfen. Wenn Sie Ihr WLAN nun eingerichtet haben, können Sie mit der Konfiguration der IP-Optionen wie im nächsten Abschnitt Verstehen der Netzwerk-Terminologie fortfahren oder net-setup benutzen, wie vorhin beschrieben.

Verstehen der Netzwerk-Terminologie

Hinweis
Wenn Sie Ihre IP-Adresse, Broadcast-Adresse, Netzmaske und DNS-Server kennen, dann können Sie diesen Teil beruhigt überspringen. Fahren Sie in diesem Fall mit Benutzen von ifconfig und route fort.

Wenn alles obige fehlschlägt, müssen Sie Ihr Netzwerk manuell einrichten. Dies ist überhaupt nicht schwierig. Jedoch müssen Sie mit einiger Netzwerkterminologie vertraut sein, denn Sie werden diese benötigen, um Ihr Netzwerk zu Ihrer Zufriedenheit konfigurieren zu können. Nachdem Sie dies gelesen haben, werden Sie wissen, was ein Gateway ist, wozu eine Netzmaske dient, wie eine Broadcast-Adresse aufgebaut ist und warum Sie Nameserver benötigen.

In einem Netzwerk werden die Computer über Ihre IP-Adresse (Internet Protocol Address) identifiziert. Diese Adresse ist eine Kombination aus vier Nummern zwischen 0 und 255. Jedenfalls nehmen wir das so wahr. In Wirklichkeit ist eine IP-Adresse eine 32-Bit-Folge (Nullen und Einsen). Hier ein Beispiel:

CODE Beispiel einer IPv4-Adresse
IP Address (numbers):   192.168.0.2
IP Address (bits):      11000000 10101000 00000000 00000010
                        -------- -------- -------- --------
                           192      168       0        2
Notiz
Der Nachfolger von IPv4, IPv6, verwendet 128 Bit (Nullen und Einsen). In diesem Abschnitt betrachten wir aber nur IPv4-Adressen.

Solch eine IP-Adresse ist einmalig für einen Host (Computer) in allen angrenzenden Netzwerken (d.h. jeder Host, den Sie erreichen können, muss eine einzigartige IP-Adresse besitzen). Um zwischen Hosts innerhalb eines Netzwerkes und außerhalb eines Netzwerkes unterscheiden zu können, ist die IP-Adresse in zwei Teile eingeteilt: Einen Network-Abschnitt und einen Host-Abschnitt.

Diese Unterteilung wird mittels der Netzmaske beschrieben. Die Netzmaske ist eine Reihe von Einsen, gefolgt von einer Reihe von Nullen. Der Teil der IP-Adresse der den Einsen entspricht, ist der Netzwerkteil. Die Netzmaske kann wie eine IP-Adresse aufgeschrieben werden.

CODE Beispiel von Netz/Host-Aufteilung
IP address:    192      168      0         2
            11000000 10101000 00000000 00000010
Netmask:    11111111 11111111 11111111 00000000
               255      255     255        0
           +--------------------------+--------+
                    Network              Host

In anderen Worten ist 192.168.0.14 ein Host in unserem Teilnetz, während 192.168.1.2 dies nicht ist.

Die Broadcast-Adresse ist eine IP-Adresse, die den gleichen Netzwerkteil wie unser Netzwerk hat, allerdings nur Einsen im Hostteil hat. Alle Computer in dem Teilnetz hören auf diese IP-Adresse. Diese Adresse ist zum Broadcasting eines Paketes an alle Computer gedacht, d.h. ein Paket wird an alle Computer im Netzwerk gleichzeitig geschickt.

CODE Broadcast-Adresse
IP address:    192      168      0         2
            11000000 10101000 00000000 00000010
Broadcast:  11000000 10101000 00000000 11111111
               192      168      0        255
           +--------------------------+--------+
                     Network             Host

Um im Internet surfen zu können, müssen Sie wissen, welcher Host die Internetverbindung herstellt. Dieser Host wird Gateway genannt. Da dieser ein normaler Host ist, besitzt auch das Gateway eine normale IP-Adresse (z.B. 192.168.0.1).

Zuvor haben wir schon erwähnt, dass jeder Host eine eigene IP-Adresse besitzt. Um diesen Host aber mit einem Namen ansprechen zu können (anstatt einer IP-Adresse) benötigen Sie einen Dienst, der Namen (wie dev.gentoo.org) in IP-Adressen (wie 64.5.62.82) umwandelt. Dieser Dienst wird nameservice genannt. Um diesen Dienst nutzen zu können, müssen Sie die entsprechenden name server kennen. Diese werden in der Datei /etc/resolv.conf festgehalten.

In manchen Fällen trägt das Gateway ebenfalls die Rolle des Nameservers. Sonst müssen Sie den Nameserver des Providers angeben.

In der Zusammenfassung benötigen Sie also folgende Daten bevor Sie fortfahren:

Netzwerkbegriff Beispiel
Ihre IP-Adresse 192.168.0.2
Netzmaske 255.255.255.0
Broadcast-Adresse 192.168.0.255
Gateway 192.168.0.1
Nameserver(s) 195.130.130.5, 195.130.130.133

Verwendung von ifconfig und route

Das Einrichten des Netzwerks besteht aus drei Schritten:

  1. Zuteilen einer IP-Adresse mittels ifconfig
  2. Einrichten des Routings zum Gateway mittels route
  3. Definieren der Nameserver-IPs in /etc/resolv.conf

Um eine IP-Adresse zuzuteilen, werden die IP-Adresse, die Broadcast-Adresse sowie die Netzmaske benötigt. Der folgende Befehl muss ausgeführt werden, wobei die Variablen ${IP_ADDR} durch die IP-Adresse, ${BROADCAST} durch die Broadcast-Adresse und ${NETMASK} durch die Netzmaske ersetzt werden sollten:

root #ifconfig eth0 ${IP_ADDR} broadcast ${BROADCAST} netmask ${NETMASK} up

Nun wird das Routing mit route eingerichtet. Hier muss ${GATEWAY} durch die IP-Adresse des Gateways ersetzt werden:

root #route add default gw ${GATEWAY}

Nun öffnen Sie /etc/resolv.conf:

root #nano -w /etc/resolv.conf

Tragen Sie den (oder die) Nameserver ein, wie im folgenden Beispiel gezeigt. Dabei sollten Sie natürlich wieder ${NAMESERVER1} und ${NAMESERVER2} durch die entsprechenden IP-Adressen ersetzen.

DATEI /etc/resolv.confDefault resolv.conf template
nameserver ${NAMESERVER1}
nameserver ${NAMESERVER2}

Das war es schon. Nun sollten Sie Ihre Internetverbindung testen. Dazu "pingen" Sie einfach einen Internetserver (wie Googles 8.8.8.8 or Cloudflares 1.1.1.1). Funktioniert es, sind Sie nun endlich bereit, Gentoo zu installieren. Fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.



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Installation
Über die Installation
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Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
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Funktionalität hinzufügen
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Einführung in blockorientierte Geräte

Blockorientierte Geräte

Schauen wir uns die Festplatten-spezifischen Aspekte von Gentoo Linux und Linux im Allgemeinen an - insbesondere Linux Dateisysteme, Partitionen und blockorientierte Geräte (Block Devices). Wenn Sie die Vor- und Nachteile von Festplatten und Dateisystemen verstanden haben, können Sie Partitionen und Dateisysteme für die Linux-Installation erstellen.

Zu Beginn schauen wir uns blockorientierte Geräte an. Das berühmteste Block Device ist vermutlich jenes, das das erste Laufwerk eines Linux-Systems ist, nämlich /dev/sda. SCSI und serielle ATA Laufwerke werden beide /dev/sd* benannt. Sogar IDE Laufwerke werden mit dem libata Framework im Kernel so benannt. Bei der Verwendung des alten Geräte Frameworks ist das erste IDE Laufwerk /dev/hda.

Die oben genannten blockorientierten Geräte repräsentieren eine abstrakte Schnittstelle zur Festplatte. Benutzerprogramme können diese Block Devices nutzen, um mit der Festplatte zu interagieren, ohne sich darum sorgen zu müssen, ob die Festplatten über IDE, SCSI oder etwas anderem angebunden sind. Das Programm kann den Speicher auf der Festplatte einfach als eine Anhäufung zusammenhängender 512-Byte Blöcke mit wahlfreiem Zugriff ansprechen.

Handbook:Parts/Blocks/Disks/de

Erstellen von Dateisystemen

Einleitung

Nachdem die Partitionen angelegt wurden, ist es an der Zeit, Dateisysteme darauf anzulegen. Im nächsten Abschnitt werden die unterschiedlichen Dateisysteme beschrieben, die Linux unterstützt. Leser, die bereits wissen, welches Dateisystem sie verwenden wollen, können bei Dateisystem auf einer Partition anlegen fortfahren. Alle anderen sollten weiterlesen, um mehr über die verfügbaren Dateisysteme zu erfahren ...

Dateisysteme

Mehrere Dateisysteme sind verfügbar. Einige davon gelten als stabil auf der Architektur. Es ist ratsam, sich über das Dateisystem und dessen Unterstützungsgrad zu informieren, bevor Sie sich für wichtige Partitionen für ein eher experimentelles Dateisystem entscheiden.

btrfs
A next generation filesystem that provides many advanced features such as snapshotting, self-healing through checksums, transparent compression, subvolumes and integrated RAID. A few distributions have begun to ship it as an out-of-the-box option, but it is not production ready. Reports of filesystem corruption are common. Its developers urge people to run the latest kernel version for safety because the older ones have known problems. This has been the case for years and it is too early to tell if things have changed. Fixes for corruption issues are rarely backported to older kernels. Proceed with caution when using this filesystem!
ext2
Das ist das erprobte und wahre Linux Dateisystem aber es hat kein Metadaten-Journaling. Dies bedeutet, dass normale ext2 Dateisystemüberprüfungen beim Systemstart ziemlich zeitaufwändig sein können. Mittlerweile gibt es eine gute Auswahl an Journaling-Dateisystemen, die sehr schnell auf Konsistenz überprüft werden können und deshalb ihren Nicht-Journaling-Ausführungen im Allgemeinen bevorzugt werden. Journaling-Dateisysteme verhindern lange Verzögerungen wenn das System gebootet ist und es passiert, dass das Dateisystem in einem inkonsistenten Zustand ist.
ext3
Die Journaling-Version des Dateisystems ext2. Es bietet Metadaten-Journaling für schnelle Wiederherstellung zusätzlich zu anderen Journaling-Modi wie Full-Data- und Ordered-Data-Journaling. Es verwendet einen H-Baum (Htree) Index der hohe Leistung in fast allen Situationen ermöglicht. Kurz gesagt, ext3 ist ein sehr gutes und verlässliches Dateisystem.
ext4
Ursprünglich als Abspaltung von ext3 entstanden, bringt ext4 neue Funktionen, Leistungsverbesserungen und den Wegfall der Größenbeschränkungen durch moderate Änderungen des On-Disk-Formats. Es kann Datenträger mit bis zu 1 EB und mit Dateigrößen von bis zu 16 TB umspannen. Anstelle der klassischen ext2/3 Bitmap-Block-Allokation nutzt ext4 Extents, die die Performance bei großen Dateien verbessern und Fragmentierung reduzieren. ext4 bietet zusätzlich ausgereiftere Block-Allokation-Algorithmen (Zeitverzögerte Allokation und Mehrfache Preallokation), die dem Dateisystemtreiber mehrere Möglichen bieten das Layout der Daten auf der Festplatte zu optimieren. Es ist das empfohlene Allzweck-Dateisystem für jede Plattform.
f2fs
The Flash-Friendly File System was originally created by Samsung for the use with NAND flash memory. As of Q2, 2016, this filesystem is still considered immature, but it is a decent choice when installing Gentoo to microSD cards, USB drives, or other flash-based storage devices.
JFS
Das Hochleistungs-Journaling-Dateisystem von IBM. JFS ist ein schlankes, schnelles und verlässliches B+-Baum basiertes Dateisystem mit guter Performance unter verschiedensten Gegebenheiten.
ReiserFS
Ein B+-Baum basiertes Journaling-Dateisystem mit einer guten Allgemeinleistung, besonders im Umgang mit winzigen Dateien für den Preis von mehreren CPU-Zyklen. ReiserFS scheint weniger gewartet zu werden als andere Dateisysteme.
XFS
Ein Dateisystem mit Metadaten-Journaling, das mit einer Reihe robuster Fähigkeiten daherkommt und für Skalierbarkeit optimiert ist. XFS scheint gegenüber unterschiedlichen Hardwareproblemen weniger Fehlertolerant zu sein.
vfat
Ebenfalls als FAT32 bekannt, wird es von Linux unterstützt, aber unterstützt selbst keine Berechtigungseinstellungen. Es wird vor allem aus Kompatibilitätsgründen zu anderen Betriebssystemen (hauptsächlich Microsoft Windows) verwendet. vfat ist zudem eine Notwendigkeit für manche Systemfirmware (wie UEFI).
NTFS
This "New Technology" filesystem is the flagship filesystem of Microsoft Windows. Similar to vfat above it does not store permission settings or extended attributes necessary for BSD or Linux to function properly, therefore it cannot be used as a root filesystem. It should only be used for interoperability with Microsoft Windows systems (note the emphasis on only).

Bei der Verwendung von ext2, ext3 oder ext4 auf kleinen Partitionen (kleiner als 8 GB), sollte das Dateisystem mit den passenden Optionen erstellt werden, um genügend Inodes zu reservieren. Die Anwendung mke2fs (mkfs.ext2) verwendet die "bytes-per-inode"-Einstellung um zu berechnen wie viele Inodes eine Dateisystem haben sollte. Auf kleineren Partitionen ist es ratsam die berechnete Anzahl der Inodes zu erhöhen.

Bei ext2, ext3 und ext4 kann dies mit einem der folgenden Befehle erfolgen:

root #mkfs.ext2 -T small /dev/<device>
root #mkfs.ext3 -T small /dev/<device>
root #mkfs.ext4 -T small /dev/<device>

Dies vervierfacht die Zahl der Inodes für ein angegebenes Dateisystem in der Regel, da es dessen "bytes-per-inode" (Bytes pro Inode) von 16 kB auf 4 kB pro Inode reduziert. Durch die Angabe des Verhältnisses kann dies sogar weiter optimiert werden:

root #mkfs.ext2 -i <ratio> /dev/<device>

Dateisystem auf einer Partition anlegen

Dateisysteme können mit Hilfe von Programmen auf einer Partition oder auf einem Datenträger angelegt werden. Die folgende Tabelle zeigt, welchen Befehl Sie für welches Dateisystem benötigen. Um weitere Informationen zu einem Dateisystem zu erhalten, können Sie auf den Namen des Dateisystems klicken.

Dateisystem Befehl zum Anlegen Teil der Minimal CD? Gentoo Paket
btrfs mkfs.btrfs Yes sys-fs/btrfs-progs
ext2 mkfs.ext2 Yes sys-fs/e2fsprogs
ext3 mkfs.ext3 Yes sys-fs/e2fsprogs
ext4 mkfs.ext4 Yes sys-fs/e2fsprogs
f2fs mkfs.f2fs Yes sys-fs/f2fs-tools
jfs mkfs.jfs Yes sys-fs/jfsutils
reiserfs mkfs.reiserfs Yes sys-fs/reiserfsprogs
xfs mkfs.xfs Yes sys-fs/xfsprogs
vfat mkfs.vfat Yes sys-fs/dosfstools
NTFS mkfs.ntfs Yes sys-fs/ntfs3g

Um beispielsweise die root-Partition () mit ext4 zu formatieren (wie in der Beispiel-Partitionsstruktur), würde man folgende Befehle verwenden:


root #mkfs.ext4

Erzeugen Sie nun die Dateisysteme auf den zuvor erzeugten Partitionen (oder logischen Laufwerken).

Aktivieren der Swap-Partition

mkswap ist der Befehl der verwendet wird um Swap-Partitionen zu initialisieren:

root #mkswap

Zur Aktivierung der Swap-Partition verwenden Sie swapon:

root #swapon

Erzeugen und aktivieren Sie jetzt die Swap-Partition mit den oben genannten Befehlen.

Einhängen der Root-Partition

Nun, da die Partitionen initialisiert sind und ein Dateisystem beinhalten, ist es an der Zeit, diese einzuhängen. Verwenden Sie den Befehl mount, aber vergessen Sie nicht die notwendigen Einhänge-Verzeichnisse für jede Partition zu erzeugen. Als Beispiel hängen wir die Root-Partition ein:

root #mount /mnt/gentoo
Notiz
Wenn sich /tmp/ auf einer separaten Partition befinden muss, ändern Sie die Berechtigungen nach dem Einhängen:
root #chmod 1777 /mnt/gentoo/tmp
Dies gilt ebenfalls für /var/tmp.

In der Anleitung wird später das Dateisystem proc (eine virtuelle Schnittstelle zum Kernel) zusammen mit anderen Kernel Pseudo-Dateisystemen eingehängt. Zunächst installieren wir jedoch die Gentoo Installationsdateien.



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Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
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Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
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Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
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Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Installation eines Stage Tar-Archivs

Datum und Uhrzeit einstellen

Bevor Sie mit der Installation von Gentoo beginnen, sollten Sie auf Ihrem System das korrekte Datum und die korrekte Uhrzeit einstellen. Eine fehlerhaft eingestellte System-Uhr kann zu merkwürdigen Ergebnissen und Fehlern führen. Beispielsweise könnte es sein, dass die Gentoo Installationsdateien bei einer falsch eingestellten System-Uhr gar nicht erst heruntergeladen werden können, weil manche Websites und Dienste Verschlüsselung (SSL/TLS) verwenden und diese nicht funktioniert, wenn die System-Uhr zu stark verstellt ist.

Überprüfen Sie das System-Datum und die System-Uhrzeit mit dem Kommando date:

root #date
Mo 3. Okt 13:16:22 CET 2016

Wenn Datum und/oder Uhrzeit nicht stimmen, aktualisieren Sie die System-Zeit bitte mit einer der folgenden Methoden.

Notiz
Systeme, die keine eingebaute Hardware-Uhr (Real-Time Clock, RTC) haben, sollten so konfiguriert werden, dass Sie ihre Uhrzeit automatisch mit einem Zeit-Server synchronisieren. Das gleiche gilt für Systeme, die zwar eine Hardware-Uhr haben, bei denen aber die Batterie der Hardware-Uhr nicht mehr funktioniert.

Automatisch

Die offiziellen Gentoo Installations-Medien enthalten das Programm ntpd. Es ist im Paket net-misc/ntp enthalten. ntpd kann verwendet werden, um die Systemzeit automatisch mit einem Zeitserver zu synchronisieren. Die offiziellen Gentoo Installations-Medien enthalten weiterhin eine ntpd Konfigurationsdatei, die ntp.org als Zeit-Server konfiguriert. Damit Sie ntpd nutzen können, benötigen Sie eine funktionierende Netzanbindung mit Zugang zum Internet (siehe Konfiguration des Netzwerks). Bitte beachten Sie, dass ntpd möglicherweise nicht auf allen Architekturen verfügbar ist.

Warnung
Eine automatische Zeit-Synchronisierung hat einen Preis. Der Zeit-Server (beispielsweise ntp.org) erhält Informationen über Ihr System, Ihre IP-Adresse und über einen Teil Ihrer Netzwerk-Struktur. Anwender, die sich um ihre Privatsphäre sorgen, sollten dies bedenken, bevor Sie ihre Systemuhr mit einem Zeit-Server synchronisieren
root #ntpd -q -g

Manuell

Die date Anweisung kann auch benutzt werden, um ihre Systemuhr manuell zu setzen. Verwenden Sie die MMDDhhmmYYYY Syntax (Month, Day, hour, minute and Year).

Für Linux Systeme wird UTC Zeit empfohlen. Später im Installationsprozess werden wir eine Zeitzone definieren. Diese wird dafür sorgen, dass Uhrzeiten in der lokalen Zeitzone angezeigt werden.

Um beispielsweise die Zeit auf den 3. Oktober 2016, 13:16 Uhr einzustellen, geben Sie folgendes ein:

root #date 100313162016

Auswahl eines Stage Tar-Archivs

Multilib (32 and 64-bit)

Die Wahl des richtigen Stage Tar-Archivs kann später im Installationsprozess erhebliche Mengen an Zeit einsparen, ganz besonders wenn der Zeitpunkt gekommen ist, für die Auswahl des System-Profils. Ein "multilib" Stage Tar-Archiv ermöglicht ein System mit 64- und 32-Bit Bibliotheken, wobei nach Möglichkeit die 64-Bit Bibliotheken verwendet werden. Falls dies nicht möglich sein sollte, können die 32-Bit Bibliotheken verwendet werden. Für die meisten Installationen ist dies eine hervorragende Wahl, weil sie große Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten für die Zukunft ermöglicht. Auch wer in der Lage sein möchte, einfach zwischen verschiedenen Profilen zu wechseln, sollte ein "multilib" Stage Tar-Archiv wählen.

Die meisten Anwender sollten die "advanced" Tar-Archiv Optionen NICHT verwenden. Sie sind für spezielle Software- oder Hardware-Konfigurationen gedacht.

No-multilib (nur 64-bit)

Die Wahl eines "no-multilib" Stage Tar-Archivs ermöglicht die Installation einer reinen 64-Bit Linux-Umgebung. Bitte beachten Sie, dass einige Anwendungen wie Wine, die eine 32-Bit Umgebung benötigen, dann nicht laufen werden. Ein späterer Wechsel auf eine "multilib" Umgebung ist theoretisch möglich, aber sehr schwierig - und nur für Experten durchführbar. Für gewöhnliche Anwender ist ein Wechsel auf eine "multilib" Umgebung nur durch eine Neu-Installation möglich. Deshalb sollten Gentoo-Neueinsteiger ein "multilib" Stage Tar-Archiv wählen. Ein "no-multilib" Stage Tar-Archiv sollten sie nur dann verwenden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Warnung
Die Migration von einem "no-multilib" zu einem "multilib" System ist sehr schwierig und erfordert sehr gute Kenntnisse von Gentoo und der Low-Level Toolchain. Sogar für die Gentoo Toolchain Entwickler ist ein solcher Wechsel nicht ganz einfach. Anders ausgedrückt: gewöhnliche Anwender, die sich für "no-multilib" entscheiden, können nur durch eine Neu-Installation auf "multilib" wechseln.

Stage Tar-Archiv herunterladen

Wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem das Root-Dateisystem eingehängt ist (wahrscheinlich /mnt/gentoo):

root #cd /mnt/gentoo

Zum Herunterladen des Stage Tar-Archivs benötigen Sie einen Web-Browser.

Browser mit grafischer Benutzeroberfläche

Wenn Sie einen Web-Browser mit grafischer Benutzeroberfläche verwenden: gehen Sie auf die Download Seite und kopieren Sie die URL des gewünschten Stage Tar-Archivs in die Zwischenablage (bei Firefox oder Chromium durch Drücken der rechten Maus-Taste und dann "Copy link address" bzw. "Copy link location"). Gehen Sie dann in Ihr Terminal-Fenster, tippen Sie wget und kopieren Sie die URL aus der Zwischenablage. Drücken Sie Return, um den Download zu starten.

root #wget <PASTED_STAGE_URL>

Textbasierte Browser

Wenn Sie lieber in einem Terminal-Fenster arbeiten, können Sie links verwenden, einen textbasierten, menügeführten Browser. Starten Sie links und navigieren Sie zu der Gentoo Mirror-Seite:

root #links https://www.gentoo.org/downloads/mirrors/

Um einen HTTP-Proxy mit links zu verwenden, übergeben Sie die URL mit der -http-proxy Option:

root #links -http-proxy proxy.server.com:8080 https://www.gentoo.org/downloads/mirrors/

Neben links gibt es auch den Browser lynx. Wie links ist es ein nicht-grafischer Browser, aber er ist nicht menügesteuert.

root #lynx https://www.gentoo.org/downloads/mirrors/

Wenn ein Proxy definiert werden muss, exportieren Sie die http_proxy und/ oder ftp_proxy Variablen:

root #export http_proxy="http://proxy.server.com:port"
root #export ftp_proxy="http://proxy.server.com:port"

Bitte wählen Sie in der Spiegel-Liste einen Spiegel in Ihrer Nähe. Für gewöhnlich genügen HTTP Spiegel, andere Protokolle stehen aber auch zur Verfügung. Gehen Sie in das Verzeichnis releases//autobuilds/. Dort werden alle verfügbaren Stage Tar-Archive angezeigt (sie können in Unterverzeichnissen gespeichert sein, benannt nach den einzelnen Sub-Architekturen). Wählen Sie eines aus und drücken Sie d zum Download.

Nachdem Sie das Stage Tar-Archiv erfolgreich heruntergeladen haben, können Sie die Integrität des Tar-Archivs verifizieren und den Inhalt validieren. Wie das geht, steht im folgenden Abschnitt.

Wenn Sie kein Interesse an einer Überprüfung und Validierung des Stage Tar-Archivs haben, können Sie jetzt q drücken, um den Browser zu beenden. Springen Sie danach zu dem Abschnitt Stage Tar-Archiv entpacken.

Überprüfung und Validierung

Notiz
Früher wurden Stage Tar-Archive mit "bzip2" komprimiert. Heute wird zum Komprimieren häufig "xz" verwendet. Je nach genutztem Komprimierungsverfahren hat das von Ihnen heruntergeladene Tar-Archiv entweder die Dateinamen-Endung .tar.bz2 oder .tar.xz. Bitte beachten Sie, dass Sie in den folgenden Befehlen die Dateinamen-Endung des Tar-Archivs so anpassen müssen, dass sie zu dem von Ihnen heruntergeladenen Tar-Archiv passt - also entweder .tar.bz2 oder .tar.xz.

Wie bei der minimalen Installations-CDs stehen zusätzliche Downloads zur Verfügung, mit denen das Stage Tar-Archiv überprüft und validiert werden kann. Obwohl dieser Schritt übersprungen werden kann, können diese Downloads von Anwendern genutzt werden, die die Integrität des Stage Tar-Archivs sicherstellen wollen.

  • Eine Datei .CONTENTS, die eine Liste aller Dateien im Stage Tar-Archiv enthält.
  • Eine Datei .DIGESTS, die Prüfsummen des Stage Tar-Archivs von verschiedenen Algorithmen beinhaltet.
  • Eine Datei .DIGESTS.asc, die wie die Datei .DIGESTS Prüfsummen des Stage Tar-Archivs von verschiedenen Algorithmen beinhaltet, allerdings zusätzlich kryptographisch signiert um sicherzustellen, dass es durch das Gentoo-Projekt zur Verfügung gestellt wurde.

Verwenden Sie openssl zum Berechnen einer Prüfsumme des Stage tar-Archivs und vergleichen Sie die Ausgabe mit den Prüfsummen, die in den Dateien .DIGESTS und .DIGESTS.asc stehen.

Zur Überprüfung der SHA512 Prüfsumme zum Beispiel:

root #openssl dgst -r -sha512 stage3--<release>.tar.?(bz2|xz)

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung des Befehls sha512sum:

root #sha512sum stage3--<release>.tar.?(bz2|xz)

Zur Validierung der Whirlpool Prüfsumme:

root #openssl dgst -r -whirlpool stage3--<release>.tar.?(bz2|xz)

Vergleichen Sie die Ausgabe dieser Befehle mit dem Wert der in den .DIGESTS(.asc) Dateien eingetragen ist. Die Werte müssen übereinstimmen, andernfalls ist möglicherweise die heruntergeladene Datei beschädigt (oder die DIGEST-Datei ist es).

Genau wie bei der ISO-Datei ist es ebenfalls möglich, die kryptographische Signatur der Datei .DIGESTS.asc mit gpg zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Prüfsummen nicht manipuliert wurden:

root #gpg --verify stage3--<release>.tar.?(bz2|xz){.DIGESTS.asc,}

Stage Tar-Archiv entpacken

Entpacken Sie das heruntergeladene Stage Tar-Archiv auf dem System. Wir verwenden tar um fortzufahren:

root #tar xpvf stage3-*.tar.bz2 --xattrs-include='*.*' --numeric-owner

Wichtig ist, dass Sie genau die oben angegebenen Optionen (xvpf, --xattrs-include='*.*' und --numeric-owner) verwenden. Das x steht für extrahieren, das p (preserve) für den Erhalt der Dateirechte und das f (file) gibt an, dass wir das auszupackende Archiv aus einer Datei lesen wollen - und nicht von der Standardeingabe. --xattrs-include='*.*' bedeutet, dass die erweiterten (extended) Attribute erhalten bleiben sollen. --numeric-owner ist erforderlich um sicherzustellen, dass die User- und Gruppen IDs der extrahierten Dateien so gesetzt werden, wie vom Gentoo Release Team definiert - und zwar auch dann, wenn abenteuerlustigere Anwender bei der Installation nicht die offiziellen Installations-Medien verwenden.

Nachdem nun das Stage Tar-Archiv ausgepackt ist, geht es weiter mit dem Schritt: Compiler-Optionen konfigurieren.

Compiler-Optionen konfigurieren

Einleitung

Um Gentoo zu optimieren, können Variablen gesetzt werden, mit denen das Verhalten von Portage (Gentoos offiziellem Paket-Manager) beeinflusst wird. Diese Variablen können als Umgebungs-Variablen gesetzt werden (mit export), aber diese wären nicht permanent. Um die Variablen permanent zu setzen, können sie in /etc/portage/make.conf definiert werden. make.conf ist eine Portage Konfigurationsdatei, die von den Portage Tools beim Start eingelesen wird.

Notiz
Eine kommentierte Liste aller möglichen Variablen finden Sie in /mnt/gentoo/usr/share/portage/config/make.conf.example. Für eine erfolgreiche Installation und ein lauffähiges System benötigen Sie aber nur die Variablen, die im folgenden Abschnitt besprochen werden.

Starten Sie einen Editor, damit Sie die Werte der Optimierungs-Variablen, die wir im Folgenden besprechen werden, ändern können. In dieser Anleitung verwenden wir den Editor nano.

root #nano -w /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf

Anhand der Datei make.conf.example sollte die Syntax von make.conf erkennbar sein: Kommentar-Zeilen starten mit einem "#", andere Zeilen nutzen die VARIABLE="Wert" Syntax. Im Folgenden werden wir einige dieser Variablen besprechen.

CFLAGS und CXXFLAGS

In den Variablen CFLAGS und CXXFLAGS können Optimierungs-Optionen für den GCC C-Compiler und den GCC C++ Compiler definiert werden. Die in make.conf global definierten Optimierungs-Optionen gelten dann für die Installation aller Pakete. Um die maximal mögliche Performance jedes einzelnen Pakets zu erreichen, bräuchte man jedoch für jedes Programm andere Optionen - weil jedes Programm anders ist und anders optimiert werden muss. Dies ist jedoch nicht praktikabel - und deshalb werden die Optimierungs-Optionen global für alle Pakete in make.conf definiert.

In make.conf sollten Optimierungen definiert werden, mit denen ihr System schnell und stabil läuft. Definieren Sie hier keine experimentellen Werte. Zu viel Optimierung kann dazu führen, dass Programme nicht mehr gut laufen: sie stürzen ab, funktionieren nicht richtig, oder - noch schlimmer - berechnen falsche Ergebnisse.

In diesem Abschnitt werden wir nur die wichtigsten Optimierungs-Optionen erklären. Eine Übersicht über alle möglichen Optimierungs-Optionen finden Sie auf der GCC online documentation, auf der GCC man page (man gcc) und auf der GCC info Seite (info gcc). man und info sind jedoch nur auf einem fertig installierten Linux System verfügbar. Weiterhin enthält die Datei make.conf.example viele Beispiele und Informationen - bitte vergessen Sie nicht, sie zu lesen.

Eine wichtige Einstellung ist die -march= or -mtune= Option, mit der der Name der Ziel-Architektur definiert wird. Mögliche Werte werden in der Datei make.conf.example beschrieben (als Kommentare). Ein häufig benutzter Wert ist native. Mit diesem Wert wählt der Compiler die Ziel-Architektur des Systems, auf dem er gerade läuft (also des Systems, das Sie gerade installieren).

Eine weitere wichtige Option ist -O (ein großer Buchstabe O, keine Null), mit der die GCC Optimierungs-Klasse definiert wird. Mögliche Werte sind s (size, optimiert auf kleine Code-Größe), 0 (Null - keine Optimierungen), 1, 2 oder sogar 3 für Geschwindigkeits-Optimierung (wobei jede Klasse die Optimierungen der vorhergehenden Klasse und einige zusätzliche Optimierungen durchführt). -O2 ist der empfohlene Standard-Wert. Von -O3 ist bekannt, dass es Probleme geben wird, wenn es systemweit benutzt wird. Wir empfehlen deshalb, bei -O2 zu bleiben.

Eine weitere häufig genutzte Option ist -pipe (verwende für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Compiler-Stufen Pipes statt temporärer Dateien). Diese Option hat keine Auswirkungen auf den generierten Code, benötigt aber mehr Arbeitsspeicher. Auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher kann dies dazu führen, dass GCC vorzeitig abgeschossen wird. Wenn das passieren sollte, verwenden Sie diese Option nicht.

Die Verwendung von -fomit-frame-pointer (die dazu führt, dass der Frame Pointer in Funktionen, die keinen Frame Pointer benötigen, nicht gesetzt wird) kann erhebliche Auswirkungen auf das Debugging von Programmen haben.

Wenn Sie die CFLAGS oder die CXXFLAGS Variable definieren, sollten Sie die verschiedenen Optimierungs-Optionen in einem Wert kombinieren. Die Standard-Werte in dem von Ihnen ausgepackten Stage Tar-Archiv sollten ausreichend sein. In der folgenden Box zeigen wir ein Beispiel:

CODE Beispiel für CFLAGS und CXXFLAGS Variablen
# Compiler flags to set for all languages
COMMON_FLAGS=""
# Use the same settings for both variables
CFLAGS="${COMMON_FLAGS}"
CXXFLAGS="${COMMON_FLAGS}"
Tip
Ausgangspunkt für das Setzen der CFLAGS und alle weiteren Optimierungen sollte der Artikel Safe CFLAGS sein. Die dort gezeigten Einstellungen sind für die meisten Gentoo Anwender ausreichend. Wer sein System weiter optimieren möchte, findet in dem Artikel GCC optimization weitere Tipps und Informationen. Bitte bedenken Sie, dass manche der dort gezeigten Optimierungen Ihr System auch langsamer machen können oder zu merkwürdigen Fehlern bei der Installation führen können. Sofern Sie sich (noch) nicht gut mit Gentoo und der Toolchain auskennen: bleiben Sie lieber bei den "Safe CFLAGS" Einstellungen.

MAKEOPTS

Über die MAKEOPTS Variable kann man u.a. definieren, wie viele parallele Compiler-Jobs gestartet werden sollen, wenn ein Paket installiert wird. Eine gute Wahl ist die Nummer der CPU Kerne plus eins. Diese "Daumenregel" ist gut für den Anfang, aber sie ist nicht immer optimal. Später, wenn Ihr System gut läuft, können Sie mit diesem Wert experimentieren und evtl. einen besseren Wert für Ihr System finden.

CODE Ein Beispiel für eine MAKEOPTS Deklaration in make.conf
MAKEOPTS="-j2"

Los geht's!

Passen Sie die Einstellungen in /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf an Ihre persönlichen Wünsche an und speichern Sie die Datei. Anwender, die den Editor "nano" verwenden, können die Änderungen mit Ctrl+X speichern und beenden damit auch den Editor.

Weiter geht es mit dem Kapitel: Installation des Gentoo Basissystems.



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Parts Handbuch
Installation
Über die Installation
Auswahl des Mediums
Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Chrooten

Optional: Spiegelserver wählen

Distributionsdateien

Um den Quellcode zügig herunterzuladen, wird empfohlen, einen schnellen Spiegel auszuwählen. Portage schaut in der Datei make.conf nach der Variable GENTOO_MIRRORS und verwendet darin aufgelistete Spiegel. Es ist möglich, zur Gentoo Mirror-Liste zu surfen und nach einem Spiegel (oder mehreren Spiegeln) zu suchen, die nahe dem Systemstandort liegen (da diese meistens die schnellsten sind). Allerdings bieten wir ein nettes Tool namens mirrorselect, das den Benutzern ein schönes Interface zur Auswahl der benötigten Spiegel bietet. Gehen Sie einfach zu den Spiegeln der Wahl und drücken Sie die Leertaste um einen oder mehrere Spiegel auszuwählen.

root #mirrorselect -i -o >> /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf

Gentoo ebuild Repository

Eine zweiter wichtiger Schritt bei der Auswahl der Spiegel ist die Konfiguration des Gentoo ebuild Repository über die Datei /etc/portage/repos.conf/gentoo.conf. Diese Datei beinhaltet die Informationen, die zum Synchronisieren des Paket Repository erforderlich sind. Das Paket Repository ist die Sammlung der ebuilds und der zugehörigen Dateien, die all die Informationen enthalten, die Portage zum Download und zur Installation von Software-Paketen benötigt.

Das Repository kann in ein paar einfachen Schritten konfiguriert werden. Erzeugen Sie zuerst das Verzeichnis repos.conf, falls es noch nicht existiert:

root #mkdir --parents /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf

Kopieren Sie dann die von Portage bereitgestellte Gentoo Repository-Konfigurationsdatei in das (neu erstellte) Verzeichnis repos.conf:

root #cp /mnt/gentoo/usr/share/portage/config/repos.conf /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf/gentoo.conf

Schauen Sie sich die Datei mit einem Texteditor oder mit dem cat-Befehl an. Die Datei sollte ein .ini-Format haben und ungefähr so aussehen:

DATEI /mnt/gentoo/etc/portage/repos.conf/gentoo.conf
[DEFAULT]
main-repo = gentoo
 
[gentoo]
location = /var/db/repos/gentoo
sync-type = rsync
sync-uri = rsync://rsync.gentoo.org/gentoo-portage
auto-sync = yes
sync-rsync-verify-jobs = 1
sync-rsync-verify-metamanifest = yes
sync-rsync-verify-max-age = 24
sync-openpgp-key-path = /usr/share/openpgp-keys/gentoo-release.asc
sync-openpgp-key-refresh-retry-count = 40
sync-openpgp-key-refresh-retry-overall-timeout = 1200
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-exp-base = 2
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-max = 60
sync-openpgp-key-refresh-retry-delay-mult = 4

Der hier gezeigte Standard-Wert der Variable sync-uri wählt den Ort des Spiegelservers basierend auf einer Rotation. Das hilft dabei, die Bandbreitenbelastung auf Gentoos Infrastruktur auszugleichen und hilft in Fällen, in denen ein bestimmter Spiegelserver offline ist. Es wird empfohlen, diese Standard-URI beizubehalten - sofern nicht ein lokaler, privater Portage Spiegel verwendet werden soll.

Tip
Falls Sie an Details interessiert sind, finden Sie die offizielle Spezifikation der Portage Sync-Plugin-API in einem Sync Artikel des Portage-Projekts.

DNS-Info kopieren

Eine Sache bleibt noch zu tun, bevor Sie die neue Umgebung betreten - und das ist das Kopieren der DNS-Informationen in der Datei /etc/resolv.conf. Dies ist notwendig um sicherzustellen, dass Netz-Verbindungen auch nach dem Betreten der neuen Umgebung noch funktionieren. /etc/resolv.conf enthält u.a. die IP-Adressen der Namensserver.

Zum Kopieren dieser Information ist es empfehlenswert, beim Befehl cp die Option --dereference zu verwenden. Wenn /etc/resolv.conf ein symbolischer Link ist stellt dies sicher, dass die Zieldatei anstelle des symbolischen Links selbst kopiert wird. Andernfalls würde der symbolische Link auf eine nicht existierende Datei zeigen (weil das Link-Ziel höchstwahrscheinlich in der neuen Umgebung nicht verfügbar ist).

root #cp --dereference /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/

Notwendige Dateisysteme einhängen

In wenigen Augenblicken wird Linux root (/) auf den neuen Ort geändert werden. Um sicherzustellen, dass die neue Umgebung richtig arbeitet, müssen bestimmte Dateisysteme dort ebenfalls verfügbar gemacht werden.

Die Dateisysteme, die verfügbar gemacht werden müssen, sind:

  • /proc/ ist ein ein Pseudo-Dateisystem (Die beinhalteten Dateien sehen aus wie gewöhnliche Dateien, sie werden jedoch im laufenden Betrieb generiert). Der Kernel stellt hier der Umgebung Informationen zur Verfügung.
  • /sys/ ist ein Pseudo-Dateisystem wie /proc/ ist. Einst war es dafür gedacht, dieses zu ersetzen, und es ist besser strukturiert als /proc/.
  • /dev/ ist ein gewöhnliches Dateisystem, teilweise vom Linux Device Manager (normalerweise udev) verwaltet, das alle Gerätedateien enthält.

/proc/ wird an /mnt/gentoo/proc/ eingehängt (mount), wohingegen die anderen zwei über mount --rbind eingebunden werden. Das letztere bedeutet beispielsweise dass /mnt/gentoo/sys/ in Wirklichkeit /sys/ ist (es ist lediglich ein zweiter Einstiegspunkt zum selben Dateisystem), wohingegen /mnt/gentoo/proc/ ein neuer Einhängepunkt (sozusagen eine neue Instanz) des Dateisystems ist.

root #mount --types proc /proc /mnt/gentoo/proc
root #mount --rbind /sys /mnt/gentoo/sys
root #mount --make-rslave /mnt/gentoo/sys
root #mount --rbind /dev /mnt/gentoo/dev
root #mount --make-rslave /mnt/gentoo/dev
Notiz
Die --make-rslave Operationen werden für die spätere systemd Unterstützung bei der Installation benötigt.
Warnung
Bei der Verwendung von nicht-Gentoo Installationsmedien könnte dies nicht ausreichen. Bei einigen Distributionen ist /dev/shm ein symbolischer Link zu /run/shm/, der nach chroot ungültig wird. Dies kann behoben werden, indem Sie /dev/shm/ im Voraus zu einem entsprechenden tmpfs mount machen:
root #test -L /dev/shm && rm /dev/shm && mkdir /dev/shm
root #mount --types tmpfs --options nosuid,nodev,noexec shm /dev/shm

Stellen Sie zudem sicher, dass Mode 1777 gesetzt ist:

root # chmod 1777 /dev/shm

Betreten der neuen Umgebung

Nun, da alle Partitionen initialisiert sind und die Basis-Umgebung installiert ist, wird es Zeit, die neue Installationsumgebung durch chroot zu betreten. Das bedeutet, dass die Sitzung ihr Wurzelverzeichnis (/) von der aktuellen Installationsumgebung (Installations-CD oder anderes Installationsmedium) zum Installationssystem (nämlich die initialisierten Partitionen) ändert. Daher der Name change root oder chroot.

Dieses Chrooten erfolgt in drei Schritten:

  1. Das Wurzelverzeichnis wird mit Hilfe von chroot von / (auf dem Installationsmedium) auf /mnt/gentoo/ (auf den Partitionen) geändert.
  2. Einige Einstellungen (jene in /etc/profile) werden über den Befehl source neu in den Speicher geladen.
  3. Die primäre Eingabeaufforderung wird geändert, damit wir nicht vergessen, dass diese Sitzung innerhalb einer chroot-Umgebung läuft.
root #chroot /mnt/gentoo /bin/bash
root #source /etc/profile
root #export PS1="(chroot) ${PS1}"

Von diesem Punkt an werden alle Aktionen direkt auf der neuen Gentoo Linux Umgebung ausgeführt. Natürlich sind wir noch lange nicht fertig - weshalb auch diese Installations-Anleitung noch einige Abschnitte und Kapitel bereit hält!

Tip
Wenn die Installation bei einem der ab hier folgenden Schritte unterbrochen werden sollte, sollte es möglich sein, ab dieser hier Stelle weiterzuarbeiten. Es ist nicht nötig, die Partitionen erneut zu erstellen! Mounten Sie die Root-Partition und führen Sie die oben beschriebenen Schritte ab DNS-Info kopieren erneut aus, um wieder in die neue Gentoo Linux Umgebung zu gelangen. Dieses Vorgehen ist ebenfalls sinnvoll, um Bootloader-Probleme zu beheben. Weitere Informationen erhalten Sie im chroot Artikel.


Portage konfigurieren

Ein ebuild Repository Snapshot aus dem Web installieren

Der nächste Schritt besteht darin, einen Snapshot des primären ebuild Repository zu installieren. Dieser Snapshot enthält eine Sammlung von Dateien, die Portage informiert über verfügbare Software-Titel (für die Installation), welche Profile der Administrator auswählen kann, Paket- oder Profil-spezifische News-Items, usw.

Die Verwendung von emerge-webrsync wird empfohlen für diejenigen, die hinter einer restriktiven Firewall sitzen (weil es den Snapshot über HTTP/FTP herunterlädt) und für diejenigen, die Netzwerk-Bandbreite sparen wollen. Leser, die keine Einschränkungen durch Firewalls oder von der Netzwerk-Bandbreite haben, können zum nächsten Abschnitt springen.

Der folgende Befehl holt den neuesten Portage-Snapshot (den Gentoo tagesaktuell veröffentlicht) von einem der Gentoo-Spiegel und installiert ihn auf dem System.

root #emerge-webrsync
Notiz
Während dieser Operation könnte sich emerge-webrsync über das Fehlen von /var/db/repos/gentoo/ beschweren. Dies ist zu erwarten und kein Grund zur Sorge - das Tool wird das Verzeichnis anlegen.

Von diesem Punkt an könnte Portage erwähnen, dass bestimmte Updates empfehlenswert sind. Dies ist deshalb so, weil es möglicherweise neuere Versionen von Paketen gibt, die durch das Stage Tar-Archiv installiert wurden. Nach der Installation des Repository Snapshots weiß Portage nun von diesen neueren Versionen. Paket-Updates können im Augenblick bedenkenlos ignoriert werden. Die Updates können verzögert werden, bis die Gentoo Installation abgeschlossen ist.

Optional: Gentoo ebuild Repository aktualisieren

Es ist möglich, das Gentoo ebuild Repository mit emerge auf die neueste Version zu aktualisieren. Wenn Sie mit dem vorhergehenden Befehl emerge-webrsync einen aktuellen Snapshot installiert haben (Snapshots sind in der Regel nicht älter als 24 Stunden), ist dieser Schritt optional.

Angenommen Sie benötigen die neuesten Paket-Updates (bis zu 1 Stunde), dann benutzen Sie emerge --sync. Dieser Befehl nutzt das rsync Protokoll zur Aktualisierung des Gentoo ebuild Repository (welcher zuvor durch emerge-webrsync bezogen wurde) auf den aktuellsten Stand.

root #emerge --sync

Auf langsamen Terminals, wie einigen Framebuffer- oder seriellen Konsolen, ist es empfehlenswert, die Option --quiet zu nutzen, um den Vorgang zu beschleunigen:

root #emerge --sync --quiet

News Items lesen

Wenn das Gentoo ebuild Repository auf das System synchronisiert wird, könnte Portage den Benutzer wie folgt warnen:

* IMPORTANT: 2 news items need reading for repository 'gentoo'.
* Use eselect news to read news items.

News Items wurden als Kommunikationsmedium geschaffen, um den Benutzern wichtige Mitteilungen über den rsync Baum zukommen lassen zu können. Zur Verwaltung verwenden Sie eselect news. Die Anwendung eselect ist ein Gentoo-Programm, das eine gemeinsame Verwaltungsschnittstelle für System-Änderungen und -Operationen bietet. In diesem Fall wird eselect aufgefordert das Modul news zu verwenden.

Im Modul news werden drei Operationen am meisten genutzt:

  • Mit list wird eine Übersicht der verfügbaren News-Einträge angezeigt.
  • Mit read können die News-Einträge gelesen werden.
  • Mit purge lassen sich News-Einträge löschen, sobald sie gelesen wurden. Ein erneutes Einlesen erfolgt nicht.
root #eselect news list
root #eselect news read

Mehr Informationen zum Newsreader sind über seine Manpage verfügbar:

root #man news.eselect

Auswahl des richtigen Profils

Ein Profil (profile) ist wichtiger Baustein für jedes Gentoo System. Es definiert nicht nur Standardwerte für USE, CFLAGS und andere wichtige Variablen, sondern legt das System auch auf einen bestimmten Bereich von Paketversionen fest. Diese Einstellungen werden von den Gentoo Portage-Entwicklern gepflegt.

Mit eselect können Sie sich anschauen, welches Profil das System momentan nutzt, diesmal mit dem Modul profile:

root #eselect profile list
Available profile symlink targets:
  [1]   default/linux//17.0 *
  [2]   default/linux//17.0/desktop
  [3]   default/linux//17.0/desktop/gnome
  [4]   default/linux//17.0/desktop/kde
Notiz
Die Ausgabe des Befehls ist nur ein Beispiel und kann sich im Laufe der Zeit ändern.

Wie Sie sehen, stehen Desktop-Unterprofile für einige Architekturen zur Verfügung.

Warnung
Profil-Upgrades sind nicht einfach. Wenn Sie das initiale Profil auswählen, sollten Sie sicherstellen, dass es die selbe Versionsnummer hat, wie das Profil, das vom Stage3 Tar-Archiv installiert wurde (beispielsweise 17.1). Neue Profil-Versionen werden über News Items angekündigt, die detaillierte Migrationsanleitungen enthalten. Bitte lesen und folgen Sie diesen Migrationsanleitungen bevor Sie auf ein neues Profil wechseln.

Nach dem Betrachten der verfügbaren Profile für die Architektur kann der Benutzer ein anderes Profil für das System wählen:

root #eselect profile set 2

Handbook:Parts/Blocks/ProfileChoice/de

Notiz
Das developer Unterprofil ist eigens für die Gentoo Linux Entwicklung und nicht für die Nutzung durch gewöhnliche Benutzer gedacht.

@world set updaten

An dieser Stelle sollte das @world set upgedatet werden, um Ihr System auf eine solide Basis zu stellen.

Der folgende Schritt ist erforderlich, damit Ihre Änderungen am Profil wirksam werden. Weiterhin werden alle Pakete aktualisiert, für die es nach dem Erstellungszeitpunkt des von Ihnen installierten Stage Tar-Archivs Updates oder Änderungen an den USE Flags gibt.

root #emerge --ask --verbose --update --deep --newuse @world
Tip
Wenn Sie ein Profil für eine vollständige Desktop-Umgebung (wie KDE oder GNOME) gewählt haben, kann der obige emerge-Befehl recht lange dauern. Wer unter Zeitdruck steht, kann folgende 'Daumenregel' verwenden: je kürzer der Profil-Name, desto weniger umfangreich ist das @world set des Systems, desto weniger Pakete müssen installiert werden. Mit anderen Worten:
  • die Wahl von default/linux/amd64/17.1 führt zu wenigen Paketen, die upgedatet werden müssen, während
  • bei der Wahl von default/linux/amd64/17.1/desktop/gnome/systemd viele Pakete installiert werden müssen, weil ein Wechsel von OpenRC zu Systemd stattfindet und die GNOME Desktop-Umgebung installiert werden muss.

USE Variable konfigurieren

USE ist eine der mächtigsten Variablen, die Gentoo seinen Benutzern bietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für bestimmte Dinge kompiliert werden. Beispielsweise können einige Programme mit GTK- oder Qt-Unterstützung kompiliert werden. Andere können mit oder ohne SSL-Unterstützung kompiliert werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer-Unterstützung (svgalib) anstelle von X11-Unterstützung (X-Server) kompiliert werden.

Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit Unterstützung für möglichst viel. Dies erhöht die Größe der Programme und verlängert die Programmstartzeit, nicht zu erwähnen die enorme Menge von Abhängigkeiten. Mit Gentoo können die Benutzer definieren, mit welchen Optionen ein Paket kompiliert werden soll. Hier kommt USE ins Spiel.

In der Variablen USE definieren die Benutzer Schlüsselwörter, die auf Optionen beim Kompilieren abgebildet werden. Beispielsweise kompiliert ssl SSL Unterstützung in die Programme, die das unterstützen. -X entfernt X-Server-Unterstützung (beachten Sie das Minuszeichen am Anfang). gnome gtk -kde -qt5 kompiliert Programme mit GNOME und GTK+ Unterstützung, aber nicht mit KDE und Qt5 Unterstützung. Das führt zu einem System, das komplett für GNOME optimiert ist (vorausgesetzt die Architektur unterstützt es).

Die Standard-USE-Einstellungen befinden sich in den make.defaults Dateien des Gentoo-Profils, das das System verwendet. Gentoo benutzt ein (komplexes) Vererbungssystem für seine Profile, in das wir in dieser Phase nicht eintauchen wollen. Der einfachste Weg, die momentan aktiven USE Einstellungen zu überprüfen, ist emerge --info auszuführen und die Zeile auszuwählen, die mit USE beginnt:

root #emerge --info | grep ^USE
USE="X acl alsa amd64 berkdb bindist bzip2 cli cracklib crypt cxx dri ..."
Notiz
Das obige Beispiel ist verkürzt, die tatsächliche Liste der USE-Werte ist viel viel länger.

Eine vollständige Beschreibung der verfügbaren USE-Flags finden Sie auf dem System in der Datei /var/db/repos/gentoo/profiles/use.desc.

root #less /var/db/repos/gentoo/profiles/use.desc

Innerhalb des Befehls less können Sie mit Hilfe der Tasten und scrollen. Zum Beenden drücken Sie q.

Als Beispiel zeigen wir die USE Einstellung für ein KDE-basiertes System mit DVD, ALSA und CD-Aufnahme Unterstützung:

root #nano -w /etc/portage/make.conf
DATEI /etc/portage/make.confUSE-Flags für ein KDE-basiertes System mit Unterstützung für DVD, ALSA und CD-Aufnahme
USE="-gtk -gnome qt4 qt5 kde dvd alsa cdr"

Wenn USE in /etc/portage/make.conf definiert ist, dann wird ein bestimmtes USE-Flag zur Standard Liste hinzugefügt (oder davon entfernt, wenn das USE-Flag mit dem Zeichen - beginnt). Benutzer, die alle Standard-USE-Einstellungen ignorieren wollen und sie komplett selbst verwalten möchten, sollten die USE-Definition in make.conf mit -* beginnen:

DATEI /etc/portage/make.confStandard USE-Flags ignorieren
USE="-* X acl alsa"
Warnung
Die Verwendung von -* (wie im obigen Beispiel) ist zwar möglich und erlaubt - wir raten jedoch davon ab, weil dies zu Abhängigkeits-Konflikten und anderen Fehlern führen kann.

Optional: Die ACCEPT_LICENSE Variable konfigurieren

Bei allen Gentoo Paketen ist vermerkt, unter welcher Lizenz das Paket verteilt und genutzt werden darf. Dadurch können Anwender Gentoo Pakete schon vor einer Installation nach Lizenzen oder Lizenz-Gruppen auswählen.

Wichtig
Die LICENSE Variable in den ebuilds ist nur eine Richtlinie für Gentoo Entwickler und Anwender. Die dort angegebenen Informationen sind NICHT rechtsverbindlich und es gibt keine Garantie, dass sie der Realität entsprechen. Verlassen Sie sich NICHT auf die LICENSE Variable, sondern überprüfen Sie die Lizenzbedingungen des Pakets selbst gründlich. Dies gilt auch für alle im Paket enthaltenen Dateien, die Sie nutzen.

Portage verwendet die Variable ACCEPT_LICENSE um zu ermitteln, welche Pakete installiert werden dürfen. Ausnahmen für einzelne Pakete können in der Datei /etc/portage/package.license definiert werden.

Die folgende Tabelle zeigt die im Gentoo Repository definierten Lizenz-Gruppen. Die Lizenz-Gruppen werden vom Gentoo Licenses Projekt verwaltet.

Gruppen-Name Beschreibung
@GPL-COMPATIBLE GPL compatible licenses approved by the Free Software Foundation [a_license 1]
@FSF-APPROVED Free software licenses approved by the FSF (includes @GPL-COMPATIBLE)
@OSI-APPROVED Licenses approved by the Open Source Initiative [a_license 2]
@MISC-FREE Misc licenses that are probably free software, i.e. follow the Free Software Definition [a_license 3] but are not approved by either FSF or OSI
@FREE-SOFTWARE Combines @FSF-APPROVED, @OSI-APPROVED and @MISC-FREE
@FSF-APPROVED-OTHER FSF-approved licenses for "free documentation" and "works of practical use besides software and documentation" (including fonts)
@MISC-FREE-DOCS Misc licenses for free documents and other works (including fonts) that follow the free definition [a_license 4] but are NOT listed in @FSF-APPROVED-OTHER
@FREE-DOCUMENTS Combines @FSF-APPROVED-OTHER and @MISC-FREE-DOCS
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@BINARY-REDISTRIBUTABLE Licenses that at least permit free redistribution of the software in binary form. Includes @FREE
@EULA License agreements that try to take away your rights. These are more restrictive than "all-rights-reserved" or require explicit approval

Über das gewählte Gentoo Profil wird ein vordefinierter Wert für ACCEPT_LICENSE gesetzt, beispielsweise:

user $portageq envvar ACCEPT_LICENSE
@FREE

Der von den Profilen gesetzte Wert akzeptiert nur Lizenzen, die ausdrücklich genehmigt wurden von der Free Software Foundation oder der Open Source Initiative oder die der Free Software Definition entsprechen.

Dieser Wert kann systemweit überschrieben werden in der Datei /etc/portage/make.conf:

DATEI /etc/portage/make.confSystemweite Anpassung von ACCEPT_LICENSE
ACCEPT_LICENSE="-* @FREE"

Wenn nötig und gewünscht, können auch Ausnahmen für einzelne Pakete definiert werden. Beispielsweise:

DATEI /etc/portage/package.licenseAusnahmen für einzelne Pakete
app-arch/unrar unRAR
sys-kernel/linux-firmware @BINARY-REDISTRIBUTABLE
sys-firmware/intel-microcode intel-ucode


Zeitzone

Wählen Sie die Zeitzone für das System. Schauen Sie nach den verfügbaren Zeitzonen in /usr/share/zoneinfo/ und schreiben Sie die gewünschte Zeitzone in die Datei /etc/timezone.

root #ls /usr/share/zoneinfo

Angenommen die Zeitzone der Wahl ist Europe/Brussels:

root #echo "Europe/Brussels" > /etc/timezone

Bitte vermeiden Sie die /usr/share/zoneinfo/Etc/GMT* Zeitzonen, da deren Namen nicht die erwarteten Zonen anzeigen. Beispielsweise ist GMT-8 in der Tat GMT+8.

Als Nächstes konfigurieren Sie das Paket sys-libs/timezone-data neu. Dies wird für uns abhängig vom Eintrag in der Datei /etc/timezone die Datei /etc/localtime aktualisieren. Die Datei /etc/localtime wird von der System C Bibliothek verwendet um zu erfassen in welcher Zeitzone sich das System befindet.

root #emerge --config sys-libs/timezone-data

Konfiguration der Locale

Die meisten Benutzer werden nur ein oder zwei Locale auf ihrem System verwenden.

Locale geben nicht nur die Sprache an, mit der Anwender mit dem System interagieren sollen, sondern ebenfalls die Regeln zum Sortieren von Zeichenketten, der Anzeige des Datums, der Zeit usw.

Die Locale, die ein System unterstützen soll, müssen in der Datei /etc/locale.gen konfiguriert werden.

root #nano -w /etc/locale.gen

Das folgende Beispiel zeigt eine Konfiguration für Englisch (Vereinigte Staaten) und Deutsch (Deutschland) mit den Zeichenkodierungen Latin-1 und UTF-8:

DATEI /etc/locale.genKonfiguration von Locale und Zeichenkodierungen
en_US ISO-8859-1
en_US.UTF-8 UTF-8
de_DE ISO-8859-1
de_DE.UTF-8 UTF-8
Tip
Anwender aus Österreich oder aus der Schweiz können anstelle von (oder zusätzlich zu) "de_DE" wählen: "de_AT" oder "de_CH".
Tip
Eine Liste aller erlaubten Werte finden Sie in der Datei /usr/share/i18n/SUPPORTED. Bitte achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung und verwenden Sie keine anderen Werte.
Warnung
Wir empfehlen nachdrücklich die Verwendung von mindestens einem UTF-8 Locale, weil einige Anwendungen dies möglicherweise erfordern.

Der nächste Schritt ist locale-gen auszuführen. Dies wird alle Locales erzeugen, die in der Datei /etc/locale.gen angegeben sind.

root #locale-gen

Um zu überprüfen, ob die ausgewählten Locale jetzt verfügbar sind, führen Sie locale -a aus. Dieser Befehl muss die konfigurierten Locale anzeigen - ansonsten hat locale-gen nicht funktioniert.

Sobald Sie das erledigt haben, ist es Zeit, die systemweiten Locale-Einstellungen zu setzen. Wir verwenden wieder eselect dafür, diesmal mit dem Modul locale.

Mit eselect locale list werden die verfügbaren Locale angezeigt:

root #eselect locale list
Verfügbare Locale für die LANG Variable:
  [1] C
  [2] POSIX
  [3] en_US
  [4] en_US.iso88591
  [5] en_US.utf8
  [6] de_DE
  [7] de_DE.iso88591
  [8] de_DE.iso885915
  [9] de_DE.utf8
  [ ] (free form)

Mit eselect locale set WERT kann die gewünschte Locale eingestellt werden:

root #eselect locale set 9

Manuell kann dies auch durch die Datei /etc/env.d/02locale erreicht werden:

DATEI /etc/env.d/02localeManuelles Setzen der System Locale Definitionen
LANG="de_DE.UTF-8"
LC_COLLATE="C"

Stellen Sie sicher, dass ein Locale eingestellt ist, da das System andernfalls Warnungen und Fehler während des Bau des Kernels und bei anderem Softwareeinsatz später bei der Installation ausgibt.

Laden Sie jetzt die Umgebung erneut, damit die Änderung der Locale-Einstellung in Ihrer Shell wirksam wird:

root #env-update && source /etc/profile && export PS1="(chroot) ${PS1}"

Wir haben einen vollständigen Lokalisierungs-Leitfaden erstellt, um die Benutzer durch diesen Prozess zu leiten. Ein weiterer interessanter Artikel ist der UTF-8-Leitfaden mit detaillierten Informationen zum Aktivieren von UTF-8 auf dem System.



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Parts Handbuch
Installation
Über die Installation
Auswahl des Mediums
Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Installation der Quellen

Der Linux Kernel ist der Kern, um den herum alle Distributionen gebaut sind. Er ist die Schicht zwischen den Benutzerprogrammen und der Systemhardware. Gentoo bietet seinen Benutzern verschiedene Kernel-Quellen. Eine komplette Liste mit einer Beschreibung finden Sie auf der Kernel Übersichtsseite.

Bei -basierten Systemen empfiehlt Gentoo das sys-kernel/ Paket.

Wählen Sie eine passende Kernel-Quelle und installieren Sie diese mit emerge:

root #emerge --ask sys-kernel/

Dies installiert die Quellen des Linux Kernel im Verzeichnis /usr/src/, in welchem ein symbolischer Link namens linux auf die installierten Kernel-Quellen zeigt:

root #ls -l /usr/src/linux
lrwxrwxrwx    1 root   root    12 Oct 13 11:04 /usr/src/linux -> linux-

Jetzt ist es Zeit, die Kernel-Quellen zu konfigurieren und zu kompilieren. Dafür gibt es zwei Ansätze:

  1. Der Kernel wird manuell konfiguriert und gebaut.
  2. Sie verwenden das Werkzeug genkernel, um den Linux Kernel automatisch zu bauen und zu installieren.

Wir erklären hier die manuelle Konfiguration als Standardwahl, weil dies der beste Weg ist, eine Umgebung zu optimieren.

Standard: Manuelle Konfiguration

Einleitung

Einen Kernel manuell zu konfigurieren wird oft als die schwierigste Aufgabe gesehen, die ein Linux Benutzer jemals durchzuführen hat. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Nach der Konfiguration einiger Kernel werden Sie sich nicht mehr daran erinnern, dass es jemals schwer war. ;)

Eine Sache ist jedoch wahr: um einen Kernel manuell konfigurieren zu können, ist es wichtig, das System zu kennen. Die meisten Informationen erhalten Sie durch das Programm lspci, das im Paket sys-apps/pciutils enthalten ist.

root #emerge --ask sys-apps/pciutils
root #lspci
root #lspci -v
Notiz
Innerhalb der chroot-Umgebung können Sie jegliche pcilib-Warnung (wie pcilib: cannot open /sys/bus/pci/devices) ignorieren, die lspci auswerfen könnte.

Eine weitere Quelle von Systeminformationen ist lsmod. Diese Anweisung zeigt Ihnen, welche Kernel-Module die Installations-CD verwendet. Dies liefert gute Hinweise darauf, was im Kernel aktiviert werden sollte.

Gehen Sie in das Kernel Quellverzeichnis und führen Sie make menuconfig aus. Dies wird eine menübasierte Konfigurationsmaske starten.

root #cd /usr/src/linux
root #make menuconfig

Die Linux Kernel-Konfiguration hat viele, viele Abschnitte. Wir listen zunächst einige Optionen auf, die aktiviert werden müssen (ansonsten wird Gentoo nicht funktionieren, oder ohne zusätzliche Veränderungen nicht richtig funktionieren). Wir haben im Gentoo Wiki auch einen Gentoo Kernel-Konfigurationsleitfaden, der weiterhelfen könnte.

Aktivieren der benötigten Optionen

Stellen Sie sicher, dass jeder Treiber, der zum Booten des Systems notwendig ist (wie z.B. SCSI-Controller, usw.), direkt in den Kernel kompiliert ist (nicht als Modul). Andernfalls wird das System nicht in der Lage sein, komplett zu booten.

Als Nächstes wählen Sie den genauen Prozessor-Typ. Es wird auch empfohlen, die MCE-Funktion zu aktivieren (wenn verfügbar), so dass Benutzer bei Hardwareproblemen benachrichtigt werden können. Auf einigen Architekturen (wie z.B. X86_64) werden diese Fehler nicht über dmesg, sondern auf /dev/mcelog ausgegeben. Dies erfordert das Paket app-admin/mcelog.

Wählen Sie auch Maintain a devtmpfs file system to mount at /dev, damit kritische Gerätedateien bereits früh im Boot-Prozess verfügbar sind (CONFIG_DEVTMPFS and CONFIG_DEVTMPFS_MOUNT):

KERNEL devtmpfs-Unterstützung aktivieren
Device Drivers --->
  Generic Driver Options --->
    [*] Maintain a devtmpfs filesystem to mount at /dev
    [ ]   Automount devtmpfs at /dev, after the kernel mounted the rootfs

Überprüfen Sie, dass SCSI disk Unterstützung aktiviert wurde (CONFIG_BLK_DEV_SD):

KERNEL SCSI disk Unterstützung aktivieren
Device Drivers --->
   SCSI device support  --->
      <*> SCSI disk support

Gehen Sie nun zu den Dateisystemen (File Systems) und aktivieren Sie die Dateisysteme, die Sie verwenden. Kompilieren Sie das Dateisystem, das als Root-Dateisystem verwendet wird, nicht als Modul. Andernfalls wird das Gentoo-System nicht in der Lage sein, die Root-Partition einzuhängen. Wählen Sie ebenfalls Virtual memory und /proc file system. Wählen Sie eine oder mehrere Dateisysteme, die Sie auf Ihrem System verwenden wollen (CONFIG_EXT2_FS, CONFIG_EXT3_FS, CONFIG_EXT4_FS, CONFIG_MSDOS_FS, CONFIG_VFAT_FS, CONFIG_PROC_FS, and CONFIG_TMPFS):

KERNEL Auswahl notwendiger Dateisysteme
File systems --->
  <*> Second extended fs support
  <*> The Extended 3 (ext3) filesystem
  <*> The Extended 4 (ext4) filesystem
  <*> Reiserfs support
  <*> JFS filesystem support
  <*> XFS filesystem support
  <*> Btrfs filesystem support
  DOS/FAT/NT Filesystems  --->
    <*> MSDOS fs support
    <*> VFAT (Windows-95) fs support
 
Pseudo Filesystems --->
    [*] /proc file system support
    [*] Tmpfs virtual memory file system support (former shm fs)

Wenn PPPoE für die Internetverbindung, oder ein Einwahl-Modem verwendet wird, aktivieren Sie die folgenden Optionen (CONFIG_PPP, CONFIG_PPP_ASYNC, and CONFIG_PPP_SYNC_TTY):

KERNEL Auswahl der Treiber für PPPoE
Device Drivers --->
  Network device support --->
    <*> PPP (point-to-point protocol) support
    <*>   PPP support for async serial ports
    <*>   PPP support for sync tty ports

Die beiden Komprimierungsoptionen schaden nicht, werden aber auch nicht unbedingt benötigt. Ebenso wenig wie die PPP over Ethernet Option, die vielleicht nur von ppp benötigt wird, wenn 'kernel mode PPPoE' konfiguriert wird.

Vergessen Sie nicht, die Unterstützung von Netzwerkkarten (Ethernet oder Wireless-LAN) zu aktivieren.

Die meisten Systeme haben auch mehrere Prozessorkerne zur Verfügung. Daher ist es wichtig, Symmetric multi-processing support zu aktivieren (CONFIG_SMP):

KERNEL SMP-Unterstützung aktivieren
Processor type and features  --->
  [*] Symmetric multi-processing support
Notiz
In Mehrkernsystemen zählt jeder Kern als ein Prozessor.

Wenn Sie USB-Eingabegeräte (wie Tastatur oder Maus) oder andere USB-Geräte verwenden, vergessen Sie nicht, diese ebenfalls zu aktivieren (CONFIG_HID_GENERIC and CONFIG_USB_HID, CONFIG_USB_SUPPORT, CONFIG_USB_XHCI_HCD, CONFIG_USB_EHCI_HCD, CONFIG_USB_OHCI_HCD):

KERNEL USB-Unterstützung für Eingabegeräte aktivieren
Device Drivers --->
  HID support  --->
    -*- HID bus support
    <*>   Generic HID driver
    [*]   Battery level reporting for HID devices
      USB HID support  --->
        <*> USB HID transport layer
  [*] USB support  --->
    <*>     xHCI HCD (USB 3.0) support
    <*>     EHCI HCD (USB 2.0) support
    <*>     OHCI HCD (USB 1.1) support

Handbook:Parts/Blocks/Kernel/de

Optional: initramfs bauen

In bestimmten Fällen ist es notwendig, ein initramfs (Ausgangsdateisystem im Arbeitsspeicher) zu bauen. Der häufigste Grund dafür ist, dass wichtige System-Verzeichnisse (wie /usr/ oder /var/) auf separaten Partitionen liegen. Diese Partitionen können mit Hilfe der Werkzeuge, die im initramfs Verfügbar sind, eingehängt werden.

Ohne initramfs besteht ein großes Risiko, dass das System nicht richtig bootet, da die Werkzeuge, die für das Einhängen der Dateisysteme verantwortlich sind, Informationen benötigen, die sich auf den einzuhängenden Dateisystemen befinden. Ein initramfs zieht die notwendigen Dateien in ein Archiv, welches genutzt werden kann nachdem der Kernel gebootet hat, aber noch bevor die Kontrolle an das Init-Tool übergeben wird. Skripte auf dem initramfs stellen dann sicher, dass die Partitionen richtig eingehängt sind, bevor das System mit dem Booten fortfährt.

Zur Installation eines initramfs installieren Sie zunächst das Paket sys-kernel/genkernel. Im Anschluss daran lassen Sie das Tool ein initramfs erzeugen:

root #emerge --ask sys-kernel/genkernel
root #genkernel --install initramfs

Um im initramfs Unterstützung für bestimmte Systeme zu aktivieren, wie LVM oder RAID, fügen Sie die entsprechenden Optionen an den genkernel Aufruf hinzu. Siehe genkernel --help für weitere Informationen. Im nächsten Beispiel aktivieren wir die Unterstützung für LVM und Software-RAID (mdadm)

root #genkernel --lvm --mdadm --install initramfs

Das initramfs wird in /boot/ gespeichert. Die resultierende Datei kann einfach durch Auflisten der mit initramfs beginnenden Dateien gefunden werden:

root #ls /boot/initramfs*

Fahren Sie nun beim Abschnitt Kernel-Module fort.

Alternative: genkernel verwenden

Wenn eine manuelle Konfiguration für Sie zu abschreckend aussieht, empfehlen wir die Nutzung von genkernel. Dies wird den Kernel automatisch konfigurieren und bauen.

genkernel konfiguriert den Kernel fast identisch zu der Art, wie ein Installations-CD Kernel konfiguriert wird. Wenn Sie genkernel verwenden, um einen Kernel zu bauen, wird die gesamte Hardware erst zur Bootzeit erkannt, genau so wie die Installations-CD das macht. Weil genkernel keine manuelle Kernel-Konfiguration benötigt, ist es eine ideale Lösung für jene Benutzer, denen unwohl beim Kompilieren ihres eigenen Kernels ist.

Schauen wir uns nun an, wie man genkernel verwendet. Installieren Sie als erstes das Paket sys-kernel/genkernel:

root #emerge --ask sys-kernel/genkernel

Editieren Sie die Datei /etc/fstab, so dass die Zeile, die als zweites Feld /boot/ beinhaltet, im ersten Feld auf das richtige Device zeigt. Wenn Sie dem Partitionierungs-Beispiel aus diesem Handbuch folgen, ist dieses Device wahrscheinlich mit einem ext2 Dateisystem. Dann würde der Eintrag in der Datei in etwa wie folgt aussehen:

root #nano -w /etc/fstab
DATEI /etc/fstabKonfiguration des /boot Einhängepunktes
/boot	ext2	defaults	0 2
Notiz
Bei der Gentoo Installation wird die Datei /etc/fstab später nochmals konfiguriert. Die /boot Einstellung wird aber bereits jetzt benötigt, da die Anwendung genkernel aus dieser Konfiguration liest.

Kompilieren Sie jetzt die Kernel-Quellen, indem Sie genkernel all ausführen. Seien Sie sich aber bewusst, dass der Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen wird, da genkernel einen Kernel kompiliert, der fast alle Hardware unterstützt!

Notiz
Wenn die Boot-Partition nicht ext2 oder ext3 als Dateisystem verwendet, könnte es notwendig sein, den Kernel manuell mit genkernel --menuconfig all zu konfigurieren. Hierbei müssen Sie Unterstützung für das Dateisystem der Boot-Partition direkt im Kernel (also nicht als Modul) hinzuzufügen. Benutzer von LVM2 werden vermutlich ebenfalls --lvm als Argument hinzufügen wollen.
root #genkernel all

Wenn genkernel fertig ist, wird ein Kernel, ein voller Satz Module und ein initial ram filesystem (initramfs) erstellt worden sein. Wir verwenden den Kernel und die initrd bei der Konfiguration des Boot-Loader später in dieser Anleitung. Schreiben Sie sich die Namen des Kernels und der initrd auf, da Sie diese Information benötigen, wenn die Boot-Loader Konfigurationsdatei bearbeitet wird. Die initrd wird sofort nach dem Booten gestartet, um die automatische Hardware-Erkennung durchzuführen (wie bei der Installations-CD). Danach wird das "richtige" System gestartet.

root #ls /boot/kernel* /boot/initramfs*

Kernel-Module

Konfigurieren der Module

Notiz
Beim Booten werden folgende Kernel-Module automatisch geladen:
  • Kernel-Module für Hardware, die erkannt wird (über udev)
  • Kernel-Module, die explizit angegeben wurden.
Exotische Hardware wird manchmal nicht automatisch erkannt. In diesem Fall ist es notwendig, die erforderlichen Kernel-Module explizit anzugeben. Es schadet nicht, die Kernel-Module, die von udev automatisch geladen werden, zusätzlich explizit anzugeben.

Konfigurieren Sie die Module, die beim Booten automatisch geladen werden sollen, in /etc/modules-load.d/*.conf Dateien. In jeder Zeile wird ein Modul angegeben. Zusätzliche Optionen für die Module sollten in /etc/modprobe.d/*.conf Dateien konfiguriert werden.

Um alle verfügbaren Module anzuzeigen, können Sie den folgenden find Befehl ausführen. Vergessen Sie nicht, "<Kernelversion>" mit der Version des Kernels zu ersetzen, den Sie gerade kompiliert haben:

root #find /lib/modules/<Kernelversion>/ -type f -iname '*.o' -or -iname '*.ko' | less

Um beispielsweise automatisch das Modul 3c59x.ko zu laden (ein Treiber für eine bestimmte 3Com Netzwerkkarten-Familie), editieren Sie die Datei /etc/modules-load.d/network.conf und fügen Sie den Modulnamen ein. Der genaue Dateiname in /etc/modules-load.d/ ist für den Loader unwichtig.

root #mkdir -p /etc/modules-load.d
root #nano -w /etc/modules-load.d/network.conf
DATEI /etc/modules-load.d/network.confLaden des 3c59x Moduls erzwingen
3c59x

Setzten Sie die Installation mit der Konfiguration des Systems fort.

Optional: Firmware installieren

Einige Treiber benötigen die Installation von zusätzlicher Firmware auf dem System, bevor sie funktionieren. Dies ist häufig bei Netzwerkkarten, und insbesondere bei WLAN Interfaces der Fall. Auch moderne Video-Chips von Herstellern wie AMD, NVidia und Intel benötigen häufig externe Firmware-Dateien, selbst oder gerade wenn sie mit Open-Source Treibern angesteuert werden. Die meiste Firmware befindet sich im Paket sys-kernel/linux-firmware:

root #emerge --ask sys-kernel/linux-firmware



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Dateien und Verzeichnisse
Variablen
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Funktionalität hinzufügen
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Dateisystem-Konfiguration

Über fstab

Unter Linux müssen alle Partitionen, die im System genutzt werden, in /etc/fstab aufgelistet werden. Diese Datei beinhaltet die Mountpunkte ("Einhängepunkte") dieser Partitionen (wo sie im Dateisystem erscheinen), wie sie eingehängt werden sollen und mit welchen speziellen Optionen sie eingehängt werden sollen (automatisch einhängen oder nicht, dürfen Benutzer sie einhängen, etc.)

fstab erstellen

Die Datei /etc/fstab verwendet eine tabellenartige Syntax. Jede Zeile besteht aus sechs Feldern, die jeweils durch Leerräume (Leerzeichen, Tabulatoren oder beides gemischt) getrennt sind. Jedes Feld hat seine eigene Bedeutung:

  1. Das erste Feld enthält eine Block-Gerätedatei oder ein Remote-Dateisystem, die/das eingehängt werden soll. Block-Gerätedateien können über mehrere verschiedene Arten angegeben werden: u.a. über den Dateinamen des Gerätedatei, über Dateisystem Labels und UUIDs oder über Partition Labels und UUIDs.
  2. Das zweite Feld definiert den Einhängepunkt, an dem die Partition eingehängt werden soll.
  3. Das dritte Feld enthält den Typ des Dateisystem (ext2, etxt3, ...)
  4. Im vierten Feld stehen die Einhänge-Optionen, die von mount genutzt werden, wenn es die Partition eingehängt. Da jedes Dateisystem seine eigenen Optionen hat, empfiehlt sich ein Blick in die Manpage (man mount), wo sich eine vollständige Liste findet. Mehrere Einhänge-Optionen werden mit Kommata getrennt.
  5. Das fünfte Feld wird von dump verwendet, um herauszufinden ob die Partition in einem Dump-Backup berücksichtigt werden soll. Dieser Eintrag kann üblicherweise auf 0 (null) belassen werden.
  6. Das sechste Feld wird von fsck verwendet, um die Reihenfolge festzulegen, in der Dateisysteme nach einem unsauberen Neustart überprüft werden. Für das root-Dateisystem (/) sollte hier 1 stehen, für alle anderen Dateisysteme 2 (oder 0, wenn eine Dateisystemprüfung nicht nötig ist.)
Wichtig
Die bei der Installation von Gentoo Linux installierte Datei /etc/fstab ist keine gültige fstab-Datei, sondern eine Vorlage, die von Ihnen ausgefüllt werden muss.
root #nano -w /etc/fstab

Im Rest dieses Kapitels verwenden wir Block-Gerätedateien /dev/sd* zur Auswahl von Partitionen.

Dateisystem Labels and UUIDs

Unabhängig davon, ob Sie MBR (BIOS) oder GPT Partitionstabellen verwenden, können Sie Dateisystem Labels und Dateisystem UUIDs nutzen. Diese Attribute können in /etc/fstab als Alternative zu den bisherigen Block-Gerätedateien (/dev/sd*) angegeben werden. Das Kommando blkid zeigt Ihnen die LABELs und UUIDs der Dateisysteme auf Ihrem System an. In der Datei /etc/fstab geben Sie diese mit dem Prefix "LABEL=" bzw. "UUID=" an. Anführungszeichen werden - im Gegensatz zu der Ausgabe von blkid - nicht verwendet.

root #blkid
Warnung
Wenn ein Dateisystem innerhalb einer Partition neu erstellt oder gelöscht wird, ändern sich die Dateisystem Labels und UUIDs - oder sie verschwinden ganz.

Um die Eindeutigkeit zu gewährleisten, sollten Anwender, die eine MBR Partitionstabelle verwenden, besser Dateisystem UUIDs als Dateisystem Labels in /etc/fstab verwenden.

Partition Labels and UUIDs

Anwender, die eine GPT Partitionstabelle verwenden, haben eine 'robustere' Möglichkeit, um Partitionen in /etc/fstab anzugeben: Partition Labels und Partition UUIDs. Diese kennzeichnen Partitionen selbst, unabhängig von deren Inhalt oder dem Dateisystem, das dort angelegt ist. Sie ändern sich deshalb auch nicht, wenn der Inhalt der Partition gelöscht wird oder ein neues Dateisystem erstellt wird. Das Kommando blkid zeigt Ihnen die PARTLABELs und PARTUUIDs der Partitionen auf Ihrem System an. In der Datei /etc/fstab geben Sie diese mit dem Prefix "PARTLABEL=" bzw. "PARTUUID=" an. Anführungszeichen werden - im Gegensatz zu der Ausgabe von blkid - nicht verwendet.

root #blkid

Der Name eines Block-Geräts hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. von der Reihenfolge, in der der Kernel die Block-Geräte im frühen Boot-Prozess erkennt. Bei Systemen, die häufig gebootet werden und bei denen regelmäßig SATA Block-Geräte entfernt oder hinzugefügt werden, können sich die Namen der Block-Geräte nach einem Neustart ändern. Es ist deshalb riskant, die älteren Block-Gerätedateien (/dev/sd*N) zur Angabe von Partitionen in fstab zu verwenden. Wenn Sie stattdessen Partition UUIDs verwenden, ist garantiert, dass Linux das gewünschte Dateisystem verwendet - selbst wenn das Dateisystem später geändert wird.

Nichtsdestotrotz ist die Verwendung der hergebrachten Block-Gerätedateien eine einfache, geradlinige und für die meisten Anwender sinnvolle Methode. Wenn Sie einen komplexen Server mit vielen Festplatten haben oder wenn Sie die Hardware ihres Systems häufiger ändern werden, sollten Sie über die Verwendung von Partition UUIDs nachdenken.



Fügen Sie weitere Zeilen hinzu, so dass alle gewünschten Dateisysteme eingehängt werden. Wenn Sie ein CD-ROM Laufwerk haben, fügen Sie auch eine Regel hierfür hinzu.

Hier ist ein Beispiel für eine vollständige /etc/fstab Datei:


DATEI /etc/fstabBeispiel: eine vollständige /etc/fstab Datei
none         swap    sw                   0 0
   /            ext4    noatime              0 1
  
/dev/cdrom  /mnt/cdrom   auto    noauto,user          0 0

When auto im dritten Feld verwendet wird, "rät" mount den Typ des Dateisystems beim Einhängen. Dies wird empfohlen für Wechselmedien, da sie unterschiedliche Typen von Dateisystemen haben können. Die Option user im vierten Feld ermöglicht es nicht-root Usern, CDs einzuhängen.

Um die Performance zu erhöhen, können die meisten Anwender die Option noatime setzen. Dadurch wird in den Verwaltungsdaten von Dateien nicht mehr protokolliert, wann zum letzten Mal lesend auf sie zugegriffen wurde. Diese Option wird bei der Verwendung von SSDs auch deshalb empfohlen, weil sie die Anzahl der Schreibzugriffe reduziert.

Überprüfen Sie die Datei /etc/fstab noch einmal, speichern Sie sie und verlassen Sie den Editor.

Netzwerk-Konfiguration

Host- und Domänen-Konfiguration

Eine der Entscheidungen, die Benutzer treffen müssen, ist der Name des PCs. Auf den ersten Blick scheint dies einfach zu sein, aber viele Benutzer haben Schwierigkeiten, einen passenden Namen für ihren Linux-PC zu finden. Um diesen Prozess zu beschleunigen, sei darauf hingewiesen, dass der Name später wieder geändert werden kann. In den folgenden Beispielen wird der Hostname "tux" in der Domäne "homenetwork" verwendet.

root #nano -w /etc/conf.d/hostname
# Die Variable "hostname" auf den gewählten Hostnamen setzen
hostname="tux"

Wenn ein Domänenname benötigt wird, setzen Sie diesen in /etc/conf.d/net. Dies ist nur nötig, wenn Ihr Provider oder Netzwerkadministrator dies verlangt, oder wenn das Netzwerk einen DNS-Server besitzt, aber keinen DHCP-Server. Sie können DNS oder Domänennamen ignorieren, wenn Ihr System DHCP für die Zuweisung dynamischer IP-Adressen und Netzwerkkonfiguration verwendet wird.

Notiz
Die Datei /etc/conf.d/net wird nicht mitgeliefert, Sie müssen sie daher erstellen.
root #nano -w /etc/conf.d/net
# Setzen Sie die dns_domain-Variable auf Ihren Domainnamen
dns_domain_lo="homenetwork"
Notiz
Wenn Sie sich dafür entscheiden, keinen Domänennamen zu setzen, können Sie die "This is hostname.(none)" Nachrichten am Anmeldebildschirm loswerden, indem Sie /etc/issue editieren. Entfernen Sie einfach den String .\O aus dieser Datei.

Wenn eine NIS Domäne benötigt wird (Anwender, die unsicher sind, benötigen keine), definieren Sie eine:

root #nano -w /etc/conf.d/net
# Set the nis_domain_lo variable to the selected NIS domain name
nis_domain_lo="my-nisdomain"
Notiz
Weitere Informationen zur Konfiguration von DNS und NIS finden Sie in den Beispielen in /usr/share/doc/netifrc-*/net.example.bz2. Die Dateien können mit Hilfe des Programms bzless gelesen werden. Es könnte auch nützlich sein, das Paket net-dns/openresolv zu installieren, das bei dem Management von DNS/NIS hilft.

Konfigurieren der Netzwerk-Interfaces

Bereits zu Beginn der Installation von Gentoo Linux wurde das Netzwerk konfiguriert. Diese Konfiguration betraf jedoch das von der Installations-CD gebootete System - und nicht das neu installierte System. Wir werden jetzt die Netzwerk-Konfiguration für Ihr neu installiertes Linux-System erstellen.

Notiz
Weitere Informationen über Netzwerke, insbesondere auch über fortgeschrittene Themen wie Bonding, Bridges, 802.1Q VLANs oder WLAN, finden Sie in dem Abschnitt "Gentoo Netzwerk-Konfiguration".

Die Netzwerk-Konfiguration wird gespeichert in /etc/conf.d/net. Die Syntax ist unkompliziert, aber vielleicht etwas un-intuitiv. Aber keine Angst - wir werden alles in Ruhe erklären. Ein gut dokumentiertes Beispiel mit mehreren verschiedenen Konfigurationen finden Sie unter /usr/share/doc/netifrc-*/net.example.bz2.

Installieren Sie zuerst das Paket net-misc/netifrc:

root #emerge --ask --noreplace net-misc/netifrc

Standardmäßig wird DHCP verwendet. Damit DHCP funktioniert, muss ein DHCP-Client installiert werden. Dies wird später im Abschnitt "Einen DHCP Client installieren" beschrieben.

Wenn Sie kein DHCP verwenden wollen (statische IP-Adressen) oder wenn Sie spezielle DHCP-Optionen benötigen, dann editieren Sie jetzt die Datei /etc/conf.d/net:

root #nano -w /etc/conf.d/net

Definieren Sie IP-Adresse und Routing in den beiden Variablen config_eth0 und routes_eth0.

Notiz
Wir gehen in dieser Anleitung davon aus, dass das Netzwerk-Interface "eth0" heißt. Bei Ihnen heißt das Netzwerk-Interface möglicherweise anders. Verwenden Sie im Folgenden statt "eth0" immer den Namen Ihres Netzwerk-Interfaces. Der Name des Netzwerk-Interfaces hängt ab vom gebooteten System und den Kernel-Optionen. Da Sie noch nicht von dem neu installierten System gebootet haben, können Sie den Namen des Netzwerk-Interfaces noch nicht wissen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass es genauso heißen wird, wie in Ihrem jetzigen System, das von dem Installationsmedium gebootet wurde.
DATEI /etc/conf.d/netKonfiguration einer statischen IP-Adresse
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.0.255"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"

Um DHCP zu verwenden, setzen Sie config_eth0:

DATEI /etc/conf.d/netKonfiguration von DHCP
config_eth0="dhcp"

Eine Liste aller möglichen Optionen finden Sie in /usr/share/doc/netifrc-*/net.example.bz2. Bitte lesen Sie auch die DHCP-Client man page, wenn besondere DHCP-Optionen gesetzt werden müssen.

Wenn das System mehrere Netzwerk-Interfaces hat, wiederholen Sie bitte die oben beschriebenen Schritte für alle Netzwerk-Interfaces (config_eth1, config_eth2 usw.) - falls diese Interfaces beim Booten initialisiert und aktiviert werden sollen.

Speichern Sie die Konfigurations-Datei und verlassen Sie den Editor.

Automatischer Start der Netzwerk-Interfaces beim Booten

Damit die Netzwerk-Interfaces beim Booten konfiguriert und aktiviert werden, müssen sie zum Runlevel 'default' hinzugefügt werden.

root #cd /etc/init.d
root #ln -s net.lo net.eth0
root #rc-update add net.eth0 default

Wenn Ihr System mehrere Netzwerk-Interfaces hat, muss der vorherige Schritt für alle Netzwerk-Interfaces, die beim Booten konfiguriert und aktiviert werden sollen, wiederholt werden.

Wenn Sie nach dem Booten herausfinden sollten, dass der gewählte Name für das oder die Netzwerk-Interfaces verkehrt ist, führen Sie die folgenden Anweisungen aus, um das Problem zu beheben:

  1. Editieren Sie die Datei /etc/conf.d/net und ersetzen Sie den verkehrten Interface-Namen durch den korrekten Namen (beispielsweise enp3s0 statt eth0).
  2. Erstellen Sie den korrekten symbolischen Link (beispielsweise /etc/init.d/net.enp3s0).
  3. Entfernen Sie den alten (fehlerhaften) Link (rm /etc/init.d/net.eth0).
  4. Fügen Sie das neue Interface zum Runlevel 'default' hinzu
  5. Entfernen Sie das alte Interface vom Runlevel 'default': rc-update del net.eth0 default.

Die hosts Datei

Bitte editieren Sie die Datei /etc/hosts. Diese Datei muss auf jeden Fall einen korrekten Eintrag zu localhost enthalten. Weiterhin können Sie IP-Adressen und Hostnamen von wichtigen Hosts in ihrem eigenen Netzwerk eintragen. Letzteres ist jedoch nur notwendig, wenn Ihr Nameserver diese Informationen nicht liefern kann, wenn Sie gar keinen Nameserver verwenden, oder wenn Sie eine Namensauflösung für die Zeiten benötigen, in denen der Nameserver nicht verfügbar ist (z.B. beim Booten oder bei Netzstörungen).

root #nano -w /etc/hosts
DATEI /etc/hostsZuordnung zwischen IP-Adressen und Hostnamen für lokale Namensauflösung
# This defines the current system and must be set
127.0.0.1     tux.homenetwork tux localhost
  
# Optional definition of extra systems on the network
192.168.0.5   jenny.homenetwork jenny
192.168.0.6   benny.homenetwork benny

Speichern Sie die Datei und beenden Sie den Editor.

Optional: PCMCIA zum Laufen bekommen

Anwender, die PCMCIA Hardware verwenden, sollten das Paket sys-apps/pcmciautils installieren.

root #emerge --ask sys-apps/pcmciautils

System-Konfiguration

Root Passwort

Setzen Sie das root-Passwort mit dem passwd Kommando:

root #passwd

Der Linux User 'root' ist sehr mächtig! Wählen Sie deshalb bitte ein sicheres Passwort. Später werden wir einen "gewöhnlichen" User mit eingeschränkten Rechten anlegen, unter dem Sie alle normalen täglichen Arbeiten verrichten können.

Init- and Boot-Konfiguration

Wenn Sie Gentoo mit dem Init-System OpenRC verwenden, werden die Dienste, die beim Booten oder Herunterfahren des Systems gestartet bzw. gestoppt werden, in der Datei /etc/rc.conf konfiguriert. Öffnen Sie diese Datei mit einem Editor, und erfreuen Sie sich an den vielen Kommentaren in der Datei. Überprüfen Sie alle Einstellungen und ändern Sie sie, falls gewünscht oder erforderlich.

root #nano -w /etc/rc.conf

Editieren Sie als nächstes die Datei /etc/conf.d/keymaps und konfigurieren Sie Ihre Tastatur.

root #nano -w /etc/conf.d/keymaps

Seien Sie vorsichtig bei der keymap Variable. Wenn Sie die falsche Tastatur konfigurieren, erhalten Sie merkwürdige Ergebnisse, wenn sie Texte auf der Tastatur tippen.

Editieren Sie zum Schluss die Datei /etc/conf.d/hwclock und konfigurieren Sie Ihre Hardware-Uhr.

root #nano -w /etc/conf.d/hwclock

Wenn die Hardware-Uhr nicht unter der Zeitzone UTC laufen soll, sollten Sie clock="local" in die Datei schreiben. Ansonsten kann es zu Zeitfehlern oder -sprüngen kommen.



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Installation
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Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Syslog Daemon

Einige Tools fehlen in dem Stage Tar-Archiv, weil es mehrere Pakete gibt, die die gleiche Funktionalität bereitstellen. Der Anwender kann wählen, welches dieser Pakete er installieren möchte.

Das erste Tool, bei dem eine Auswahl getroffen werden muss, ist der Syslog Daemon. UNIX und Linux bieten hervorragende Unterstützung für Logging. Falls notwendig, kann alles, was auf dem System passiert, in Log-Dateien protokolliert werden. Hierfür muss ein Syslog Daemon installiert werden, der die Protokoll-Nachrichten empfängt, sie ggf. filtert, und in Dateien schreibt - oder auf eine andere Art speichert oder weiterleitet.

Gentoo bietet verschiedene Syslog Daemons, unter anderem:

  • app-admin/sysklogd - Das Paket beinhaltet das traditionelle Set von Syslog Diensten. Die mitgelieferte Standard-Konfiguration funktioniert ohne zusätzliche Konfigurationsarbeiten. Deshalb ist dieses Paket eine gute Wahl für Anfänger.
  • app-admin/syslog-ng - Ein fortgeschrittener Syslog Daemon, der für fortgeschrittene Anwender gedacht ist, die das Logging feiner steuern und zusätzliche Funktionen nutzen wollen. Er benötigt zusätzliche Konfigurationsaufwand, wenn in mehr als eine Datei protokolliert werden soll.
  • app-admin/metalog - Ein hochgradig konfigurierbarer Syslog Daemon.

Über Portage sind noch weitere Syslog Daemons verfügbar - die Anzahl der verfügbaren Pakete wächst ständig.

Tip
Wenn sysklogd oder syslog-ng verwendet werden, wird empfohlen, später auch das Paket logrotate zu installieren, weil diese beiden Syslog Daemons keine Funktionen zum Rotieren und Löschen von Log-Dateien enthalten.
Tip
systemd enthält ein eigenes Logging System namens "journal". Auf systemd Systemen kann optional ein zusätzlicher Syslog Daemon installiert werden. Dieser muss so konfiguriert werden, dass er Nachrichten vom systemd journal liest.

Wenn Sie einen Syslog Daemon ausgewählt haben, installieren Sie ihn mit emerge und fügen Sie ihn mit rc-update zum Runlevel "default" hinzu. Das folgende Beispiel installiert app-admin/sysklogd:

root #emerge --ask app-admin/sysklogd
root #rc-update add sysklogd default

Optional: Cron Daemon

Die Installation eines Cron Daemons ist optional und wird nicht auf jedem System benötigt. Auf den meisten Systemen ist die Installation eines Cron Daemons jedoch sinnvoll.

Ein Cron Daemon führt Kommandos und Programme zu vordefinierten Zeiten aus. Er kann Kommandos oder Programme auch regelmäßig ausführen (beispielsweise täglich, wöchentlich oder monatlich).

Gentoo bietet verschiedene Cron Daemons an, unter anderem sys-process/bcron, sys-process/dcron, sys-process/fcron und sys-process/cronie. Die Installation erfolgt ähnlich wie bei dem Syslog Daemon. Das folgende Beispiel installiert sys-process/cronie:

root #emerge --ask sys-process/cronie
root #rc-update add cronie default

Wenn dcron or fcron verwendet werden, muss ein zusätzlicher Initialisierungs-Befehl ausgeführt werden:

root #crontab /etc/crontab

Optional: Datei-Index

Mit Hilfe des Pakets sys-apps/mlocate kann man einen Index des Dateisystems erstellen und schnell nach Dateien suchen.

root #emerge --ask sys-apps/mlocate

Optional: Remote Zugriff

Wenn Sie sich von Remote Systemen über SSH bei Ihrem neu installierten System anmelden wollen, sollten Sie sshd zum Runlevel "default" hinzufügen:

root #rc-update add sshd default

Wenn Sie sich über die serielle Schnittstelle bei Ihrem neu installierten System anmelden wollen, sollten Sie das Kommentar-Zeichen bei den Einträgen zur seriellen Konsole in /etc/inittab entfernen:

root #nano -w /etc/inittab
# SERIAL CONSOLES
s0:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS0 vt100
s1:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS1 vt100

Dateisystem Tools

Es ist erforderlich, die zu den genutzten Dateisystemen gehörenden Dateisystem-Utilities zu installieren (diese werden benötigt für Wartungsaufgaben wie Überprüfung der Dateisysteme, um neue Dateisystem zu erstellen, usw.). Anmerkung: die Dateisystem-Utilities für die Dateisysteme ext2, ext3, und ext4 sind bereits installiert, weil sie zu dem @system set gehören.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Pakete installiert werden müssen, wenn Sie das zugehörige Dateisystem verwenden:

Dateisystem Paket
Ext2, 3, and 4 sys-fs/e2fsprogs
XFS sys-fs/xfsprogs
ReiserFS sys-fs/reiserfsprogs
JFS sys-fs/jfsutils
VFAT (FAT32, ...) sys-fs/dosfstools
Btrfs sys-fs/btrfs-progs
Tip
Weitere Informationen zu Dateisystemen in Gentoo finden Sie im Artikel zu Dateisystemen.

Netzwerk Tools

Wenn es keinen Bedarf für zusätzliche Netzwerk-Tools gibt, können Sie direkt zum Kapitel Konfiguration des Bootloaders springen.

Einen DHCP-Client installieren

Wichtig
Die Installation eines DHCP-Clients ist zwar optional, aber die überwiegende Mehrheit der Anwender benötigt einen DHCP-Client. Bitte installieren jetzt Sie einen DHCP-Client. Wenn dieser Schritt übersprungen wird, kann es passieren, dass Ihr System nach einem Neustart keine Verbindung mehr zu Ihrem Netzwerk aufbauen kann. In diesem Fall werden Sie vermutlich nicht in der Lage sein, einen DHCP-Client nachträglich zu installieren.

Damit Ihr System in der Lage ist, mit Hilfe der netifrc-Skripte automatisch eine IP-Adresse für Ihr(e) Netzwerk-Interface(s) zu erhalten, ist es notwendig, einen DHCP-Client zu installieren. Wir empfehlen die Installation des Pakets net-misc/dhcpcd, obwohl über das Gentoo ebuild Repository auch viele andere DHCP-Clients verfügbar sind:

root #emerge --ask net-misc/dhcpcd

Weitere Informationen zu dhcpcd finden Sie in dem dhcpcd Artikel.

Optional: Einen PPPoE-Client installieren

Wenn PPP genutzt werden soll, um eine Verbindung zum Internet aufzubauen, sollten Sie das Paket net-dialup/ppp installieren.

root #emerge --ask net-dialup/ppp

Optional: WLAN Tools installieren

Wenn das System mit WLANs (drahtlosen lokalen Netzwerken) verbunden werden soll, sollten Sie das Paket net-wireless/iw installieren für offene oder WEP Netze und/oder das Paket net-wireless/wpa_supplicant für WPA oder WPA2 Netze. iw ist auch ein nützliches Tools für Diagnose-Zwecke und zum Scannen von WLANs.

root #emerge --ask net-wireless/iw net-wireless/wpa_supplicant

Als nächstes folgt das Kapitel Konfigurieren des Bootloaders.



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Handbook:Parts/Blocks/Bootloader/de

Neustart des Systems

Verlassen Sie die chroot-Umgebung und hängen Sie alle gemounteten Partitionen aus. Geben Sie dann den magischen Befehl ein, der den alles entscheidenden Test einleitet - reboot.

root #exit
cdimage ~#cd
cdimage ~#umount -l /mnt/gentoo/dev{/shm,/pts,}
cdimage ~#umount -R /mnt/gentoo
cdimage ~#reboot

Vergessen Sie nicht, das Installations-Medium zu entfernen. Andernfalls könnte erneut das Installations-Medium anstelle des neuen Gentoo Systems gebootet werden.

Nach dem Neustart in die neu installierte Gentoo Umgebung können Sie Ihre Installation mit dem Kapitel Abschluss der Gentoo Installation fertigstellen.



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Benutzerverwaltung

Hinzufügen eines Benutzers für den täglichen Gebrauch

Arbeiten als root in einem Unix/Linux System ist gefährlich und sollte, wenn immer möglich, vermieden werden. Wir empfehlen daher nachdrücklich das Einrichten eines Benutzers für die täglichen Aufgaben.

Die Gruppen, denen ein Benutzer angehört, definieren, welche Aktivitäten der User ausführen kann. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Gruppen, die Sie vermutlich benutzen wollen:

Gruppe Beschreibung
audio Benutzer kann Audiogeräte benutzen.
cdrom Benutzer kann optische Laufwerke direkt benutzen.
floppy Benutzer kann Diskettenlaufwerke direkt benutzen.
games Benutzer darf Spiele ausführen.
portage Benutzer darf auf eingeschränkte Ressourcen von portage zugreifen.
usb Benutzer darf USB-Geräte benutzen.
video Benutzer darf Geräte zur Videoaufnahme benutzen und Hardwarebeschleunigung nutzen.
wheel Benutzer darf su benutzen.

In unserem Beispiel erstellen wir einen Benutzer larry, der Mitglied der Gruppen wheel, users und audio werden soll. Loggen Sie sich dazu zunächst als root ein (nur root kann Benutzer erstellen) und führen Sie useradd aus:

Login:root
Password: (Ihr root-Passwort)
root #useradd -m -G users,wheel,audio -s /bin/bash larry
root #passwd larry
Password: (Hier das Passwort für larry eintragen)
Re-enter password: (Das Passwort zur Kontrolle noch einmal eingeben)

Wenn Benutzer eine bestimmte Aufgabe als root durchführen möchten, können sie den Befehl su - verwenden, um temporär Rechte als root zu erhalten. Alternativ kann das sudo-Paket verwendet werden, welches mit richtiger Konfiguration sehr sicher ist.

Aufräumen der Festplatte

Entfernen der Tar-Archive

Da nun die Gentoo Installation abgeschlossen ist und das System neu gestartet wurde, können Sie, sofern alles funktioniert, das heruntergeladene Stage Tar-Archiv von Ihrer Festplatte entfernen. Erinnern Sie sich daran, dass diese Datei in Ihr /-Verzeichnis heruntergeladen wurde?

root #ls -la /stage3-*.tar.*
root #rm /stage3-*.tar.*

Wie geht es weiter?

Dokumentation

Gratulation! Sie haben jetzt ein funktionierendes Gentoo Linux-System. Aber wie geht es nun weiter? Es gibt viele Wege zu entdecken... Gentoo bietet seinen Benutzern viele Möglichkeiten und hat deshalb viele gut dokumentierte (und auch weniger gut dokumentierte) Eigenschaften, die hier im Wiki und in anderen Bereichen (siehe den folgenden Abschnitt Gentoo Online) erkundet werden können.

Leser sollten definitiv einen Blick in den nächsten Teil des Gentoo Handbuchs werden: Arbeiten mit Gentoo. Dort wird erklärt, wie Sie Ihre Software aktuell halten und zusätzliche Software installieren können, was USE-Flags sind, und wie das Init-System OpenRC funktioniert. Er enthält viele weitere Informationen darüber, wie man ein Gentoo Linux System nach der Installation verwaltet.

Neben dem Handbuch sollten Anwender auch andere Teile des Wikis erkunden, in denen zusätzliche, von der Community erstellte Dokumentation zur Verfügung steht. Das Gentoo Wiki Team bietet eine Übersicht über die Dokumentation im Wiki an, in der Sie eine nach Kategorien sortierte Liste von Wiki Artikeln finden. Beispielsweise gibt es dort einen Link zum Lokalisierungsleitfaden, mit dem man das System noch etwas angenehmer einrichten kann (besonders hilfreich für diejenigen, für die Englisch nicht die Muttersprache ist).

Gentoo Online

Wichtig
Bitte beachten Sie, dass für alle von Gentoo offiziell angebotenen Online Dienste Gentoos Code of Conduct (Verhaltenscodex) gilt. Die aktive Teilnahme an der Gentoo Community ist ein Privileg, kein Recht. Nutzer sollten sich darüber im Klaren sein, dass der "Code of Conduct" aus gutem Grund besteht.

Die meisten Gentoo Websites benötigen einen eigenen User Account, damit Sie Fragen stellen, Diskussionen eröffnen oder einen Bug melden können. Eine Ausnahme hiervon sind das bei Freenode gehostete Internet Relay Chat (IRC) Netzwerk und die Mailing-Listen.

Forums und IRC

Jeder Anwender ist willkommen in unseren Gentoo-Foren oder in einem unserer Internet Relay Chat Channels. Es ist einfach, in den Foren zu suchen, ob ein Problem bereits entdeckt, besprochen und gelöst wurde (dies gilt sowohl für "Anfänger"-Probleme, als auch für Probleme von fortgeschrittenen Anwendern). Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Anwender schon die gleichen Probleme hatten, ist erstaunlich hoch. Wir bitten Anwender, zuerst die Foren und das Wiki zu durchsuchen, bevor sie in den Gentoo Support Channels um Hilfe bitten.

Tip
Zum Suche in den Foren oder im Wiki können die dortigen Such-Maschinen verwendet werden. Es können aber auch die bekannten Suchmaschinen wie Google, Bing, DuckDuckGo genutzt werden. Bei Google kann man beispielsweise durch den Zusatz von "site:forums.gentoo.org" angeben, dass nur die Gentoo Foren nach den Suchbegriffen durchsucht werden sollen.

Mailing-Listen

Mehrere Mailing-Listen sind verfügbar für Community-Mitglieder, die lieber E-Mail für Support-Anfragen oder Feedback verwenden, als einen User Account bei den Foren oder bei IRC anzulegen. Anwender, die diesen Dienst nutzen wollen, müssen die Anleitungen befolgen, um die gewünschten Mailing-Listen zu abonnieren.

Bugs

Manchmal gibt es trotz Suche im Forum und Hilfe-Anfragen im Forum, in den Mailing-Listen und im IRC Channel keine Lösung für ein Problem. In vielen Fällen ist das ein Zeichen dafür, das ein Bug in der Gentoo Bugzilla Datenbank erstellt werden sollte.

Development guide

Leser, die gerne mehr über die Entwicklung von Gentoo erfahren möchten, können einen Blick auf den Development Guide werfen. Dieser Leitfaden enthält Anleitungen zum Schreiben von ebuilds und zur Arbeit mit eclasses. Weiterhin enthält er eine Beschreibung für viele Generelle Konzepte bei der Gentoo Entwicklung.

Abschließende Betrachtungen

Gentoo ist eine robuste, flexible und hervorragend gewartete Distribution. Die Entwickler-Community freut sich über Feedback darüber, wie man Gentoo zu einer noch besseren Distribution machen kann.

Zur Erinnerung: Feedback zu "diesem Handbuch" sollte den Richtlinien entsprechen, die am Anfang dieses Handbuchs besprochen wurden: Wie kann ich helfen, das Handbuch zu verbessern?

Wir sind sehr gespannt darauf, wie unsere Anwender Gentoo Linux nutzen werden!



Warning: Display title "Gentoo Linux Handbuch: Gentoo installieren" overrides earlier display title "Handbuch:Parts/Full/Installation".