Handbuch:PPC64/Installation/Tools

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PPC64 Handbuch
Installation
Über die Installation
Auswahl des Mediums
Konfiguration des Netzwerks
Vorbereiten der Festplatte(n)
Installation des Stage Archivs
Installation des Basissystems
Konfiguration des Kernels
Konfiguration des Systems
Installation der Tools
Konfiguration des Bootloaders
Abschluss
Arbeiten mit Gentoo
Portage-Einführung
USE-Flags
Portage-Features
Initskript-System
Umgebungsvariablen
Arbeiten mit Portage
Dateien und Verzeichnisse
Variablen
Mischen von Softwarezweigen
Zusätzliche Tools
Eigener Portage-Tree
Erweiterte Portage-Features
Netzwerk-Konfiguration
Zu Beginn
Fortgeschrittene Konfiguration
Modulare Vernetzung
Drahtlose Netzwerke
Funktionalität hinzufügen
Dynamisches Management


Syslog Daemon

Einige Tools fehlen in dem Stage Tar-Archiv, weil es mehrere Pakete gibt, die die gleiche Funktionalität bereitstellen. Der Anwender kann wählen, welches dieser Pakete er installieren möchte.

Das erste Tool, bei dem eine Auswahl getroffen werden muss, ist der Syslog Daemon. UNIX und Linux bieten hervorragende Unterstützung für Logging. Falls notwendig, kann alles, was auf dem System passiert, in Log-Dateien protokolliert werden. Hierfür muss ein Syslog Daemon installiert werden, der die Protokoll-Nachrichten empfängt, sie ggf. filtert, und in Dateien schreibt - oder auf eine andere Art speichert oder weiterleitet.

Gentoo bietet verschiedene Syslog Daemons, unter anderem:

  • app-admin/sysklogd - Das Paket beinhaltet das traditionelle Set von Syslog Diensten. Die mitgelieferte Standard-Konfiguration funktioniert ohne zusätzliche Konfigurationsarbeiten. Deshalb ist dieses Paket eine gute Wahl für Anfänger.
  • app-admin/syslog-ng - Ein fortgeschrittener Syslog Daemon, der für fortgeschrittene Anwender gedacht ist, die das Logging feiner steuern und zusätzliche Funktionen nutzen wollen. Er benötigt zusätzliche Konfigurationsaufwand, wenn in mehr als eine Datei protokolliert werden soll.
  • app-admin/metalog - Ein hochgradig konfigurierbarer Syslog Daemon.

Über Portage sind noch weitere Syslog Daemons verfügbar - die Anzahl der verfügbaren Pakete wächst ständig.

Tip
Wenn sysklogd oder syslog-ng verwendet werden, wird empfohlen, später auch das Paket logrotate zu installieren, weil diese beiden Syslog Daemons keine Funktionen zum Rotieren und Löschen von Log-Dateien enthalten.
Tip
systemd enthält ein eigenes Logging System namens "journal". Auf systemd Systemen kann optional ein zusätzlicher Syslog Daemon installiert werden. Dieser muss so konfiguriert werden, dass er Nachrichten vom systemd journal liest.

Wenn Sie einen Syslog Daemon ausgewählt haben, installieren Sie ihn mit emerge und fügen Sie ihn mit rc-update zum Runlevel "default" hinzu. Das folgende Beispiel installiert app-admin/sysklogd:

root #emerge --ask app-admin/sysklogd
root #rc-update add sysklogd default

Optional: Cron Daemon

Die Installation eines Cron Daemons ist optional und wird nicht auf jedem System benötigt. Auf den meisten Systemen ist die Installation eines Cron Daemons jedoch sinnvoll.

Ein Cron Daemon führt Kommandos und Programme zu vordefinierten Zeiten aus. Er kann Kommandos oder Programme auch regelmäßig ausführen (beispielsweise täglich, wöchentlich oder monatlich).

Gentoo bietet verschiedene Cron Daemons an, unter anderem sys-process/bcron, sys-process/dcron, sys-process/fcron und sys-process/cronie. Die Installation erfolgt ähnlich wie bei dem Syslog Daemon. Das folgende Beispiel installiert sys-process/cronie:

root #emerge --ask sys-process/cronie
root #rc-update add cronie default

Wenn dcron or fcron verwendet werden, muss ein zusätzlicher Initialisierungs-Befehl ausgeführt werden:

root #crontab /etc/crontab

Optional: Datei-Index

Mit Hilfe des Pakets sys-apps/mlocate kann man einen Index des Dateisystems erstellen und schnell nach Dateien suchen.

root #emerge --ask sys-apps/mlocate

Optional: Remote Zugriff

Wenn Sie sich von Remote Systemen über SSH bei Ihrem neu installierten System anmelden wollen, sollten Sie sshd zum Runlevel "default" hinzufügen:

root #rc-update add sshd default

Wenn Sie sich über die serielle Schnittstelle bei Ihrem neu installierten System anmelden wollen, sollten Sie das Kommentar-Zeichen bei den Einträgen zur seriellen Konsole in /etc/inittab entfernen:

root #nano -w /etc/inittab
# SERIAL CONSOLES
s0:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS0 vt100
s1:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS1 vt100

Dateisystem Tools

Es ist erforderlich, die zu den genutzten Dateisystemen gehörenden Dateisystem-Utilities zu installieren (diese werden benötigt für Wartungsaufgaben wie Überprüfung der Dateisysteme, um neue Dateisystem zu erstellen, usw.). Anmerkung: die Dateisystem-Utilities für die Dateisysteme ext2, ext3, und ext4 sind bereits installiert, weil sie zu dem @system set gehören.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Pakete installiert werden müssen, wenn Sie das zugehörige Dateisystem verwenden:

Dateisystem Paket
Ext2, 3, and 4 sys-fs/e2fsprogs
XFS sys-fs/xfsprogs
ReiserFS sys-fs/reiserfsprogs
JFS sys-fs/jfsutils
VFAT (FAT32, ...) sys-fs/dosfstools
Btrfs sys-fs/btrfs-progs
Tip
Weitere Informationen zu Dateisystemen in Gentoo finden Sie im Artikel zu Dateisystemen.

Netzwerk Tools

Wenn es keinen Bedarf für zusätzliche Netzwerk-Tools gibt, können Sie direkt zum Kapitel Konfiguration des Bootloaders springen.

Einen DHCP-Client installieren

Wichtig
Die Installation eines DHCP-Clients ist zwar optional, aber die überwiegende Mehrheit der Anwender benötigt einen DHCP-Client. Bitte installieren jetzt Sie einen DHCP-Client. Wenn dieser Schritt übersprungen wird, kann es passieren, dass Ihr System nach einem Neustart keine Verbindung mehr zu Ihrem Netzwerk aufbauen kann. In diesem Fall werden Sie vermutlich nicht in der Lage sein, einen DHCP-Client nachträglich zu installieren.

Damit Ihr System in der Lage ist, mit Hilfe der netifrc-Skripte automatisch eine IP-Adresse für Ihr(e) Netzwerk-Interface(s) zu erhalten, ist es notwendig, einen DHCP-Client zu installieren. Wir empfehlen die Installation des Pakets net-misc/dhcpcd, obwohl über das Gentoo ebuild Repository auch viele andere DHCP-Clients verfügbar sind:

root #emerge --ask net-misc/dhcpcd

Weitere Informationen zu dhcpcd finden Sie in dem dhcpcd Artikel.

Optional: Einen PPPoE-Client installieren

Wenn PPP genutzt werden soll, um eine Verbindung zum Internet aufzubauen, sollten Sie das Paket net-dialup/ppp installieren.

root #emerge --ask net-dialup/ppp

Optional: WLAN Tools installieren

Wenn das System mit WLANs (drahtlosen lokalen Netzwerken) verbunden werden soll, sollten Sie das Paket net-wireless/iw installieren für offene oder WEP Netze und/oder das Paket net-wireless/wpa_supplicant für WPA oder WPA2 Netze. iw ist auch ein nützliches Tools für Diagnose-Zwecke und zum Scannen von WLANs.

root #emerge --ask net-wireless/iw net-wireless/wpa_supplicant

Als nächstes folgt das Kapitel Konfigurieren des Bootloaders.