Handbuch:X86/Blöcke/Festplatten

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Partitionstabellen

Obwohl es theoretisch möglich wäre, eine vollständige und unpartitionierte Festplatte für die Unterbringung eines Linux Systems zu nutzen (beispielsweise um ein btrfs RAID zu erzeugen), wird das in der Praxis selten gemacht. Statt dessen teilt man das Festplatten Block Device in kleinere, besser verwaltbare Block Devices auf. Auf x86 Systemen nennt man diese Partitionen. Derzeit gibt es zwei verschiedene Standard Partitionierungs-Technologien: MBR (manchmal aus "DOS Disklabel" genannt) und GPT. Diese hängen zusammen mit den beiden Boot-Typen: BIOS und UEFI.

GUID Partitionstabelle (GPT)

Das GUID Partition Table (GPT) Setup (auch "GPT disklabel" genannt) verwendet 64-Bit Kennzeichner für die Partitionen. Der Ort, an dem die Partitions-Informationen gespeichert werden, ist außerdem viel größer, als die 512 Bytes der MBR Partitionstabelle ("DOS disklabel"). Dies bedeutet, dass es praktisch kein Limit für die Anzahl der Partitionen gibt. Darüber hinaus wird die Größe einer Partition durch ein viel größeres Limit begrenzt (fast 8 ZiB - ja, Zebibytes).

Wenn die Software-Schnittstelle zwischen dem Betriebssystem und der Firmware UEFI ist (statt BIOS), ist GPT fast schon zwingend erforderlich, weil mit MBR (DOS disklabel) Kompatibilitäts-Probleme entstehen werden.

GPT nutzt die Vorteile von Prüfsummen und Redundanz. Es verwendet CRC32 Prüfsummen, um Fehler in den Kopfdaten und in den Partitionseinträgen zu erkennen. Weiterhin gibt es eine Kopie der GPT am Ende der Festplatte. Diese Backup Partitionstabelle kann verwendet werden, um eine beschädigte Primär-GPT am Anfang der Festplatte wiederherzustellen.

Wichtig
Es gibt ein paar Warnhinweise zu GPT:
  • GPT bei kann bei BIOS-basierten Computern verwendet werden. In diesem Fall kann aber keine Dual-Boot-Konfiguration mit Microsoft Windows Betriebssystemen eingerichtet werden. Der Grund ist, dass Microsoft Windows im UEFI-Modus bootet, wenn es eine GPT Partitionstabelle erkennt.
  • Manche ältere Motherboards mit fehlerhafter Firmware können Probleme beim Booten haben, wenn sie für den BIOS/CSM/Legacy Boot-Modus konfiguriert sind, aber auf der Festplatte eine GPT Partitionstabelle finden.

Master Boot Record (MBR) oder DOS Boot-Sector

Der Master Boot Record Boot-Sektor (auch "DOS Boot-Sektor" oder "DOS Disklabel" genannt) wurde im Jahr 1983 mit PC DOS 2.x eingeführt. MBR verwendet 32-Bit Kennzeichner für den Start der Sektoren und die Länge der Partitionen. Drei Partitions-Typen werden unterstützt: primär, erweitert und logisch. Primäre Partitionen speichern ihre Informationen im Master Boot Record selbst - ein sehr kleiner Bereich (meist 512 Bytes) ganz am Anfang der Festplatte. Aufgrund des geringen Platzes werden nur vier Primäre Partitionen unterstützt (beispielsweise /dev/sda1 bis /dev/sda4).

Um mehr als vier Partitionen zu unterstützen, kann eine der primären Partitionen in dem MBR als erweitert markiert werden. Diese Partition kann dann zusätzliche logische Partitionen beinhalten (Partitionen in einer Partition).

Wichtig
Obwohl MBR Partitionstabellen von den meisten Mainboard Herstellern noch unterstützt werden, gelten sie und die damit verbundenen Einschränkungen als veraltet. Sofern Sie nicht mit Hardware arbeiten, die von 2010 oder früher ist, sollten Sie Ihre Festplatte mit einer GUID Partititionstabelle partitionieren. Leser, die MBR Partitionstabellen verwenden müssen, sollten Folgendes beachten:
  • Die meisten Mainboards von 2010 oder später betrachten die Verwendung des MBR Boot-Sektors als veraltet (unterstützt, aber nicht optimal).
  • Da MBR Partitionstabellen 32-Bit Zeiger verwenden, können mit ihnen keine Speicherbereiche adressiert werden, die größer als 2 TiB sind.
  • Sofern keine "Erweiterte Partition" erstellt wird, unterstützen MBR Partitionstabellen maximal 4 Partitionen.
  • Von MBR Partitionstabellen gibt es kein Backup auf der Festplatte. Wenn etwas die MBR Partitionstabelle (versehentlich) überschreibt, sind die Partitions-Informationen verloren.
Trotz all dieser Nachteile werden MBR und die BIOS Boot-Methode immer noch häufig in virtualisierten Cloud-Umgebungen wie AWS verwendet.

Die Autoren dieses Handbuchs empfehlen - wann immer möglich - GPT für Gentoo Installationen zu verwenden.

Fortgeschrittene Speicherlösungen

Die x86 Installations-CDs bieten Unterstützung für den Logical Volume Manager (LVM). LVM erhöht die Flexibilität, die man mit "normalem" Partitionieren erreichen kann. So können Partitionen und Festplatten in "Volume Groups" zusammengefasst werden, "RAID Groups" können definiert werden, oder Caches auf schnellen SSDs können für langsame Festplatten eingerichtet werden. Während der folgenden Installationsanleitung konzentrieren wir uns auf "normale" Partitionen. Es ist dennoch gut zu wissen, dass auch LVM unterstützt wird. Weitere Informationen finden Sie in dem LVM Artikel. Bitte beachten Sie: Gentoo Linux unterstützt LVM, aber der Umgang mit LVM würde den Rahmen dieses Handbuchs sprengen.

Standard-Partitionsschema

In dem Rest dieses Handbuchs werden wir zwei Fälle besprechen und erklären: 1) GPT Partitionstabelle und UEFI-Boot und 2) MBR Partitionstabelle und BIOS-Boot (veraltet). Obwohl es möglich ist zu mischen, würde dies über den Rahmen dieses Handbuchs hinausgehen. Wie bereits geschrieben, sollten Installationen auf moderner Hardware eine GPT Partitionstabelle und UEFI-Boot verwenden. Als Ausnahme von dieser Regel gelten virtualisierte (Cloud-) Umgebungen, bei denen immer noch häufig eine MBR Partitionstabelle und BIOS-Boot verwendet werden.

Wir werden das folgende Partitionsschema als einfaches Beispiel verwenden:

Partition Dateisystem Größe Beschreibung
/dev/sda2 fat32 (UEFI) oder ext2 (BIOS) 256M Boot/EFI System Partition
/dev/sda2 (swap) RAM Größe * 2 Swap Partition
/dev/sda3 ext4 Rest der Festplatte Root Partition

Fortgeschrittene, denen diese Informationen ausreichen, können die folgenden Abschnitte überspringen und direkt zur Partitionierung weitergehen.

Sowohl fdisk, als auch parted sind Partitionierungs-Tools. fdisk ist sehr bekannt, stabil und die erste Wahl für Arbeiten an MBR Partitionstabellen. parted war eines der ersten Block Device Management-Programme, das auch mit GPT Partitionstabellen umgehen konnte. Im Folgenden wird fdisk verwendet, weil es ein besseres textbasiertes Benutzer-Interface hat.

Bevor wir zu den Anweisungen zur Erstellung kommen, beschreiben die ersten Abschnitte im Detail, wie Partitionsschemas erstellt werden können und was die häufigsten Fallstricke sind.

Ein Partitionsschema entwerfen

Wie viele Partitionen und wie groß?

Bei dem Design des Partitionsschemas sollten die Anforderungen an das System und an die Dateisysteme berücksichtigt werden. Wenn es viele Nutzer gibt, ist eine eigene Partition /home/ ratsam, da diese die Sicherheit erhöht und Backups und andere Wartungsarbeiten vereinfacht. Wenn Gentoo installiert wird, um als Mailserver zu dienen, dann sollte es eine eigene Partition /var/ geben, weil alle Mails im Verzeichnis /var/ gespeichert werden. Spiele-Server werden eine eigene Partition /opt/ besitzen, da die meiste Spiele-Server-Software dort installiert wird. Der Grund für diese Empfehlungen ist ähnlich wie für das /home/ Verzeichnis: Sicherheit, Backups und Wartung.

Bei den meisten Gentoo-Installationen sollten /usr/ und /var/ relativ groß sein. In /usr werden die Mehrzahl der Anwendungen und auch der Linux Kernel Quellcode gespeichert (unter /usr/src). Standardmäßig enthält /var/ das Gentoo ebuild Repository (unter /var/db/repos/gentoo), das alleine schon rund 650 MiB Plattenplatz benötigt. Diese Größenabschätzung enthält noch nicht den benötigten Plattenplatz für die Verzeichnisse /var/cache/distfiles und /var/cache/binpkgs, die sich im Laufe der Zeit mit Source-Code Dateien und (optional) mit Binärpaketen füllen werden - je nachdem, wann und wie sie dem System hinzugefügt werden.

Die Anzahl und Größe der Partitionen hängt vom Abwägen der Vor- und Nachteile und der Auswahl der besten Lösung für einen gegebenen Anwendungsfall ab. Separate Partitionen oder Volumes haben folgende Vorteile:

  • Sie können das performanteste Dateisystem für jede Partition oder jedes Volume wählen.
  • Dem Gesamtsystem kann der freie Speicherplatz nicht ausgehen, wenn ein fehlerhaftes Tool kontinuierlich Dateien auf eine Partition oder ein Volume schreibt.
  • Falls nötig, kann die Zeit für Dateisystemüberprüfungen reduziert werden, da mehrere Überprüfungen gleichzeitig durchgeführt werden können. (Dieser Vorteil kommt aber eher bei mehreren Festplatten, als bei mehreren Partitionen auf einer Festplatte zum Tragen.)
  • Sie können die Sicherheit erhöhen, indem Sie einige Partitionen oder Volumes "read-only", nosuid (setuid Flags werden ignoriert), noexec (executable Flags werden ignoriert) etc. einbinden.


Viele separate Partitionen können aber auch Nachteile haben:

  • Wenn diese schlecht an das System angepasst sind, kann es sein, dass eine Partition voll ist und auf einer anderen Partition noch viel freier Platz verfügbar ist.
  • Eine separate Partition für /usr/ kann es erforderlich machen, dass beim Booten ein initramfs verwendet wird, welches diese Partitionen vor der Ausführung anderer Boot-Skripte mountet. Das Erzeugen und Betreiben eines initramsfs ist nicht Teil dieses Handbuchs. Wir empfehlen Anfängern, für /usr/ keine eigene Partition zu verwenden.
  • Es gibt ein Limit von maximal 15 Partitionen für SCSI und SATA - es sei denn, der Datenträger nutzt GPT-Labels.
Notiz
Wenn Sie systemd verwenden wollen, muss /usr/ beim Booten verfügbar sein - entweder als Teil des Root-Dateisystems oder mit Hilfe eines initramfs gemountet.

Was ist mit dem Swap-Speicher?

Es gibt keine perfekte Größe für den Swap-Speicher. Der Zweck von Swap-Speicher ist, Festplattenspeicherplatz für den Kernel bereitzuhalten, wenn der interne Speicher (RAM) knapp wird. Der Swap-Speicher erlaubt dem Kernel, Speicherseiten, auf die vermutlich nicht bald zugegriffen wird, auf die Platte auszulagern (Swap oder Page-Out). Dadurch kann Arbeitsspeicher im RAM für den aktuell laufenden Prozess freigemacht werden. Werden die auf die Festplatte ausgelagerten Speicherseiten (Pages) jedoch plötzlich benötigt, müssen diese Seiten wieder zurück in den Arbeitsspeicher geladen werden (Page-In). Dies dauert jedoch erheblich länger, als wenn die Daten direkt aus dem RAM gelesen werden könnten (da Festplatten verglichen mit Arbeitsspeicher sehr langsam sind).

Wenn auf einem System keine speicherintensiven Anwendungen ausgeführt werden oder das System viel RAM zur Verfügung hat, benötigt es vermutlich nicht viel Swap-Speicher. Wenn jedoch der Ruhezustand "Hibernation" verwendet werden soll, wird der Swap-Speicher verwendet, um den gesamten Inhalt des Hauptspeichers (RAM) zu sichern (dieser Ruhezustand wird bei Desktop- und Laptop-Systemen häufiger verwendet, als bei Servern). Wenn das System den Ruhezustand "Hibernation" unterstützen soll, muss der Swap-Speicher so groß wie oder größer als der Hauptspeicher (RAM) sein.

Als generelle Regel gilt: der Swap-Speicher sollte zwei Mal so groß sein wie der Arbeitsspeicher (RAM). Auf Systemen mit mehreren (rotierenden) Festplatten ist es sinnvoll, eine Swap-Partition auf jeder Festplatte einzurichten, damit Schreib-/Lese-Operationen parallel ausgeführt werden können. Je schneller auf einen Festplatte zugegriffen werden kann, desto schneller wird das System arbeiten, wenn auf Swap-Speicher zugegriffen werden muss. Wenn zwischen rotierenden Festplatten und SSDs gewählt werden kann, ist es aus Performance-Sicht besser, den Swap-Speicher auf die SSD zu legen. Alternativ zu Swap-Partitionen können auch Swap-Dateien verwendet werden; dies ist hauptsächlich interessant bei Systemen mit sehr geringem Festplatten-Platz.


Was ist die EFI System-Partition (ESP)?

Wenn Sie Gentoo auf einem System installieren, das UEFI zum Booten des Betriebssystems verwendet (statt des BIOS), ist es wichtig, dass eine EFI System-Partition (ESP) erzeugt wird. Die folgenden Anweisungen enthalten die erforderlichen Hinweise, um eine ESP zu erzeugen. Eine EFI System-Partition ist nicht erforderlich, wenn im BIOS/Legacy-Modus gebootet werden soll.

Die EFI System-Partition muss eine FAT Variante sein (derartige Dateisysteme werden auf Linux Systemen oft als vfat angezeigt). Die offizielle UEFI Spezifikation deutet darauf hin, dass FAT12-, FAT16- oder FAT32-Dateisysteme von der UEFI Firmware akzeptiert werden, wobei für die ESP FAT32 empfohlen wird. Nach dem Partitionieren sollten Sie die ESP entsprechend formatieren:

root #mkfs.fat -F 32 /dev/sda2
Wichtig
Wenn die ESP nicht mit einer FAT-Variante formatiert wird, wird die UEFI Firmware Ihres Systems den Bootloader (oder den Linux Kernel) nicht finden und wahrscheinlich nicht in der Lage sein, das Betriebssystem zu booten!


Was ist die BIOS Boot-Partition?

Eine BIOS Boot-Partition ist nur notwendig, wenn eine GPT Partitionstabelle mit GRUB2 im BIOS/Legacy Boot-Modus verwendet wird. Sie ist nicht notwendig, wenn im EFI/UEFI-Modus gebootet werden soll. Sie ist ebenfalls nicht notwendig, wenn eine MBR Partitionstabelle verwendet wird. Sie ist eine sehr kleine Partition (1 bis 2 MB), in der Bootloader wie GRUB2 zusätzliche Daten ablegen können, die nicht in den zugeordneten Speicher passen (einige hundert Bytes im Fall des MBR) und die nirgendwo anders gespeichert werden können. In diesem Handbuch werden wir keine BIOS Boot-Partition verwenden.


Partitionieren des Laufwerks mit GPT für UEFI

Die folgenden Abschnitte erklären, wie das Beispiel Partitionslayout für eine GPT / UEFI-Boot Installation mit fdisk erstellt werden kann. Das Beispiel Partitionslayout wurde bereits früher erwähnt:

Partition Beschreibung
/dev/sda2 EFI System (und boot)
/dev/sda2 Swap Partition
/dev/sda3 Root Partition

Passen Sie das Partitionslayout nach Ihren persönlichen Bedürfnissen an.

Anzeigen des Partitionslayouts

fdisk ist ein beliebtes und leistungsstarkes Tool zum Aufteilen eine Festplatte in Partitionen. Starten Sie fdisk mit der Festplatte (in unserem Beispiel verwenden wir /dev/sda):

root #fdisk /dev/sda

Verwenden Sie die p-Taste, um die aktuelle Konfiguration der Partitionen anzuzeigen:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 21AAD8CF-DB67-0F43-9374-416C7A4E31EA
 
Device        Start      End  Sectors  Size Type
/dev/sda1      2048   526335   524288  256M EFI System
/dev/sda2    526336  2623487  2097152    1G Linux swap
/dev/sda3   2623488 19400703 16777216    8G Linux filesystem
/dev/sda4  19400704 60549086 41148383 19.6G Linux filesystem

Diese Festplatte beherbergt bisher zwei Linux-Dateisysteme (jedes mit einer dazugehörigen Partition gelistet als "Linux") und auch eine Swap-Partition (gelistet als "Linux swap").

Erzeugen eines neuen Disklabels / Löschen aller Partitionen

Drücken Sie g, um eine neue GPT Partitionstabelle auf der Festplatte zu erstellen. Dies wird alle existierenden Partitionen löschen.

Command (m for help):g
Created a new GPT disklabel (GUID: 87EA4497-2722-DF43-A954-368E46AE5C5F).

Wenn es bereits eine GPT Partitionstabelle gibt (siehe Ausgabe der Taste p weiter oben), können Sie alternativ die einzelnen Partitionen der Reihe nach löschen. Drücken Sie d um eine Partition zu löschen. Zum Löschen einer vorhandenen Partition /dev/sda1:

Command (m for help):d
Partition number (1-4): 1

Die Partition ist nun zum Löschen vorgemerkt. Sie taucht nicht länger auf, wenn die Liste der der Partitionen ausgegeben wird (p). Sie wird jedoch nicht gelöscht, solange die Änderungen nicht gespeichert werden. Dies erlaubt dem Benutzer, die Operation abzubrechen, falls ein Fehler passiert ist - in diesem Fall drücken Sie umgehend q gefolgt von Enter. Die bisherige Partition wird dann nicht gelöscht.

Drücken Sie wiederholt p, um die Partitionsliste anzuzeigen, gefolgt von d und der Nummer der zu löschenden Partition. Schließlich wird die Partitionstabelle leer sein:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 87EA4497-2722-DF43-A954-368E46AE5C5F

Jetzt, da die Partitionstabelle im Speicher leer ist, sind wir bereit die Partitionen zu erstellen.

Erstellen der EFI System-Partition (ESP)

Erstellen Sie zunächst eine kleine EFI System-Partition, die später unter /boot gemountet werden wird. Drücken Sie n für neue Partition, gefolgt von 1, um die erste Partition zu wählen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, stellen Sie sicher, dass die Partition bei 2048 beginnt (dies wird möglicherweise für den Bootloader benötigt) und drücken Sie Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden geben Sie +256M ein, um eine 256 MB große Partition zu erstellen:

Command (m for help):n
Partition number (1-128, default 1): 1
First sector (2048-60549086, default 2048): 
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (2048-60549086, default 60549086): +256M
 
Created a new partition 1 of type 'Linux filesystem' and of size 256 MiB.

Markieren Sie die Partition als EFI System-Partition:

Command (m for help):t
Selected partition 1
Partition type (type L to list all types): 1
Changed type of partition 'Linux filesystem' to 'EFI System'.

Erstellen der Swap-Partition

Erstellen Sie als nächstes die Swap-Partition. Drücken Sie n für neue Partition, dann 2, um die zweite Partition (/dev/sda2) zu erstellen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, bestätigen Sie die Voreinstellung durch Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden geben Sie +4G ein (oder jede andere Größe, die Sie als Swap-Speicherplatz benötigen), um eine 4 GB große Partition zu erstellen.

Command (m for help):n
Partition number (2-128, default 2): 
First sector (526336-60549086, default 526336): 
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (526336-60549086, default 60549086): +4G
 
Created a new partition 2 of type 'Linux filesystem' and of size 4 GiB.

Nachdem dies erledigt ist, drücken Sie t um den Partitionstyp einzustellen, 2 um die gerade erzeugte Partition auszuwählen und geben Sie 19 ein, um den Partitionstyp auf "Linux Swap" zu setzen.

Command (m for help):t
Partition number (1,2, default 2): 2
Partition type (type L to list all types): 19
 
Changed type of partition 'Linux filesystem' to 'Linux swap'.

Erstellen der Root-Partition

Um schließlich die Root-Partition zu erstellen, drücken Sie ein weiteres Mal n, um eine neue Partition zu erstellen. Drücken Sie 3 um die dritte Partition /dev/sda3 zu erstellen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, bestätigen Sie die Voreinstellung durch Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden bestätigen Sie nochmals die Voreinstellung durch Enter, um den bisher noch frei verbliebenen restlichen Festplattenanteil dafür zu verwenden. Nachdem Sie diese Schritte abgeschlossen haben, sollte die Eingabe von p eine Partitionstabelle ausgeben, die der folgenden ähnlich sehen sollte:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 87EA4497-2722-DF43-A954-368E46AE5C5F
 
Device       Start      End  Sectors  Size Type
/dev/sda1     2048   526335   524288  256M EFI System
/dev/sda2   526336  8914943  8388608    4G Linux swap
/dev/sda3  8914944 60549086 51634143 24.6G Linux filesystem

Speichern des Partitionslayouts

Um die Partitionstabelle zu speichern und fdisk zu beenden, drücken Sie w.

Command (m for help):w

Nachdem die Partitionen erstellt wurden, ist es jetzt Zeit, Dateisysteme darauf anzulegen.

Partitionieren des Laufwerks mit MBR für BIOS / Legacy-Boot

Die folgenden Abschnitte erklären, wie das Beispiel Partitionslayout für eine MBR / BIOS-Boot Installation erstellt werden kann. Das Beispiel Partitionslayout wurde bereits früher erwähnt:

Partition Description
/dev/sda2 Boot partition
/dev/sda2 Swap partition
/dev/sda3 Root partition

Passen Sie das Partitionslayout nach Ihren persönlichen Bedürfnissen an.

Anzeigen des aktuellen Partitionslayouts

Starten Sie fdisk mit der Festplatte (in unserem Beispiel verwenden wir /dev/sda):

root #fdisk /dev/sda

Verwenden Sie die p-Taste, um die aktuelle Konfiguration der Partitionen anzuzeigen:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 21AAD8CF-DB67-0F43-9374-416C7A4E31EA
 
Device        Start      End  Sectors  Size Type
/dev/sda1      2048   526335   524288  256M EFI System
/dev/sda2    526336  2623487  2097152    1G Linux swap
/dev/sda3   2623488 19400703 16777216    8G Linux filesystem
/dev/sda4  19400704 60549086 41148383 19.6G Linux filesystem

Diese Festplatte beherbergt bisher zwei Linux-Dateisysteme (jedes mit einer dazugehörigen Partition gelistet als "Linux") und auch eine Swap-Partition (gelistet als "Linux swap").

Erzeugen eines neuen Disklabels / Löschen aller Partitionen

Drücken Sie o, um eine neue MBR Partitionstabelle (im Folgenden auch "DOS disklabel" genannt) auf der Festplatte zu erstellen. Dies wird alle existierenden Partitionen löschen.

Command (m for help):o
Created a new DOS disklabel with disk identifier 0xe04e67c4.
The device contains 'gpt' signature and it will be removed by a write command. See fdisk(8) man page and --wipe option for more details.

Wenn bereits eine MBR Partitionstabelle existiert (siehe Ausgabe der Taste p weiter oben), können Sie alternativ die einzelnen Partitionen der Reihe nach löschen. Drücken Sie d um eine Partition zu löschen. Zum Löschen einer vorhandenen Partition /dev/sda1:

Command (m for help):d
Partition number (1-4): 1

Die Partition ist nun zum Löschen vorgemerkt. Sie taucht nicht länger auf, wenn die Liste der der Partitionen ausgegeben wird (p). Sie wird jedoch nicht gelöscht, solange die Änderungen nicht gespeichert werden. Dies erlaubt dem Benutzer, die Operation abzubrechen, falls ein Fehler passiert ist - in diesem Fall drücken Sie umgehend q gefolgt von Enter. Die bisherige Partition wird dann nicht gelöscht.

Drücken Sie wiederholt p, um die Partitionsliste anzuzeigen, gefolgt von d und der Nummer der zu löschenden Partition. Schließlich wird die Partitionstabelle leer sein:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: dos
Disk identifier: 0xe04e67c4

Jetzt sind wir bereit die Partitionen zu erstellen.

Erstellen der Boot-Partition

Erstellen Sie zunächst eine kleine Partition, die später unter /boot gemountet werden wird. Drücken Sie n für neue Partition, gefolgt von p für eine primäre Partition und 1, um die erste primäre Partition zu wählen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, stellen Sie sicher, dass die Partition bei 2048 beginnt (dies wird möglicherweise für den Bootloader benötigt) und drücken Sie Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden geben Sie +256M ein, um eine 256 MB große Partition zu erstellen:

Command (m for help):n
Partition type
   p   primary (0 primary, 0 extended, 4 free)
   e   extended (container for logical partitions)
Select (default p): p
Partition number (1-4, default 1): 1
First sector (2048-60549119, default 2048): 
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (2048-60549119, default 60549119): +256M
 
Created a new partition 1 of type 'Linux' and of size 256 MiB.

Erstellen der Swap-Partition

Erstellen Sie als nächstes die Swap-Partition. Drücken Sie n für neue Partition, gefolgt von p für eine primäre Partition und dann 2, um die zweite primäre Partition (/dev/sda2) zu erstellen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, bestätigen Sie die Voreinstellung durch Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden geben Sie +4G ein (oder jede andere Größe, die Sie als Swap-Speicherplatz benötigen), um eine 4 GB große Partition zu erstellen.

Command (m for help):n
Partition type
   p   primary (1 primary, 0 extended, 3 free)
   e   extended (container for logical partitions)
Select (default p): p
Partition number (2-4, default 2): 2
First sector (526336-60549119, default 526336): 
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (526336-60549119, default 60549119): +4G
 
Created a new partition 2 of type 'Linux' and of size 4 GiB.

Nachdem dies erledigt ist, drücken Sie t um den Partitionstyp einzustellen, 2 um die gerade erzeugte Partition auszuwählen und geben Sie 82 ein, um den Partitionstyp auf "Linux Swap" zu setzen.

Command (m for help):t
Partition number (1,2, default 2): 2
Hex code (type L to list all codes): 82

Changed type of partition 'Linux' to 'Linux swap / Solaris'.

Erstellen der Root-Partition

Um schließlich die Root-Partition zu erstellen, drücken Sie ein weiteres Mal n, um eine neue Partition zu erstellen. Drücken Sie p und 3, um die dritte primäre Partition /dev/sda3 zu erstellen. Wenn Sie aufgefordert werden den ersten Sektor einzugeben, bestätigen Sie die Voreinstellung durch Enter. Wenn Sie nach dem letzten Sektor gefragt werden bestätigen Sie nochmals die Voreinstellung durch Enter, um den bisher noch frei verbliebenen restlichen Festplattenanteil dafür zu verwenden. Nachdem Sie diese Schritte abgeschlossen haben, sollte die Eingabe von p eine Partitionstabelle ausgeben, die der folgenden ähnlich sehen sollte:

Command (m for help):p
Disk /dev/sda: 28.89 GiB, 31001149440 bytes, 60549120 sectors
Disk model: DataTraveler 2.0
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: dos
Disk identifier: 0xe04e67c4
 
Device     Boot   Start      End  Sectors  Size Id Type
/dev/sda1          2048   526335   524288  256M 83 Linux
/dev/sda2        526336  8914943  8388608    4G 82 Linux swap / Solaris
/dev/sda3       8914944 60549119 51634176 24.6G 83 Linux

Speichern des Partitionslayouts

Um die Partitionstabelle zu speichern und fdisk zu beenden, drücken Sie w.

Command (m for help):w

Nachdem die Partitionen erstellt wurden, ist es jetzt Zeit, Dateisysteme darauf anzulegen.