Handbook:AMD64/Blocks/Booting

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Booten des Installations-Mediums

Sobald das Installations-Medium erstellt ist, ist es Zeit, dieses zu booten. Legen Sie das Installations-Medium in das System ein, rebooten Sie und gehen Sie in das User-Interface der Firmware Ihres Mainboards (BIOS/UEFI-Setup). Normalerweise erreichen Sie dies durch Drücken einer der Tasten ENTF, F1, F10 oder ESC während des Power-On Self-Tests (POST) des Mainboards. Die genaue Taste ist abhängig vom Mainboard. Wenn Sie sie nicht kennen, sie nicht im Handbuch des Mainboards steht und Sie sie nicht durch Probieren herausfinden können, können Sie mit Hilfe einer Suchmaschine im Internet danach suchen. Wenn Sie im Firmware-Menu Ihres Mainboards sind, ändern Sie bitte die Boot-Reihenfolge, so dass das Mainboard zuerst versucht, von Ihrem Installations-Medium zu booten, bevor es versucht, von den internen Festplatten zu booten. Ohne diese Änderung würde Ihr System wahrscheinlich von den internen Festplatten booten und Ihr Installations-Medium ignorieren.

Wichtig
Wenn Sie beabsichtigen, UEFI anstatt des klassischen BIOS zu verwenden, sollten Sie umgehend mit UEFI booten. Falls nicht, müssen Sie vor Abschluss der Gentoo Linux-Installation eventuell einmalig einen bootfähigen UEFI-USB-Stick (oder ein anderes Medium) erstellen.

Sofern noch nicht geschehen, stellen Sie bitte sicher, das das Installations-Medium eingelegt oder mit Ihrem System verbunden ist und rebooten Sie. Sie sollten einen Bootscreen zu sehen bekommen. An diesem Screen können Sie Enter drücken, um Gentoo mit den standardmäßigen Bootoptionen zu starten. Sie können auch einen anderen Kernel und angepasste Bootoptionen auswählen und erst dann Enter drücken.

Wenn der Boot-Prompt angezeigt wird, haben Sie die Möglichkeit, die verfügbaren Kernel (F1) sowie Bootoptionen (F2) anzuzeigen. Wenn Sie innerhalb von 15 Sekunden keine Wahl treffen (entweder die Informationen anzuzeigen oder einen Kernel zu verwenden), wird das Installations-Medium einfach von der Platte booten. Das macht es möglich, dass Sie nach der Installation rebooten und das neu installierte System ausprobieren können, ohne die CD aus dem Laufwerk entfernen zu müssen. Das ist insbesondere für Remote-Installationen sehr nützlich.

Wir haben erwähnt, dass Sie einen Kernel angeben können. Auf den Minimal-Installations-CDs bieten wir nur zwei verschiedene Kernel an. Der Standard-Kernel heißt gentoo. Der andere Kernel ist die -nofb-Variante. Dieser Kernel deaktiviert die Framebuffer-Unterstützung.

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über die verfügbaren Kernel und ihre Beschreibungen:

Kernel Auswahlmöglichkeiten

gentoo
Standard-Kernel mit Unterstützung für K8-CPUs (inklusive NUMA-Unterstützung) und EM64T-CPUs.
gentoo-nofb
Genau wie gentoo, nur ohne Framebuffer-Unterstützung.
memtest86
Testet Ihr lokales RAM auf Fehler.

Neben dem Kernel können Sie auch noch einige Boot-Optionen mitgeben, die den Bootvorgang weiter anpassen.

Hardware Optionen

acpi=on
Dies lädt Unterstützung für ACPI und führt auch dazu, dass der acpid Dämon von der CD beim Boot gestartet wird. Dies wird nur benötigt, wenn Ihr System ACPI benötigt, um korrekt zu funktionieren. Dies wird nicht für Hyperthreading-Unterstützung benötigt.
acpi=off
Deaktiviert ACPI komplett. Dies ist auf einigen älteren Systemen hilfreich und außerdem eine Anforderung für die Verwendung von APM. Dies wird jegliche Hyperthreading-Unterstützung für Ihren Prozessor deaktivieren.
console=X
Dies richtet den seriellen Konsolenzugriff für die CD ein. Die erste Option ist das Gerät, normalerweise ttyS0 auf x86, gefolgt von jeglichen Verbindungsoptionen, welche durch Komma getrennt sind. Die Standardoptionen sind 9600,8,n,1.
dmraid=X
Dies erlaubt die Übergabe von Optionen an das device-mapper RAID-Subsystem. Optionen sollten von Anführungsstrichen umgeben sein.
doapm
Dies lädt APM-Treiberunterstützung. Dies verlangt auch, dass Sie außerdem acpi=off verwenden.
dopcmcia
Dies lädt Unterstützung für PCMCIA- und Cardbus-Hardware und sorgt außerdem dafür, dass der PCMCIA cardmgr von der CD beim Booten gestartet wird. Dies ist nur nötig, wenn von einem PCMCIA/Cardbus-Gerät gebootet wird.
doscsi
Dies lädt Unterstützung für die meisten SCSI-Controller. Dies wird auch benötigt, um die meisten USB-Geräte zu booten, da Sie das SCSI-Subsystem des Kernels verwenden.
sda=stroke
Dies erlaubt es Ihnen, die gesamte Festplatte zu partitionieren - selbst wenn das BIOS nicht in der Lage ist, große Festplatten zu verwalten. Diese Option wird nur auf Rechnern mit einem älteren BIOS verwendet. Ersetzten Sie sda durch das Gerät, welches diese Option benötigt.
ide=nodma
Dies erzwingt die Deaktivierung von DMA im Kernel und wird von einigen IDE-Chipsätzen und auch einigen CDROM-Laufwerken benötigt. Wenn Ihr System Probleme hat mit den Lesen von Ihrem IDE-CDROM, sollten Sie diese Option ausprobieren. Dies deaktiviert außerdem das Ausführen der Standardeinstellungen von hdparm.
noapic
Dies deaktiviert den Advanced Programmable Interrupt Controller der sich auf neueren Motherboards findet. Er ist bekannt dafür, einige Probleme mit älterer Hardware zu verursachen.
nodetect
Dies deaktiviert jegliche Autoerkennung der CD, inklusive der Geräteautoerkennung und der DHCP-Suche. Dies kann hilfreich beim Debuggen eines CD- oder Treiberfehlers sein.
nodhcp
Dies deaktiviert die DHCP-Suche auf den erkannten Netzwerkkarten. Dies ist hilfreich in Netzwerken mit nur statischen Adressen.
nodmraid
Deaktiviert Unterstützung für device-mapper RAID, wie das welches für on-board IDE/SATA RAID-Controller verwendet wird.
nofirewire
Dies deaktiviert das Laden der Firewire-Module. Dies sollte nur notwendig sein, wenn Ihre Firewire-Hardware Probleme beim Booten der CD verursacht.
nogpm
Dies deaktiviert die Konsolen-Maus-Unterstützung gpm.
nohotplug
Dies deaktiviert das Laden der Init-Skripte hotplug und coldplug beim Boot. Dies kann hilfreich beim Debuggen eines CD- oder Treiberfehlers sein.
nokeymap
Dies deaktiviert die Keymap-Auswahl, welche verwendet wird zur Auswahl von nicht-US Tastaturlayouts.
nolapic
Dies deaktiviert den lokalen APIC auf Uniprozessor-Kerneln.
nosata
Dies deaktiviert das Laden der Serial-ATA-Module. Dies ist hilfreich, wenn Ihr System Probleme mit dem SATA-Subsystem hat.
nosmp
Dies deaktiviert SMP, oder Symmetric Multiprocessing, auf SMP-aktiven Kerneln. Dies ist hilfreich beim Debuggen von Problemen bezüglich SMP mit bestimmten Treibern und Motherboards.
nosound
Dies deaktiviert Soundunterstützung und Lautstärkeeinstellungen. Dies ist hilfreich bei Systemen, auf denen die Soundunterstützung Probleme verursacht.
nousb
Dies fügt einige zusätzliche Pausen zum Bootvorgang hinzu für langsame USB-CDROMs, wie zum Beispiel im IBM-BladeCenter.
slowusb
This adds some extra pauses into the boot process for slow USB CDROMs, like in the IBM BladeCenter.

Logical volume/device Management

dolvm
Dies aktiviert Unterstützung für das Logical Volume Management von Linux.

Andere Optionen

debug
Aktivieren des Debugging-Codes. Dies kann etwas unübersichtlich werden, da eine Menge Daten auf dem Bildschirm ausgegeben wird.
docache
Dies lädt den gesamten Runtime-Bereich der CD in RAM. Das ermöglicht Ihnen, umount /mnt/cdrom zu verwenden und eine andere CD-ROM zu mounten. Diese Optionen erfordert, dass Sie mindestens doppelt soviel RAM verfügbar haben, wie die Größe der CD.
doload=X
Dies zwingt die initiale Ramdisk dazu, jegliche aufgelistete Module zu laden, und auch deren Abhängigkeiten. Ersetzen Sie X durch den Modulnamen. Mehere Module können mit einer durch Kommas separierten Liste spezifiziert werden.
dosshd
Startet sshd beim Boot, was hilfreich ist bei entfernten Installationen.
passwd=foo
Setzt was immer nach dem Gleichheitszeichen folgt als Passwort für root. Dies wird benötigt für dosshd, weil das Passwort für root standardmäßig verschlüsselt ist.
noload=X
Dies zwingt die initiale Ramdisk dazu, den Ladevorgang eines bestimmten Moduls zu überspringen, welches Probleme verursachen könnte. Die Syntax ist dieselbe, wie für doload.
nonfs
Deaktiviert den Start von portmap/nfsmount beim Boot.
nox
Dies zwingt die X-aktivierte LiveCD dazu, X nicht automatisch zu starten, sondern stattdessen auf die Kommandozeile zurückzufallen.
scandelay
Dies zwingt die CD dazu, während bestimmter Abschnitte des Bootvorgangs für 10 Sekunden zu warten, um bestimmten Geräten, die langsamer sind, Zeit zu geben, sich zu initialisieren.
scandelay=X
Dies erlaubt es Ihnen, eine beliebige Verzögerung, in Sekunden, zu bestimmten Abschnitten des Bootvorgangs hinzuzufügen, um langsameren Geräten die Möglichkeit zu geben, sich zu initialisieren. Ersetzen Sie X durch die Anzahl von Sekunden, die pausiert werden soll.
Notiz
The bootable media will check for no* options before do* options, so that options can be overridden in the exact order specified.

Nun booten Sie Ihr Installations-Medium, wählen Sie einen Kernel (falls der standardmäßige gentoo-Kernel nicht genügt) und die Boot-Optionen. Wir zeigen Ihnen als Beispiel, wie Sie den gentoo-Kernel mit dopcmcia als Kernel-Parameter booten:

boot:gentoo dopcmcia

Sie werden dann von einem Boot-Screen und einem Fortschrittsbalken begrüßt. Wenn Sie Gentoo nicht an einem System mit einer US-Tastatur installieren, drücken Sie sofort ALT+F1 um in den Verbose-Mode zu wechseln und folgen Sie den Anweisungen. Wenn binnen 10 Sekunden keine Auswahl getroffen wurde, wird das Standard-Tastaturlayout (US) geladen und der Bootvorgang fortgesetzt. Nachdem der Bootvorgang abgeschlossen ist, werden Sie automatisch als Superuser "root" in das "Live" Gentoo Linux eingeloggt. Sie sollten einen root-Prompt ("#") auf der aktuellen Konsole sehen und durch das Drücken von Alt+F2, Alt+F3 und Alt+F4 auf andere Konsolen wechseln können. Um wieder zur Ausgangskonsole zu wechseln, drücken Sie Alt+F1.